
Universum History
Die Amerikanische Revolution (1) - Kampf um die Unabhängigkeit
Nordamerika im 18. Jahrhundert: Die 13 britischen Kolonien entwickeln sich wirtschaftlich und politisch zunehmend eigenständig. Steuern und Eingriffe aus London führen zu wachsendem Widerstand gegen die britische Krone – aus Protest wird schließlich offene Rebellion. Teil 1 der zweiteiligen Dokumentation „Die Amerikanische Revolution“ von Fanny Germain (ORF-Bearbeitung: Sabine Aßmann), die „Universum History“ als ORF-Premiere am Freitag, dem 3. Juli, um 22.35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts „250 Jahre USA“ zeigt, erzählt von den Anfängen der Amerikanischen Revolution bis hin zu ihrem ersten Höhepunkt, als vor 250 Jahren im Juli 1776 die Kolonien ihre Unabhängigkeit vom Mutterland England erklären. Teil 2 – „Eine unvollendete Geschichte“ – folgt um 23.20 Uhr

Vom Protest zur Revolution
Die Amerikanische Revolution zählt zu den folgenreichsten Ereignissen der Neuzeit. In den 13 britischen Kolonien an der Ostküste Nordamerikas wird in den Jahren vor 1776 eine Bewegung immer stärker, die das Verhältnis zwischen Kolonien und Mutterland bald grundlegend in Frage stellt. Der Streit um Steuern, Abgaben und Zölle, um politische Mitbestimmung und die Rechte der Menschen in den Kolonien führt in Amerika zu wachsendem Widerstand gegen die Politik Londons. Die Dokumentation beschreibt den Weg von den frühen Protesten gegen den ungeliebten „Stamp Act“ über das „Massaker von Boston“ und die „Boston Tea Party“ bis hin zu den ersten Gefechten des Unabhängigkeitskriegs. Am 4. Juli 1776 verabschiedet der von den Kolonien eingerichtete Kontinentalkongress schließlich die Unabhängigkeitserklärung. Sie gilt als Gründungsurkunde der Vereinigten Staaten von Amerika. Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen dabei nicht nur prominente Persönlichkeiten wie George Washington, sondern auch weniger bekannte Akteurinnen und Akteure — unter ihnen viele, die erst wenige Jahre zuvor in die Kolonien gekommen waren. Ihre Geschichten eröffnen neue Perspektiven auf die Amerikanische Revolution und verdeutlichen, wie eng die Entwicklungen in Nordamerika mit Europa verbunden sind.

Der Name einer neuen Nation
Unter den Menschen, die im 18. Jahrhundert nach Nordamerika ausgewandert sind, sind viele Iren, die vor Armut und einer politischen Ordnung fliehen, die insbesondere Katholiken benachteiligt. Sie hoffen auf bessere wirtschaftliche Chancen und größere Freiheiten. Aus dem irischen Cork kommt etwa auch Stephen Moylan nach Philadelphia. Er wird zum engen Vertrauten George Washingtons und hält 1776 in einem Brief erstmals den Namen jener Nation fest, zu der die Kolonien erst werden sollten. „Hier zeigt sich, welche Rolle Moylan, ein Einwanderer aus Cork, in den politischen Entwicklungen der Zeit spielte“, sagt die Historikerin Victoria Pearson. Er habe ausgedrückt, wie Washington und der Kontinentalkongress sich zunehmend selbst sahen.
Amerikas Gründung neu betrachtet
Anhand von Interviews mit Expertinnen und Experten, Aufnahmen an Originalschauplätzen sowie detailreiche Spielszenen verbindet die Dokumentation die politische Geschichte der USA mit den persönlichen Lebenswegen der verschiedenen Protagonistinnen und Protagonisten. So entsteht ein differenziertes Bild der Revolution, das über die bekannten Gründungsmythen, die in den Vereinigten Staaten alljährlich gefeiert und beschworen werden, hinausgeht und die Entstehung des Landes in ihrem historischen Zusammenhang verständlich macht.