Stanislav Miklic, Verkaufsleiter für Luxusbunker, blickt durch eine Öffnung in einen hellen technischen Raum mit Lüftungs- und Messgeräten an der Wand
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Stanislav Miklic, Verkaufsleiter: Verkauft Luxusbunker nach Österreich.

Am Schauplatz

Bunkerstimmung

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Eine Reportage über Angst, Vorsorge und das Leben im Schatten möglicher Krisen.

Menschen, die Konserven stapeln, Trinkwasser horten oder sich im Keller auf Blackout und Atomkrieg vorbereiten, wurden lange belächelt. Doch seit Krieg wieder nach Europa zurückgekehrt ist, Energiekrisen zunehmen und politische Unsicherheiten wachsen, erscheinen manche dieser Ängste plötzlich weniger abwegig.

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Herr Patrick. ein Verwaltungsbeamter Bereitet sich daheim für schwere Krisen vor.

Herr Patrick aus Vorarlberg bereitet sich seit mittlerweile 15 Jahren auf den Ernstfall vor. In seiner Wohnung lagern Wasservorräte, ein Fluchtrucksack und stets griffbereit auch eine Pistole. Im Keller befindet sich ein strahlensicherer Bunker. Der Verwaltungsbeamte ist überzeugt: Ein länger andauernder Blackout würde die Gesellschaft rasch an ihre Grenzen bringen.

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Herr Werner, Pensionist: Bunker für den Ernstfall.

Auch Herr Werner, ein pensionierter Straßenbahner aus Wien, vertraut seit seiner Jugend weder Staat noch Politik. Seine Gemeindewohnung hat er längst aufgegeben und ist in ein „sicheres Bergdorf“ gezogen. Jahrelang mietete er sogar einen ehemaligen Bundesheerbunker – für den Fall, dass die Weltlage endgültig kippt.

Andere setzen weniger auf Waffen oder Rückzug als auf Selbstversorgung. Die pensionierte Volksschullehrerin Frau Ulrike hat hunderte Einkochgläser eingelagert und könnte ihre Familie im Krisenfall wohl monatelang versorgen. Zwischen Vorratsregalen und Katastrophenszenarien entsteht das Bild einer Stimmung, die irgendwo zwischen vernünftiger Vorsorge, tiefem Misstrauen und tragikomischer Endzeitfantasie pendelt.

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Ulrike L., Pensionistin: Kann sich im Ernstfall über Monate selbst versorgen

„Am Schauplatz“-Reporter Ed Moschitz begegnet Menschen, die sich auf Blackout, Krieg oder Klimakatastrophen vorbereiten. Er blickt in verlassene Bunkeranlagen des Bundesheeres, begleitet einen Schweizer Bunkerfachmann und besucht in Slowenien einen Luxusbunker, in dem ein 14-tägiger Aufenthalt im Ernstfall mehr als 1,2 Millionen Euro kostet.

Denn, obwohl die Angst vor Krisen wächst, wäre Österreich auf den Ernstfall derzeit nur begrenzt vorbereitet: Lediglich rund drei Prozent der Bevölkerung hätten Zugang zu einem sicheren Schutzraum. Anders die Schweiz, die massiv in die Modernisierung ihrer Schutzanlagen investiert und für jeden Bürger einen Platz im Schutzraum vorsieht.

Eine Reportage über Angst, Vorsorge und die Frage, wie sicher wir uns in unsicheren Zeiten noch fühlen können.