Intime Begegnungen
„Ich existiere nur, wenn ich schreibe. Ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe. Ich bin mir selbst vollkommen fremd, wenn ich nicht schreibe“.

Dieses intime Bekenntnis stammt von der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. Die existenzielle Notwendigkeit des Schreibens für ihr Leben war untrennbar mit ihrem Sein und ihrer Identität verbunden.

Am 25. Juni würde die Bachmann, die zweifellos eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der Nachkriegszeit war, ihren 100. Geburtstag feiern. Wer war diese ikonische Dichterin? Mehr als fünfzig Jahre nach ihrem tragischen Tod in Rom ist Ingeborg Bachmann noch lange nicht vergessen.

Jene außergewöhnliche Künstlerin wird in zahlreichen Biografien gewürdigt, etwa in Andrea Stolls Buch „Zwei Menschen sind in mir“, indem die erfahrene Bachmann-Forscherin viele Rätsel ihres Lebens von den Anfängen bis zum Tod offenlegen kann.

Rechtzeitig zum Hundertsten kommt der semidokumentarische Film „Ingeborg Bachmann: Jemand, der ich einmal war“ mit der großartigen Sandra Hüller ins Kino.

Eine TV-Dokumentation mit dem Titel „Dichten für die Wahrheit“ rollt das Leben der Bachmann und ihre schwierigen Liebesbeziehungen mit prominenten Literaten neu auf. Und die österreichische Künstlerin Deborah Sengl hat sich von Ingeborg Bachmann zu neuen Arbeiten inspirieren lassen, die im Jubiläumsjahr auf Schloss Ebenau in Kärnten gezeigt werden.
Kurz vor der Eröffnung der 50. Jubiläumsausgabe der „Tage der deutschsprachigen Literatur“ ist Jury-Vorsitzender Klaus Kastberger auf Stippvisite im kulturMONTAG-Studio. Im Gespräch mit Peter Schneeberger erzählt der leidenschaftliche Literaturvermittler, warum er als Juror beim Bachmannpreis seine Abschiedsvorstellung gibt, wie sich Literaturkritik im Laufe der Zeit verändert hat und er gibt auch Einblicke in die budgetär angespannte Kulturszene in der Steiermark, wo er seit mehr als 10 Jahren an der Grazer Uni unterrichtet und seit 2019 das Literaturhaus Graz leitet.
TV-Beitrag: Katja Gasser
