Tschernobyl - Chronologie eines nuklearen Desasters
ORF/RMC Production/EBRD
Im Bild: Die gigantische Schutzkonstruktion aus Stahl ragt mehr als 100 Meter in die Höhe. Der Bau hat etwa zwei Milliarden Euro gekostet.
'40 Jahre Tschernobyl'

Universum History

Super-GAU - Die Katastrophe von Tschernobyl

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Vor 40 Jahren erschüttert Tschernobyl die Welt – „Universum History“ rekonstruiert die Katastrophe und ihre Folgen, die bis heute nachwirken.

Am 26. April 1986 erschüttert eine Explosion das Kernkraftwerk Tschernobyl: Der Unfall in Reaktor 4 des ukrainischen AKW hat weitreichende Folgen, die bis heute nachwirken. Die einschneidende Erfahrung mit den Risiken und Gefahren der Atomkraft prägt ganze Generationen. Anlässlich des 40. Jahrestags der Nuklearkatastrophe rekonstruiert die „Universum History“-Dokumentation „Super-GAU – Die Katastrophe von Tschernobyl“ von Fanny Germain (ORF-Bearbeitung: Sabine Aßmann) am Freitag, dem 24. April, um 22.35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON die Ereignisse und zeichnet im Rahmen eines ORF-Programmschwerpunkts (Details unter https://presse.ORF.at) ein umfassendes Bild der Katastrophe sowie der anschließenden Entwicklungen.

Super-GAU - Die Katastrophe von Tschernobyl
ORF/RMC Production/Footage store
1986 erschüttert die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl die Welt. 40 Jahre später ist die Region um das Kernkraftwerk noch immer von den Folgen geprägt.

Stunden, die Europa veränderten

Vom fehlerhaften Sicherheitstest über die Explosion in den frühen Morgenstunden des 26. April 1986 bis hin zu den noch immer nachwirkenden Folgen erzählt die Dokumentation die Ereignisse rund um die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl detailliert nach. Zeitzeugenberichte und Expertenanalysen beschreiben die anfängliche Ratlosigkeit der Verantwortlichen ebenso wie die dramatischen Stunden, Tage und Wochen nach dem Unglück, in denen Feuerwehrleute und Arbeiter ohne ausreichenden Schutz gegen die unsichtbare Strahlengefahr kämpfen. Gleichzeitig wird die Dimension der Katastrophe sichtbar: die verspätete Evakuierung der Bevölkerung, die Ausbreitung der radioaktiven Wolke über weite Teile Europas und die Mobilisierung Hunderttausender sogenannter „Liquidatoren“. Beleuchtet werden auch die politischen Mechanismen in der sowjetischen Führung, die das Ausmaß des Reaktorunfalls lange herunterspielt. Informationsmangel und Geheimhaltung verschärfen die Situation zusätzlich.

Super-GAU - Die Katastrophe von Tschernobyl
ORF/RMC Production
Noch 1986 wird um den schwer beschädigten Reaktor im Eiltempo eine erste schützende Hülle aus Beton errichtet, der sogenannte "Sarkophag".

Der Anfang vom Ende der Sowjetunion

Die politischen Folgen reichen weit über die Region hinaus. Der französische Journalist Ulysse Gosset etwa, im Jahr 1986 Korrespondent in Moskau, beschreibt die anfängliche Informationsblockade und die zögerliche Kommunikation der sowjetischen Führung. Erst unter internationalem Druck räumt der Kreml das Ausmaß des Unglücks ein – ein Moment, der das Vertrauen der Menschen in das politische System nachhaltig erschüttert. Historikerin Kate Brown ordnet die Ereignisse als Wendepunkt ein: Der Umgang mit der Katastrophe trägt demnach ganz wesentlich dazu bei, die politische Stabilität der Sowjetunion zu untergraben und ihren Zerfall zu beschleunigen.

Folgen, die bis heute nachhallen

Mit internationalen Expertinnen und Experten, eindrucksvollem Archivmaterial sowie persönlichen Zeitzeugenberichten gelingt der Dokumentation eine vielschichtige Einordnung der historischen Ereignisse. Sie verbindet die bildgewaltige Rekonstruktion mit aktuellen wissenschaftlichen Perspektiven und zeigt, dass die Folgen von Tschernobyl bis in die Gegenwart reichen. Tschernobyl bleibt mit seinen bis heute nur provisorisch gesicherten Überresten eine Zäsur in der Geschichte Europas und der Kernenergie.