'60 Jahre Mauerbau'

Universum History

Der Bau der Berliner Mauer - Countdown 61

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Sie war Symbol des Kalten Krieges und stand fast drei Jahrzehnte als markantes Sinnbild inmitten der heutigen Hauptstadt Deutschlands.

Die Berliner Mauer. Sie trennte Familien, zerstörte Leben und sollte für viele Menschen zur tödlichen Grenze werden. Dem Bau der Berliner Mauer ging ein regelrechter Countdown voraus, bei dem sich Ost- und Westmächte zuletzt in einer dramatischen Nervenprobe gegenüberstanden. Schon Millionen Menschen waren aus der DDR in den Westen geflüchtet. Die Vorgeschichte des streng geheimen Mauerbaus ist ein Krimi aus Lügen und gescheiterten diplomatischen Bemühungen.  

ORF/LOOKSfilm/US National Archives
Im Bild: Das Brandenburger Tor war 28 Jahre lang das Symbol für die Teilung Deutschlands.

Zum Auftakt des ORF-Programmschwerpunkts „60 Jahre Mauerbau“ beleuchtet die „Universum History“-Dokumentation „Der Bau der Berliner Mauer – Countdown 61“ von Henrike Sandner am Freitag, dem 6. August, um 22.35 Uhr in ORF 2 das Jahr vor diesem Meilenstein der deutsch-deutschen Geschichte völlig neu – aus dem Moment heraus, dem persönlichen Erlebnis von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Danach zeichnet um 23.20 Uhr Sandners „Universum History“-Doku „Countdown ’89 – Der Fall der Berliner Mauer“ die dramatischen Ereignisse des Jahres 1989 anhand persönlicher Schicksale nach. Am Samstag, dem 7. August, steht um 20.15 Uhr die ORF-Premiere des TV-Films „3 1/2 Stunden“ auf dem Programm von ORF 2: Vor 60 Jahren endete schlagartig die Reisefreiheit innerhalb Deutschlands. Eine Mauer trennte plötzlich Ost- von Westberlin. Packend erzählt Ed Herzogs Film die schicksalsentscheidenden Stunden anhand einer Gruppe von DDR-Bürgerinnen und -Bürgern nach, die mit dem Zug von München nach Ost-Berlin reisen wollen, als sie die Nachricht vom rigiden Grenzregime erreicht.

ORF/LOOKSfilm
Im Bild: Der Westberliner Kameramann Dieter Hoffmann machte 1961 den Schuss seines Lebens: den „Sprung in die Freiheit“ des ostdeutschen Soldaten Conrad Schumann.

Universum History: „Der Bau der Berliner Mauer – Countdown 61“

 

Es ist der 13. August 1961: Ein Sonntag, ganz Berlin genießt das Wochenende. Doch am frühen Morgen beginnen Tausende ostdeutsche Polizisten mit der Abriegelung der sogenannten Sektorengrenze. 155 Kilometer Stacheldraht werden auf Befehl von SED-Chef Walter Ulbricht in der DDR quer durch die Stadt gezogen. Der Bau der Berliner Mauer hat begonnen. Der Westen scheut nach der im Geheimen vorbereiteten Abriegelung der Sektorengrenze zunächst die klare Konfrontation mit DDR und UDSSR, denn: Ein Atomkrieg steht drohend im Raum. „Den hätte man erst riskiert, wenn die alliierten Zufahrtsrechte beschnitten worden wären“, erzählt der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk. Noch gelten diese — trotz Abriegelung — in ganz Berlin. Erst im Oktober 1961 kommt es zur Zuspitzung, als ein hoher US-Diplomat am Checkpoint Charlie gestoppt wird. Am 27. Oktober fahren auf beiden Seiten Panzer auf und die Welt hält den Atem an. Die Krise dauert allerdings nur wenige Stunden, danach gilt die Mauer als akzeptiert. Die deutsche Teilung wird ein ganzes Zeitalter prägen und die Menschen in Ost und West auf getrennte Wege zwingen.

ORF/LOOKSfilm/US National Archives
Im Bild: Amerikanische Panzer am "Checkpoint Charlie", Oktober 1961.

„Universum History“ beleuchtet insbesondere das Jahr vor diesem deutschen Schicksalstag, dem 13. August 1961. Briefe und Tagebucheinträge lassen die emotionalen Brüche der Entwicklung spürbar werden, die Teilung und Mauerbau bei den Menschen auslösen. Die DDR-Schriftstellerin Brigitte Reimann etwa verzeiht ihrem Bruder Ludwig die Flucht in den Westen nicht – und verteidigt den Bau der Berliner Mauer ihm gegenüber voller Überzeugung. Interviews mit Zeitzeugen wie der Schauspielerin Kati Székely und dem Westberliner Kameramann Dieter Hoffmann ergänzen diese Perspektive. Dank der vielen Bild- und Filmdokumente aus der Zeit gelingt es der Dokumentation, die Stimmungen und Ereignisse des Jahres 1961 in einer packenden Zusammenschau wachzurufen. Dabei geben insbesondere die Schilderungen der Zeitzeugen und Zeitzeuginnen einen sehr persönlichen und bewegenden Einblick. Durch den Expertenblick ordnet der Film die dramatischen Geschehnisse aber auch sachlich in ihren politisch-historischen Rahmen ein und spürt auf diese Weise den „Meilensteinen“ des Countdowns zum Mauerbau aus vielfältigen Perspektiven nach.

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Im Bild: Nikita Khrushchev und John F. Kennedy geben sich während ihres Treffens in Wien die Hand (Juni 1961).

Regie

Henrike Sandner