Django Unchained

Django Unchained

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Oscargekrönter Tarantino-Western

Bleihaltige Geschichtsstunde mit Quentin Tarantino: In den Südstaaten des 19. Jahrhunderts ziehen Bountyhunter Christoph Waltz (in seiner zweiten Oscar-Rolle) und Ex-Sklave Django (Jamie Foxx) eine blutige Spur auf dem Weg zu Sklavenbesitzer Leonardo DiCaprio.

Im Bild: Leonardo DiCaprio (Calvin Candie), Jamie Foxx (Django), Christoph Waltz (Dr. King Schultz)
ORF/Sony Pictures
Im Bild: Leonardo DiCaprio (Calvin Candie), Jamie Foxx (Django), Christoph Waltz (Dr. King Schultz)

Inhalt

1858, in den amerikanischen Südstaaten. Der als Zahnarzt getarnte Kopfgeldjäger Dr. King Schultz befreit den Sklaven Django, der ihm helfen soll, die gefürchteten Brittle-Brüder zu stellen. Die brutale Bande hat nämlich einst dessen Frau Broomhilda verschleppt. Die Spuren führen das ungleiche Duo zur ‚Candyland’-Plantage, wo Großgrundbesitzer Calvin Candie mit seinem väterlichen Adlatus Stephen eine wahre Schreckensherrschaft führt.

(In Stereo-Zweikanaltontechnik: deutsch in DD 5.1 / englisch)

Bild: Jamie Foxx (Django), Christoph Waltz (Dr. King Schultz),
ORF/Sony Pictures/Andrew Cooper
Bild: Jamie Foxx (Django), Christoph Waltz (Dr. King Schultz),

Oscar und Golden Globe für Waltz und Tarantino

Regie-Berserker Quentin Tarantino (zuletzt mit seinem neunten Film „Once Upon a Time in Hollywood“(2019) in unseren Kinos) hat mit seiner Hommage an den Spaghetti-Western einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere gesetzt und seinem Lieblingsschauspieler Christoph Waltz (65, zuletzt in „James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ bei uns im Kino) nach „Inglourious Basterds“ zu seinem zweiten Oscar und Golden Globe als Bester Nebendarsteller verholfen.

Bei insgesamt fünf Oscar-Nominierungen, darunter Bester Film, durfte sich Tarantino den Golden Globe und Oscar für Bestes Originaldrehbuch abholen. Neben den zahlreichen Auszeichnungen wurde „Django Unchained“ mit einem weltweiten Einspiel von über $425 Millionen Dollar überdies zu Tarantinos kommerziell erfolgreichstem Film.

m Bild: Jamie Foxx (Django), Leonardo DiCaprio (Calvin Candie),
ORF/Sony Pictures/Andrew Cooper
m Bild: Jamie Foxx (Django), Leonardo DiCaprio (Calvin Candie),

Auf den Spuren von Sergio Corbucci

Mit spielerischem Eifer macht sich Tarantino über Sergio Corbuccis legendären Italo-Western „Django“ aus dem Jahre 1966 her, um ihn mit typischen Tarantino-Elementen neu aufzumischen. In den Mittelpunkt der Handlung setzte Tarantino eine der bemerkenswertesten Paarungen der Filmgeschichte: Der deutschstämmige Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) und der ehemalige Sklave Django (Jamie Foxx) sind unterwegs im tiefen Süden der USA, um Djangos Ehefrau Broomhilda (Kerry Washington) aus den Fängen des brutalen Plantagenbesitzers Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) zu befreien.

m Bild: Jamie Foxx (Django), Franco Nero (Amerigo Vessepi).
ORF/Sony Pictures/Andrew Cooper
m Bild: Jamie Foxx (Django), Franco Nero (Amerigo Vessepi).

Wer Tarantino kennt, darf sich auf lange Dialogsequenzen, schräge Slapstickeinlagen und übersteigerte Actionszenen einstellen und wird sich auch in dem zweieinhalb Stunden dauernden Epos keine Sekunde langweilen. Wie immer wird ein ehemaliger Großer im Filmgeschäft wieder ins Rampenlicht befördert, diesmal ist es kein Geringerer als Django selbst, der inzwischen fast 80-jährige Franco Nero, der einen Kurzauftritt mit Jamie Foxx absolviert.

Filmmusik von Ennio Morricone

Mit dabei in seinem mitreißenden Galoppritt durch den Wilden Süden ist Tarantino-Stammgast Samuel L. Jackson als sadistischer Plantagen-Aufseher Stephen und Don Johnson als skrupelloser Sklavenhalter Big Daddy. Für den Score engagierte Tarantino den musikalischen Paten des Italo-Western, Ennio Morricone (gestorben am 6. Juli 2020), der nach seiner insgesamt vierten Zusammenarbeit mit Tarantino allerdings schwor, niemals mehr mit ihm zusammenarbeiten zu wollen. Ein Versprechen, das er natürlich sofort brach, als Tarantino den Score für „The Hateful Eight“(2016) von ihm wollte, der ihm seinen ersten Oscar für Beste Filmmusik einbrachte.

 Bild: Jamie Foxx (Django).
ORF/Sony Pictures/ANDREW COOPER
Bild: Jamie Foxx (Django).

„Blacklist“-Film

Die Dreharbeiten fanden in Wyoming (Jackson Hole), Louisiana (u.a. in New Orleans, Evergreen Plantation in Edgar) und Kalifornien über einen Zeitraum von etwas mehr als vier Monaten statt, was einen neuen Rekord für die Drehzeit eines Tarantino-Film darstellte. Das von Tarantino verfasste Script stand 2011 auf der berühmten Hollywood „Blacklist“ - eine jährlich publizierte Liste von herausragenden Drehbüchern, die noch nicht verfilmt wurden. Jamie Foxx war eigentlich nur zweite Wahl für Tarantino, der Will Smith für den Part von Django im Kopf hatte. Doch Smith lehnte ab, da Django in seinen Augen nicht die Hauptrolle spielte und so kam Jamie Foxx zum Zug.

Im Bild: Christoph Waltz (Dr. King Schultz),
ORF/Sony Pictures/ANDREW COOPER
Im Bild: Christoph Waltz (Dr. King Schultz),

Christoph Waltz

Der gebürtige Wiener (65) macht derzeit als Bösewicht Blofeld Daniel Craig das Leben schwer in „James Bond - Keine Zeit zu sterben“. Im Jahre 2020 war er in Woody Allens Filmkomödie „Rifkin's Festival“(2020) zu sehen. Nach seinem Auftritt in der Gesellschaftssatire „Downsizing“ trat er 2017 an der Seite von Alicia Vikander im Historiendrama „Tulpenfieber“ auf. Inzwischen versuchte sich Waltz auch als Regisseur. Sein Spielfilmdebüt „Georgetown“ mit Vanessa Redgrave und Annette Bening und ihm selbst in der Hauptrolle kam am 27. April 2019 in die amerikanischen Kinos.

Hauptdarsteller

Jamie Foxx (Django)

Christoph Waltz (Dr. King Schultz)

Leonardo DiCaprio (Calvin Candie)

Kerry Washington (Broomhilda van Shaft)

Samuel L. Jackson (Stephen)

Walton Goggins (Billy Crash)

Don Johnson (Big Daddy)

Franco Nero (Amerigo Vessepi)

Regie

Quentin Tarantino

Drehbuch

Quentin Tarantino

Kamera

Robert Richardson