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Aus für Seniorenheim in Innsbruck – 70 alte Menschen müssen raus
„Diesen Umzug wird meine Mutter nicht überleben“, sagt Andreas Lang aus Innsbruck. Seine Mutter ist 99 Jahre und demenzkrank. Trotzdem muss die betagte Frau binnen zwei Monaten die Seniorenresidenz Veldidenapark in Innsbruck verlassen und in ein neues Heim wechseln.

„Das Vorgehen des Heimbetreibers ist brutal“, so der Sohn. Der Heimbetreiber argumentiert, dass das Gebäude vom Eigentümer renoviert werden müsse. Eine Weiterführung des Betriebes sei unter diesen Umständen nicht möglich. „Wir werden einfach auf die Straße gesetzt. Ich muss mir ein neues Zuhause suchen – mit 91 Jahren“, sagt eine Pensionistin, die im Veldidenapark ein teures Appartement gemietet hat. Eine THEMA-Reportage von Pia Bichara und Sonja Hochecker.
Endstation Jugendhaft – wenn Mütter von jungen Drogenkranken verzweifeln
„Wenn er nicht ins Gefängnis gekommen wäre, würde er nicht mehr leben“, sagt eine Mutter, deren 16-jähriger, drogenkranker Sohn eine sechsmonatige Haftstrafe wegen Beschaffungskriminalität verbüßt. Während dieser Zeit konnte er einen Entzug machen und therapeutische Unterstützung erhalten. Seit der Pandemie konsumieren Jugendliche laut Experten vermehrt wahllos verschiedene Substanzen, wodurch auch sogenannte multitoxische Vergiftungen zunehmen.
Ein anderer Betroffener hat mehrere lebensbedrohliche Situationen nur knapp überlebt und wurde ebenfalls bereits verurteilt. In THEMA sprechen er und seine Mutter offen über seine Drogenproblematik. „Wo leben wir, dass ein Jugendlicher erst in Haft muss, damit ihm geholfen wird?“, fragt die Mutter im THEMA-Interview. Christoph Feurstein und Jakob Egger waren dabei, als sie ihren Sohn vom Gefängnis abgeholt hat.
30 Jahre THEMA – die exkommunizierte Bischöfin
„Die römisch-katholische Kirche hat in Sachen Priesterinnenweihe ihre Hausaufgaben nicht gemacht“, sagt Christine Mayr-Lumetzberger. Die heute 69-jährige Linzerin ist ehemalige Nonne und Mitbegründerin der Initiative für Frauen im Priesteramt. 2002 lässt sie sich entgegen geltendem Kirchenrecht zur katholischen Priesterin weihen, kurze Zeit später wird sie deshalb exkommuniziert.

2003 folgt die Weihe zur Bischöfin, die offiziell ebenfalls nie anerkannt wurde. Für die pensionierte Lehrerin ist klar, dass Frauen in Zukunft eine größere Rolle als bisher in der Modernisierung der Kirche spielen müssen. 2023 fordert sie mit anderen „Bischöfinnen“ Papst Franziskus in einem Brief zum Dialog auf. THEMA hat über Christine Mayr-Lumetzberger seit 1999 berichtet. Markus Waibel hat jetzt nachgefragt, was aus ihren Bemühungen wurde.