Österreich – die ganze Geschichte
ORF/Pammer Film
Im Bild: Waldheim-Verteidiger Fritz Molden reinigt sich nach Eierwurf auf Amsterdammer Flughafen.

Österreich - Die ganze Geschichte

Schatten der Vergangenheit

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2. März 1986: In Wien erscheint das Nachrichtenmagazin „profil“ mit dem Titel „Waldheim und die SA“. Der Aufdeckerjournalist Hubertus Czernin präsentiert in seinem Artikel brisante Enthüllungen: Kurt Waldheim, Bundespräsidentschaftskandidat und als ehemaliger UN-Generalsekretär einer der zu dieser Zeit bekanntesten lebenden Österreicher, war Mitglied in gleich zwei NS-Organisationen. Der Verdacht erschüttert die politische Landschaft in Österreich: War der Favorit für die Präsidentenwahl ein Nazi? War er am Ende gar an Kriegsverbrechen beteiligt? Czernins Arbeit bringt eine Lawine ins Rollen, die Vieles an die Oberfläche befördert, was in der Zweiten Republik lange Zeit verschüttet war. Der Fall spaltet das Land: Auf der einen Seite stehen jene Kräfte, für die Waldheim nicht zuletzt durch sein Leugnen jeglicher Verantwortung politisch untragbar geworden ist. Auf der anderen Seite sind diejenigen, die sich mit dem Politiker solidarisieren, darunter auch der Verleger und Diplomat Fritz Molden. Molden war in der Zeit des Zweiten Weltkriegs als antifaschistischer Widerstandskämpfer aktiv und hat in der Zweiten Republik große Verdienste um den freien Zeitungsjournalismus errungen. Er ist von Waldheims Unschuld überzeugt, begibt sich mit seinem Diplomatenpass auf eine Art Rehablitationsreise um die Welt und versucht, Waldheims guten Ruf wieder herzustellen. Die gespaltenen Meinungen zur Causa offenbaren letztlich auch einen Generationskonflikt zwischen der Kriegsgeneration und dem jüngeren Österreich.

Episode acht der vierten Staffel von „Österreich – die ganze Geschichte“ arbeitet den Fall Waldheim und seine weitreichenden Folgen in aller Uneindeutigkeit und Komplexität auf. Zentrale Figuren sind der Widerstandskämpfer Fritz Molden und der Mann, der den Stein ins Rollen gebracht hat: Journalist Hubertus Czernin.

Regie

Thomas Grusch

Drehbuch

Burkhard Stanzer