Das KZ Gusen - Vom Tatort zum Gedenkort
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Im Bild: Zeitzeuge Harry Herbe (89jahre) auf der Schleppbahnbrücke.

zeit.geschichte

Das KZ Gusen - Die Entwicklung einer Gedenkstätte

Das KZ Gusen - Vom Tatort zum Gedenkort

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Die neue Dokumentation "Das KZ Gusen - Vom Tatort zum Gedenkort" erzählt, wie ein gesamtes Konzentrationslager nach Kriegsende buchstäblich unter Einfamilienhäusern und Vorgärten begraben wurde und fragt, was dieser kollektive Verdrängungsakt über Österreichs Umgang mit der eigenen Geschichte verrät.

Der Film begleitet den historischen Wendepunkt, an dem die letzten Lager-Überreste als Gedenkstätte des 21. Jahrhunderts gestaltet werden. Er präsentiert das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs - konkrete Pläne und Modelle dafür, wie aus einem Ort des Schweigens ein Raum des Dialogs wird und versammelt Stimmen von jung bis alt: Anrainer, die auf geschichtlich schwerem Boden aufgewachsen sind, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen jenseits und diesseits der Lagermauer, die für die Dreharbeiten erstmals seit Jahrzehnten an Orte ihrer Kindheit zurückkehren. Und junge Menschen aus mehreren Nationen, die gemeinsam nach einer Gedenksprache suchen, die nicht erschreckt, sondern ermächtigt.

Die heimlichen Tagebücher des ehemaligen Häftlings Aldo Carpi bilden eine persönliche Brücke zum Unvorstellbaren, während der Liedermacher Ernst Molden und die Perkussionistin Maria Petrova längst verschollene Lagerlieder des Musikers Gracjan Guzinski vor den Ruinen des Steinbrechers wieder zurück ins Leben holen. Träume und Traumata verdichten sich hier zu einem musikalischen Akt des Widerstands, der vorwegnimmt, wie aus schmerzhafter Geschichte eine lebendige Zukunft erwächst.

Regie

Max Jacobi