
Universum History
Die Heilige Schar - Schwule Krieger der Antike
Es ist eine Heldengeschichte, die wenig bekannt ist, die angezweifelt oder bewusst verschwiegen wurde: Vor mehr als 2.000 Jahren soll es im antiken Griechenland eine Elitetruppe aus 300 schwulen Kriegern gegeben haben – die sogenannte Heilige Schar aus Theben. 150 männliche Paare, die in Liebe und Krieg verbunden sogar die gefürchteten Spartaner besiegt haben sollen. Neu entdeckte Grabungstagebücher aus dem 19. Jahrhundert und der Skelettfund eines vor mehr als 2.000 Jahren niedergemetzelten Kämpfers rücken diese Überlieferung wieder ins Zentrum der Forschung: hat es die Heilige Schar tatsächlich gegeben? Die 90-minütige „Universum History“-Dokumentation „Die Heilige Schar – Schwule Krieger der Antike“ von Lefteris Charitos – anlässlich des „Pride Month 2026“ am Freitag, dem 5. Juni, um 22.35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON zu sehen – versucht die Wahrheit über die angeblichen schwulen Elitekrieger der Antike herauszufinden.

Liebe als Waffe?
Die griechische Eliteeinheit, die Heilige Schar, wird 379 v. Chr. von der Stadt Theben gegründet, um die Vorherrschaft Spartas zu beenden. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die griechischen Stadtstaaten wie etwa Athen, Sparta oder Theben in einem ständigen Machtkampf. Vier Jahrzehnte lang dominiert die Heilige Schar die Schlachtfelder der griechischen Antike, berichtet u. a. Plutarch. Die 300 Mann setzen sich auch gegen zahlenmäßig überlegene Gegner durch und entzaubern sogar das spartanische Heer, dessen Schlagkraft allen griechischen Streitkräften bis zu diesem Zeitpunkt überlegen war. Ist es die Macht der Liebe gewesen, die diese Männer unbesiegbar gemacht hat? Doch dann tritt Philipp II. von Makedonien auf den Plan. In der Schlacht von Chaeroneia 338 v.Chr. löscht er gemeinsam mit seinem Sohn, dem späteren Alexander den Großen, die Heilige Schar mit einem Schlag aus. Der Heldenmut der Besiegten soll den König zu Tränen bewegt haben. Die Gefallenen werden auf dem Schlachtfeld begraben und geraten in Vergessenheit. Die Schlacht von Chaeroneia besiegelt nicht nur das Ende der Heiligen Schar, sondern auch das Ende der Freiheit des antiken Griechenlands. Sie ist der Beginn einer neuen Ära.

Dem Mythos auf der Spur
Die Existenz eines antiken Militärkorps aus 150 männlichen Liebespaaren ist lange angezweifelt worden. Zu unglaubwürdig haben die überlieferten Heldenerzählungen gewirkt. Heute weiß man allerdings mehr. Vor sieben Jahren sind in einem Athener Archiv die Grabungstagebücher des griechischen Archäologen Panagiotis Stamatakis wiedergefunden worden. Stamatakis hat im Jahr 1871 das Massengrab der Eliteeinheit entdeckt und freigelegt. Minutiös beschreibt er in seinen Grabungsberichten Lage und Zustand aller 256 Skelette, die teilweise so wirken, als wären sie paarweise bestattet worden. Doch die Aufzeichnungen werden nie veröffentlicht, das Grab wird zugeschüttet, schließlich verschwinden die Grabungsbücher nach dem Malaria-Tod des Archäologen. Sie enthalten Hinweise darauf, dass Stamatakis zum Zweck weiterer Untersuchungen mehrere Skelette nach Athen geschickt haben soll. Tatsächlich werden im Keller des Nationalmuseums die Gebeine eines Kämpfers der Heiligen Schar entdeckt. Die forensischen Untersuchungen seiner Knochen liefern eine Vorstellung vom überaus grausamen Ende der Männer.

Die Dokumentation entstand als österreichisch-griechische Koproduktion von EPO-Film und Anemon Productions mit ORF, ZDF und ZDFinfo in Zusammenarbeit mit ARTE, ERT und ZED, gefördert von Fernsehfonds Austria, Creative Europe, Creative Greece und Greece 2.0.