Karpfen im Schinkenmantel

Für viele Österreicher ist es eine Tradition: Zu Weihnachten kommt ein Karpfen auf den Tisch. In unserem heutigen Rezept wird er eingewickelt in einen Schinkenmantel. Ein schmackhaftes und kalorienarmes Gericht für die ganze Familie.

Seit über einem Monat schwimmen die Karpfen aus dem Teich in einem sauberen Auffangbecken. Das ist wichtig, denn im klaren Wasser verliert der Karpfen seinen erdigen, mosigen Geschmack. Zum Fischen der Karpfen wird das Wasser abgelassen.

Ausschließlich Freiwillige arbeiten in der Teichwirtschaft Sitzenberg-Reidling. Sie bereiten knapp 1.000 Weihnachtskarpfen vor. Die Tiere werden gewaschen, von Schuppen befreit und anschließend zerlegt. Wichtig ist, die Bauchhöhle nicht zu verletzen, so der Obmann der Teichwirtschaft, Johann Karner: „Die Gallenblase würde beim Öffnen der Bauchhöhle das Fleisch so kontaminieren, dass es nicht mehr genießbar wäre. Der Fisch würde ganz bitter schmecken.“

Einfaches, gesundes Menü

Beim Schröpfen wird der Fisch von den Gräten befreit und kann dann gleich zum Kochen weitergegeben werden. Die Karpfenbotschafterin Eveline Karner bereitet das frische Karpfenfielt im Schinkenmantel zu: „Wir schneiden immer drei Limellen herunter. Zum Würzen brauchen wir nichts, weder Salz noch Pfeffer, denn der Rohschinken, den ich hier habe, ist würzig genug. Außer, jemand liebt es sehr salzig, dann kann man einen Hauch verwenden. Es ist aber nicht notwendig“, so Karner. Die Fischstreifen werden einfach mit dem Schinken umwinkelt und für wenige Minuten in eine Pfanne mit heißem Olivenöl gegeben. Die mit Schinken umwickelten Karpfenstreifen sind ein wirkliches Schnellgericht und nach knapp zehn Minuten schon essfertig.

Karpfen im Schinkenmantel

ORF

Die Botschaft der Karpfenbotschafterin

Dem Karpfen wir immer unterstellt, sehr kalorienreich zu sein - stimmt aber nicht, so Karner: „Der Fisch hat viel Omega 3 und Omega 6, wertvolle Vitamine und Spurenelemente, die für unseren Körper sehr wichtig sind, ein festes Muskelfleisch und ein hochwertiges Eiweiß. Das ist alles moderne, leichte Küche“, so die Karpfenbotschafterin.

Dazu passt Blattsalat mit Paprikastreifen, Tomaten und Kräuterdressing. Die Karpfenbotschafterin hat eine wichtige Botschaft: „Meine Aufgabe ist es, den Menschen näher zu bringen, dass Karpfen nicht fett ist. Er hat zwischen 4,6 und 4,8 Prozent Fettgehalt, damit ist er magerer als eine Forelle. Und man hat immer im Hinterkopf, dass der Karpfen einen erdigen, mosigen Beigeschmack hat. Den bekommen wir aber weg, indem wir ihn einige Wochen vorher schon in sauberem Wasser auswässern“, so Karner.