zeit.geschichte
Riedel, Swarovski & Co. - Geschichte der Glasproduktion in Österreich
Mit Riedel, Swarovski und Stölzle sind in Österreich zu Beginn des 21. Jahrhundert drei bedeutende Glaserzeuger ansässig, die auf eine lange Geschichte zurückblicken. Darüber hinaus sind mit Lobmeyr und Bakalowits heute immer noch zwei namhafte Glasverlegerfamilien aktiv. Diese Glasverleger haben bereits vor der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert begonnen, sich von namhaften Künstlerinnen und Künstlern der Zeit Gläser entwerfen zu lassen, die sie zumeist in tschechischen Glashütten herstellen ließen. Der Kulturwissenschaftler und Regisseur Martin Vogg geht in seiner Dokumentation auf eine Spurensuche der österreichischen Glaserzeugung. Dabei bereist er auch die Glaserzeugungszentren im nördlichen Böhmen, wo unter anderem die Geschichten der Familien Swarovski und Riedel ihren Anfang nahmen, sowie das südliche Tschechien, wo der Glasindustrielle Stölzle seine ersten Glasfabriken besaß. Der Film beleuchtet aber auch, wie die Glashersteller auf gesellschaftliche und vor allem politische Entwicklungen im 20. Jahrhundert reagieren mussten. Einen wichtigen Einschnitt stellte hier das Ende der Donaumonarchie dar, das nicht nur nach neuen Vertriebsstrategien verlangte, sondern das auch dazu führte, dass manche Unternehmen nun über Staatsgrenzen hinweg operieren mussten. Große Veränderungen brachte auch der Nationalsozialismus und die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg aus Tschechien mit sich, weshalb viele deutsche Glasmacher wie die Familie Riedel in Österreich neu anfangen mussten. Letztlich beleuchtet der Film die unterschiedliche Entwicklung der Glaserzeugung in Österreich und Tschechien in der Zeit des Eisernen Vorhangs, bis hin zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der glaserzeugenden Betriebe im ausgehenden 20. Jahrhundert auf beiden Seiten der Grenze. Die Dokumentation von ORF III steht ganz im Zeichen der Geschichte der Glasproduktion in Österreich.
Regie
Martin Vogg