
Universum
Zealandia (2) - Aufstieg aus der Tiefe
Die Landkarte unserer Erde scheint längst vollständig. Ihre Kontinente sind vermessen, selbst die entlegensten Winkel sind erforscht. Und dennoch hält dieser Planet immer wieder Überraschungen bereit. Tief im Südpazifik liegt eine gewaltige Landmasse, die sich fast vollständig unseren Blicken entzieht: Zealandia. Etwa halb so groß wie Europa und zu rund 95 Prozent vom Meer bedeckt, sind nur seine höchsten Erhebungen sichtbar – darunter Neuseeland und Neukaledonien.
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Dass ein Kontinent dieser Größe so lange weitgehend unentdeckt bleiben konnte, scheint kaum vorstellbar. Doch erst nach Jahrzehnten der Forschung verdichteten sich die Hinweise auf das, was unter dem Pazifik verborgen liegt: eine gewaltige Landschaft aus Gebirgen, Tälern und Ebenen. 2017 legte ein internationales Forschungsteam schließlich die wissenschaftlichen Argumente dafür vor, Zealandia als eigenständigen – und somit achten – Kontinent zu betrachten.
Der neue „Universum“-Zweiteiler „Zealandia – Der verschollene Kontinent“ und „Zealandia – Aufstieg aus der Tiefe“ von Lars Pfeiffer erzählt von einer der erstaunlichsten Entdeckungen der jüngeren Erdgeschichte und von einer Natur, die über Jahrmillionen auf diesem beinahe versunkenen Kontinent ihre ganz eigenen Wege genommen hat.
Berge wachsen rasant weiter
Zealandia ist zwar größtenteils versunken, zur Ruhe gekommen ist der Kontinent dennoch nicht. Berge wachsen und Vulkane sind aktiv. Unter dem Pazifik arbeitet Zealandia weiter an seiner eigenen Gestalt. Teil 2, „Zealandia – Aufstieg aus der Tiefe“, zeigt, wie diese Kräfte bis heute Landschaften formen und immer wieder neue Lebensräume erschaffen.
Pinguine im Wald und leuchtende Larven - Zealandias wundersame Tierwelt
Im neuseeländischen Fiordland trifft dichter Regenwald unmittelbar auf das Meer. Hier lebt ein Pinguin zwischen Bäumen: Der Tawaki brütet unter Wurzeln und umgestürzten Stämmen und pendelt zwischen Wald und Ozean. Forschende untersuchen, wie sich Veränderungen im Meer auf den seltenen Dickschnabelpinguin auswirken.
Unter den grünen Hügeln von Waitomo führt die Reise tief hinein in eine andere Welt. In feuchten Höhlen locken die Larven endemischer Langhornmücken mittels Biolumineszenz ihre Beute an. Im Kalkstein finden sich zugleich Spuren einer Vergangenheit, in der auch diese Landschaft noch unter dem Meer lag.
Vor Neukaledonien gibt Zealandia ein weiteres Rätsel auf. Buckelwale kehren Jahr für Jahr zu den Gipfeln versunkener Berge zurück. Meeresbiologin Solène Derville und ihr Team wollen herausfinden, was die Tiere immer wieder dorthin zieht. Auf Grande Terre wiederum haben nährstoffarme, metallreiche Böden eine bizarre Pflanzenwelt hervorgebracht; darunter fleischfressende Arten, die sich auf ungewöhnliche Weise mit Nährstoffen versorgen. Und Zealandia wächst weiter. Wo die Pazifische und die Australische Platte aufeinandertreffen, heben sich die Südlichen Alpen Neuseelands noch heute. Hier lebt der Kea, der einzige alpine Papagei der Erde.
„Zealandia“ entstand als Koproduktion von ORF, ZDF, ZDF/arte, NHK, Vision Airways und Nature Films in Zusammenarbeit mit ORF-Enterprise und dokumentiert mit eindrucksvollen Naturaufnahmen, aufwendigen Animationen und spannenden Einblicken in die Forschung eine außergewöhnliche Reise zum achten Kontinent unseres Planeten.
