Arabische Gäste stehen am Ufer am Zeller See.
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Zell am See 2024 – „Selamsi“ nennen es arabische Gäste. Die Landschaft erinnere sie an die Paradiesbeschreibung im Koran. Vor 15 Jahren begann der Boom durch Gäste aus den Golfstaaten.

Am Schauplatz

Die Araber bleiben daheim

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Wenn Weltpolitik in der österreichischen Provinz für eine neue Realität sorgt.

Vor zwei Jahren berichtete „Am Schauplatz“ aus Zell am See, einer Tourismusregion, die sich in den Sommermonaten stark auf Gäste aus den Golfstaaten ausgerichtet hat. Arabische Supermärkte, Halal-Restaurants und mehrsprachige Beschilderungen prägen seither das Ortsbild. Während die einen diese Entwicklung kritisch sehen, verweisen andere auf ihre wirtschaftliche Bedeutung: „Diese Gäste sichern unsere Arbeitsplätze.“

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Zell am See 2024 – „Selamsi“ nennen es arabische Gäste. Die Landschaft erinnere sie an die Paradiesbeschreibung im Koran. Vor 15 Jahren begann der Boom durch Gäste aus den Golfstaaten. Ein Ausflug auf den Gletscher des Kitzsteinhorns ist das beliebteste Ausflugsziel für Gäste aus den Golfstaaten.

Zwei Jahre später hat sich die Lage verändert. Der Konflikt im Nahen Osten, eingeschränkte Flugverbindungen, deutlich gestiegene Flugpreise und die allgemeine Teuerung setzen der Sommersaison zu. Bereits im Mai kam es zu zahlreichen Stornierungen. Hotels, Restaurants, Geschäfte und Freizeitanbieter fragen sich: Kommen die zahlungskräftigen Gäste heuer überhaupt noch?

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Das Team von „Am Schauplatz“ begleitete 2024 eine Polizeikontrolle zur Überprüfung des Vermummungsverbots.

„Am Schauplatz“-Reporterin Julia Kovarik kehrt nach Zell am See zurück und trifft jene Menschen wieder, die sie bereits 2024 begleitet hat. Am Kitzsteinhorn stehen erneut Hunderte warme Leihschuhe für arabische Urlaubsgäste bereit – doch ob sie heuer zum Einsatz kommen, ist ungewiss. Taxifahrer, Hoteliers, Gastronomen und Händler blicken mit Sorge auf die Hochsaison. Manche fürchten um ihre wirtschaftliche Existenz, andere sehen in der Entwicklung auch eine Chance. „Vielleicht verlieren wir endlich den Ruf, dass zu uns nur noch Araber kommen“, sagt Anni, die eine kleine Pension betreibt.

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Barbara (links) betreibt einen Bootsverleih und Anni (rechts) hat eine kleine Pension in Zell am See. Dieses Jahr sei das Publikum viel gemischter als die Jahre davor, erzählen sie. „Endlich werden wir das Klischee los, das an uns pickt“, sagt Anni.

Sind die Gäste aus den Golfstaaten in diesem Sommer tatsächlich ausgeblieben? Welche Folgen hat das für eine Region, die sich in den vergangenen Jahren stark auf diese Zielgruppe verlassen hat? Und gelingt es Zell am See und Kaprun, sich touristisch breiter aufzustellen? „Am Schauplatz“ begleitet eine Tourismusregion zwischen wirtschaftlicher Abhängigkeit, Existenzsorgen und der Suche nach einer neuen Balance.