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Mythos Mao - Der blutige Tyrann des modernen China
Charismatisch, brutal, umstritten: vor 50 Jahren starb Mao Zedong. Erst mit seinem Tod 1976 konnte das moderne China von heute beginnen - eine wirtschaftliche, politische und militärische Weltmacht, die immer mehr an Einfluss gewinnt. Der Aufstieg begann nach dem Zweiten Weltkrieg und fußt auf dem blutigen Fundament von Maos Herrschaft. Der Kommunistenführer einte nach einem gewaltsamen Bürgerkrieg das Reich der Mitte. Unter ihm wurde der Aufstieg zur Weltmacht eingeleitet. Ein erbarmungsloser Weg, der Millionen von Opfern gefordert hat: durch Hungersnöte, die Verfolgung von politisch Andersdenkenden und Misswirtschaft unter einem immer willkürlicher handelnden Autokraten. Der Höhepunkt von Maos brutaler Politik: die Kulturrevolution, in der er junge Menschen für seine Ziele zu grausamen Taten aufhetzte.

Die Machtübernahme der Volksrepublik
Er will die Bauern und Arbeiter befreien und regiert dabei wie ein absolutistischer Kaiser vergangener Dynastien: Mit der Machtübernahme von Mao Zedong 1949 beginnt die Geschichte der Volksrepublik. Maos Vision ist es, China wieder zur Weltmacht zu machen. Das Hauptprojekt des „Großen Vorsitzenden“, der sogenannte „Große Schritt nach vorne“, ein radikales wirtschaftliches Aufbauprogramm, endet in einem Desaster. Bei einer Hungersnot sterben 45 Millionen Menschen. Durch die repressiven Maßnahmen des Regimes kommen unzählige Oppositionelle ums Leben. Aus der großen Utopie wird eine Dystopie, die mit der Kulturrevolution ihren Höhepunkt findet.
Nach dem Tod Maos beginnt ein Umschwung. Aber die Hoffnung auf neue Freiheiten, vor allem bei der städtischen Jugend, wird 1989 mit der gewalttätigen Niederschlagung der Studentenproteste am Tianamen-Platz begraben. Das Regime zeigt, dass es keine Alternative zu einem autoritären Staat geben würde. Die Wirtschaft hingegen wird liberalisiert. Der technologische und ökonomische Aufschwung nimmt in den 1990ern an Fahrt auf.

Die autokratisch geführte Weltmacht
Als China 2001 der Welthandelsorganisation beitritt, hat es bereits gelernt, den weltweiten freien Markt für sich zu nutzen. Anders als zur Zeit der Opiumkriege Mitte des 19. Jahrhunderts, als die erzwungene Öffnung für den Weltmarkt das damalige Kaiserreich erschüttert, fürchtet nun der Westen, wirtschaftlich von China dominiert zu werden. Die Volksrepublik von heute zeigt sich als autokratisch geführte Weltmacht, die sich nicht scheut, ihre Bürgerinnen und Bürger auch mit technologischen Mitteln zu überwachen und zu kontrollieren. Und im Westen zeigen autoritäre Politiker angesichts des wirtschaftlichen Erfolgs Chinas Interesse an der Blaupause eines technologisch-autokratischen Staates als Alternative zu einer liberalen Gesellschaft.

Eine Produktion von: Arte France, Program33 und AT-Prod.
Ein Film von Karim Miské and Ilana Navarro