Orientierung

Menschenkette für Solidarität: „Hand in Hand“ für Menschlichkeit

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„Hand in Hand“ für Menschlichkeit | Gedenken 9/11 | „Beyond Divine“: Jenseits der Göttlichkeit | Jom Kippur: Versöhnungstag in Israel

Menschenkette für Solidarität: „Hand in Hand“ für Menschlichkeit

Eine Menschenkette als Zeichen für mehr Menschlichkeit: Quer durch Deutschland, Österreich und Italien haben sich am 18. September – rund eine Woche vor dem kirchlichen „Weltflüchtlingstag“ am 26. September – an zahlreichen Orten Menschen an den Händen gefasst, manchmal waren auch Pullis und Jacken dabei, und Menschenketten gebildet.

Auf das Sterben im Mittelmeer und Menschenrechtsverletzungen will man aufmerksam machen. In Schladming hat sich dafür eine ganze Reihe an Organisationen zusammengetan: evangelische und katholische Pfarrgemeinden, Amnesty International und auch das Netzwerk Menschenrechte.

Video-Grußbotschaften, unter anderem von André Heller, dem Tiroler Diözesanbischof Hermann Glettler sowie dem evangelischen Bischof Michael Chalupka, wurden beim Rahmenprogramm auf dem Schladminger Hauptplatz gezeigt. Anwesend waren auch ehemalige Asylsuchende wie Hossein Khavary aus Afghanistan. Khavary sollte aus Österreich abgeschoben zu werden. Doch wohl nicht zuletzt auch durch den Einsatz und den Protest von vielen Schladmingerinnen und Schladmingern hat er Bleiberecht in Österreich erhalten.

Im aktuellen „Orientierung“-Interview erzählt er, dass er nun seine Lehre im Diakonissen-Krankenhaus in Schladming und auch die Matura bald abschließen wird.

Bericht: Marcus Marschalek, Mitarbeit: Lorenz Brunner; Länge: 7 Minuten

Gedenken 9/11: Betroffene gegen Gewalt

Der Terror des 11. September 2001 hat eine Kette von Gewalt und Vergeltung in Gang gesetzt. Aber nicht alle waren mit wehenden Fahnen dabei, als Präsident George W. Bush seinen „Kampf gegen den Terror“ verkündete.

Die „September Eleventh Families for Peaceful Tomorrows“ (9/11-Familien für ein friedliches Morgen) wurde von trauernden Angehörigen gegründet und wandte sich von Anfang an gegen Krieg und Bomben in Afghanistan und im Irak. Rais Bhuyian, ein aus Bangladesch stammender Student, wurde wenige Tage nach 9/11 in Dallas von einem rechtsextremen Attentäter angeschossen und schwer verletzt. Das Motiv: Rache an Muslimen für 9/11.

Rais Bhuyian überlebte und gründete eine Organisation namens „World Without Hate“, „Eine Welt ohne Hass“. Die Orientierung traf die „Peaceful-Tomorrows“-Aktivistin Terry Rockefeller in Boston und Rais Bhuyian in Dallas.

Bericht: Christian Rathner, Länge: 10 Minuten

„Beyond Divine“: Jenseits der Göttlichkeit

„In meiner Kindheit war ich umgeben von Ikonen. Und das, obwohl ich in einem Land groß geworden bin, in dem es keine offizielle Religion gab. Auch in meiner Familie hatten wir alte Ikonen aus dem 19. Jahrhundert – die Ikonen meiner Urgroßmutter. Und die waren für mich immer sehr präsent.

Ich hatte als Kind das Gefühl, von ihnen beobachtet zu werden“, sagt Vera Klimentyeva. Seit Jahren beschäftigt sich die 1988 in Moskau geborene Künstlerin mit der Ikonenmalerei, mit deren Geschichte und den unterschiedlichen Schulen dieser Kunst.

Die Tradition der Ikonenmalerei ist eine lange und durchaus vielschichtige. Besonders in der Ostkirche werden Ikonen als Einblicke in eine transzendente Wirklichkeit gelesen und definieren sich durch eine bestimmte Verwendung von Perspektive, Kolorit und Bildkomposition. – Dem Göttlichen Ausdruck zu verleihen, das Nicht-Fassbare zu transportieren – das ist es, was Vera Klimentyeva fasziniert.

„Beyond Divine – Jenseits der Göttlichkeit“ heißt deshalb auch ihre aktuelle Ausstellung, in der sie Traditionen der klassischen Ikonenmalerei mit einem zeitgenössischen, ästhetischen Ansatz kombiniert. Ihr achtteiliger Ikonenzyklus besticht durch Reduktion.

Figurative Komponenten ersetzt sie durch einige wenige charakteristische Attribute von Heiligen. „Für mich war dabei interessant, zu erfahren: Wie sehr kann ich eine Ikone auf ihren Kern reduzieren, sodass sie dennoch als Ikone wahrgenommen wird?“ beschreibt Vera Klimentyeva ihren Ansatz. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis 10. Oktober in der Peterskirche in Wien.

Bericht: Karoline Thaler, Länge: 6 Minuten

Jom Kippur: Versöhnungstag in Israel

Für die einen ist es ein strenger Ruhe- und Fastentag, für die anderen ein idealer Tag, um Radtouren und ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen: Israel hat vergangene Woche Jom Kippur begangen, den höchsten Feiertag im Judentum.

Der Versöhnungstag, seit biblischen Zeiten, ist ein Buß- und Fasttag – zu Beginn des jüdischen Jahres, zehn Tage nach dem jüdischen Neujahr Rosh Hashana. Für weniger religiöse Jüdinnen und Juden und nichtjüdische Israelis ist es vor allem auch der einzige wirklich autofreie Tag im „Stauland“ Israel.

Für religiöse Juden geht es um die Sünden des vergangenen Jahres und deren Vergebung zu Beginn des neuen Jahres. Wie dieser Tag gefeiert wird und welche Rolle dabei Hühner spielen, das hat für die „Orientierung“ unser ORF-Büro in Tel Aviv recherchiert.

Bericht: Tim Cupal, Länge: 4 Minuten

Moderation

Sandra Szabo

Redaktion

Norbert Steidl