In einer altenTrafik spricht Otto Trsnjek mit Krücken mit dem jungen Franz Huchel hinter dem Verkaufstresen.
ORF/Epo Film/Petro Domenigg
Johannes Krisch (Otto Trsnjek), Simon Morzé (Franz Huchel)
'85 Jahre Novemberpogrom'

Der Trafikant

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Bewegende Coming-of-Age-Geschichte mit u. a. Johannes Krisch, Simon Morzé und Bruno Ganz

Regisseur Nikolaus Leytner führt ins Österreich um 1937/1938 und erzählt in „Der Trafikant“ eine bewegende Coming-of-Age-Geschichte: Simon Morzé brilliert darin als 17-jähriger Provinzbursche, der bei einem – von Johannes Krisch gespielten – Trafikanten in Wien in die Lehre geht und dort nicht nur den gealterten Sigmund Freud (dargestellt von Schauspiellegende Bruno Ganz), sondern auch die erste Liebe (Emma Drogunova) kennenlernt.

Otto Trsnjek mit Krücken steht vor einem Tabak-Trafikgeschäft, dessen Auslage mit einem politischen Graffiti "Hier kauft der Jud!" beschmiert wurde.
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Johannes Krisch (Otto Trsnjek)

Mit mehr als 60.000 Besucherinnen und Besuchern rangiert die vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte Produktion „Der Trafikant“ unter den Top 10 der Charts des österreichischen Kinofilms 2018 und wurde mehrfach gewürdigt. Das Drehbuch – nach dem gleichnamigen Roman von Robert Seethaler – stammt von Nikolaus Leytner und Klaus Richter.

Statement von Drehbuchautor und Regisseur Nikolaus Leytner: „Ein außergewöhnlicher, ein wunderbarer Filmstoff“

„Auf Robert Seethalers Roman bin ich durch eine Rezension aufmerksam geworden, die mich neugierig gemacht hat. Ich habe das Buch unmittelbar nach seinem Erscheinen und im Zug gelesen. Seite für Seite mit wachsender Begeisterung. Und ich dachte: Das ist ein außergewöhnlicher, ein wunderbarer Filmstoff. ,Der Trafikant‘ ist eine etwas andere Coming-of-Age-Geschichte: Franz Huchel, ein ebenso neugieriger wie behütet aufgewachsener 17-Jähriger vom Lande, kommt 1937 in die politisch brodelnde Großstadt Wien und wird (viel zu schnell) erwachsen – er lernt die Liebe kennen und reift zum Mann, der sich selbst und jenen, denen er nahesteht, auch in schwierigen Zeiten treu bleibt; Zeiten, die seine Entwicklung beeinflussen und auf tragische Art und Weise beschleunigen.

Der junge Franz Huchel Mann beugt sich über ein Holzgeländer und blickt nach unten.
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Simon Morzé (Franz Huchel)

Es ist auch die Geschichte einer ersten (und unglücklichen) Liebe. Verlangen und Verwirrtheit beherrschen die Begegnungen zwischen Franz und der um ein paar Jahre älteren und sexuell ungleich erfahreneren Anezka – eine Liebe, die vor dem Hintergrund einer auf den Abgrund zusteuernden Welt noch mehr leidenschaftliche Überschwänglichkeit bekommt – und zugleich eine große Traurigkeit.

Anezka und Franz Huchel umarmen sich innig bei einem Straßenfest in einem Innenhof.
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Emma Drogunova (Anezka), Simon Morzé (Franz Huchel)

Vor allem aber ist der ,Der Trafikant‘ die Geschichte einer ebenso ungleichen wie berührenden Männerfreundschaft – nämlich der zwischen dem jungen und unerfahrenen Franz und dem greisen, fast am Ende seines Weges angelangten Weltbürgers Sigmund Freud. Allein diese Idee – und wie Robert Seethaler sie umsetzt – hebt die Geschichte über viele andere, die sich mit dieser Zeit beschäftigen, hinaus. Diese Freundschaft ist wohl die wichtigste Beziehungsachse in dem Film, weil an ihr alle anderen Beziehungen von Franz – die zu Anezka, zu Otto Trsnjek oder auch die zu seiner Mutter – gemessen, reflektiert und entwickelt werden. Und sie wird auch im Film so erzählt, wie es Seethaler in seinem Roman gelungen ist: mit Empathie für die Figuren, nahe an ihren Sehnsüchten und Schwächen, ihren Träumen und Ängsten, und mit jener schönen Gelassenheit, mit der sich der alte Freud eingestehen muss, wie wenig er selbst das Wesen der Liebe enträtseln hatte können.

Der ältere Sigmund Freud mit Hut, Brille und Zigarre steht im Freien neben dem jüngeren Franz Huchel mit Schiebermütze und rotem Schal.
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Simon Morzé (Franz Huchel), Bruno Ganz (Sigmund Freud)

Das alles spielt vor dem Hintergrund einer schwierigen, äußerst dramatischen Zeit. Mir war es von Anfang an wichtig, die hinreichend bekannten Elemente dieser Zeit im Film so sparsam wie möglich einzusetzen, sie weitestgehend im Augenwinkel des Publikums zu belassen. Und sie nur dann ins Blickfeld zu rücken, wenn sie direkt in das Leben unserer Hauptfiguren eingreifen. Denn das, was da unaufhaltsam erstarkt, motiviert (wenn auch nicht augenscheinlich) jede einzelne Figur. Und je banaler zum Beispiel die SS-Männer in ihrer bösen Armseligkeit wirken, die Trsnjeks Trafik und sein Leben zerstören, umso beängstigender. Die Zuschauerin, der Zuschauer kennen die historischen Zusammenhänge und ergänzen sie im Kopf.“

Mehr zum Inhalt

Österreich, in den späten 1930er Jahren: Der 17-jährige Franz Huchel (Simon Morzé) kommt aus dem Salzkammergut nach Wien, um bei dem Trafikanten Otto Trsnjek (Johannes Krisch) in die Lehre zu gehen. In dem Tabakgeschäft des Kriegsinvaliden lernt er die bürgerlichen Kreise kennen, die sich sogar die berühmten Importzigarren aus Kuba leisten können, die Franz in liebevoller Handarbeit frischhalten muss.

Unter den Stammkunden ist der hochangesehene Psychologe Sigmund Freud (Bruno Ganz), zu dem der junge Mann schon bald Vertrauen fasst. An ihn wendet sich Franz, als er sich unglücklich in die böhmische Varietétänzerin Anezka (Emma Drogunova) verliebt. Dass die Liebe selbst dem berühmten Psychoanalytiker unlösbare Rätsel aufgibt, hilft dem unerfahrenen Franz leider nicht weiter. Als Österreich im Jahr 1938 für den „Anschluss“ an das nationalsozialistische Deutsche Reich stimmt, beginnen schwere Zeiten für Franz und seinen Meister, der politisch aufrecht bleibt und weiterhin jüdische Kunden bedient.

Erst verwüsten antisemitische Schläger den Laden, dann wird Otto aus fadenscheinigen Gründen verhaftet. Nun muss Franz auf sich allein gestellt das Geschäft führen und für Trsnjek kämpfen. Rat sucht er bei dem 82-jährigen Freud, der jedoch selbst in Gefahr ist.

Bild von
Franz Huchel und die schwarz gekleidete Margarete mit Hut stehen sich an einem See gegenüber und halten sich an den Händen.
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Simon Morzé (Franz Huchel), Regina Fritsch (Margarete)
Margarete in schwarzer Trauerkleidung blickt ernst in die Ferne, während Franz Huchel hinter ihr besorgt wirkt.
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Simon Morzé (Franz Huchel), Regina Fritsch (Margarete)
Franz Huchel  liegt entspannt auf einem Holzsteg über einem dunklen, von Schilf umgebenen See.
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Simon Morzé (Franz Huchel)
Vor einer Trafik in einer historischen Gasse steht der junge Franz Huchel, während Otto Trsnjek auf Krücken aus dem Eingang der Trafik kommt.
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Simon Morzé (Franz Huchel), Johannes Krisch (Otto Trsnjek)
Trafikant Otto Trsnjek sitzt mit verschränkten Armen hinter dem Verkaufstresen der Trafik.
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Johannes Krisch (Otto Trsnjek)
Nahaufnahme von Franz Huchel in weißem Hemd vor einer Trafik
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Simon Morzé (Franz Huchel)
Der junge Franz Huchel überreicht dem älteren Sigmund Freud mit Hut und Zeitung vor einer Werkstatt Zigarrenpäckchen.
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Simon Morzé (Franz Huchel), Bruno Ganz (Sigmund Freud)
Anezka sitzt lächelnd auf einer Schaukel, während zwei andere Frauen im Hintergrund stehen.
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Emma Drogunova (Anezka)
Anezka und Franz Huchel unterhalten sich an einem Tisch in einem belebten Schanigarten.
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Emma Drogunova (Anezka), Simon Morzé (Franz Huchel)
Der bärtige Sigmund Freud blickt unter seinem grauen Hut zu Franz Huchel im Vordergrund.
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Bruno Ganz (Sigmund Freud)
Franz Huchel und Anezka lächeln einander beim Eingang in einem Lokal an.
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Simon Morzé (Franz Huchel), Emma Drogunova (Anezka)
In einem Varietélokal beobachtet der junge Franz Huchel gemeinsam mit anderen Gästen die Tänzerin Anezka auf der Bühne.
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Simon Morzé (Franz Huchel), Emma Drogunova (Anezka)
Anezka und Franz Huchel stehen sich abends im Freien gegenüber und blilcken sich in die Augen.
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Emma Drogunova (Anezka), Simon Morzé (Franz Huchel)
Mrs. Buccleton liegt auf der Coach bei Sigmund Freud, der im Zimmer in einem Lederpolstersessel sitzt.
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Bruno Ganz (Sigmund Freud), Barbara Spitz (Mrs. Buccleton)
Auf einer Bank in einem historischen Stadtzentrum erklärt Sigmund Freud seinem jungen Begleiter Franz Huchel etwas und gestikuliert dabei mit der Zigarre.
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Simon Morzé (Franz Huchel), Bruno Ganz (Sigmund Freud)
Sigmund Freud mit Hut und runder Brille und einer Zigarre in der Hand blickt den jungen Franz Huchel mit Schirmkappe und rotem Schal an auf einer Bank auf einem Platz in einem historischen Stadtzentrum.
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Simon Morzé (Franz Huchel), Bruno Ganz (Sigmund Freud)
Sigmund Freud mit Hut und runder Brille spricht mit dem jungen Franz Huchel mit Schirmkappe und rotem Schal auf einer Bank auf einem Platz in einem historischen Stadtzentrum.
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Simon Morzé (Franz Huchel), Bruno Ganz (Sigmund Freud)
Sigmund Freud mit Hut und runder Brille spricht mit dem jungen Franz Huchel mit Schirmkappe und rotem Schal auf einer Bank auf einem Platz in einem historischen Stadtzentrum.
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Simon Morzé (Franz Huchel), Bruno Ganz (Sigmund Freud)
Der besorgte Otto Trsnjek auf Krücken eilt aus einem Gebäude, während im Hintergrund eine Hakenkreuzfahne zu sehen ist.
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Johannes Krisch (Otto Trsnjek)
Drei elegant gekleidete Männer mit Hüten stehen in der Trafik Otto Trsnjek gegenüber.
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Johannes Krisch (Otto Trsnjek), Robert Seethaler (Schergen)
In einem eleganten Kaffeehaus führt ein Kellner den älteren Sigmund Freud und dessen jungen Begleiter Franz Huchel zu einem Tisch.
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Martin Oberhauser (Ober Kaffeehaus), Bruno Ganz (Sigmund Freud), Simon Morzé (Franz Huchel)
Der älterer, weißbärtiger Sigmund Freud mit runder Brille blickt in einem elegant eingerichteten Raum aufmerksam zur Seite.
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Bruno Ganz (Sigmund Freud)
Sigmund Freud und Franz Huchel beim Zigarrerauchen in einem holzvertäfelten Raum
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Bruno Ganz (Sigmund Freud), Simon Morzé (Franz Huchel)
In einem Wohnzimmer beugt sich Anezka über Franz Huchel auf dem Sofa, während der ältere Sigmund Freud daneben sitzt.
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Emma Drogunova (Anezka), Simon Morzé (Franz Huchel), Bruno Ganz (Sigmund Freud)

Hauptdarsteller:innen

Johannes Krisch (Otto Trsnjek)

Simon Morzé (Franz Huchel)

Bruno Ganz (Sigmund Freud)

Emma Drogunova (Anezka)

Regina Fritsch (Margarete)

Karoline Eichhorn (Anna Freud)

Elfriede Irrall (Martha Freud)

Regie

Nikolaus Leytner

Buch

Klaus Richter