Zurück zur Natur
Wenigzell
In der Oststeiermark - eingebettet zwischen sanften Hügeln und saftigen Wiesen des Jogllandes - liegt der kleine Ort Wenigzell. Er ist ein beliebter Wallfahrtsort und ein Naturjuwel. Auf über 800 m Seehöhe gedeiht hier der Sanddorn - auch „Zitrone des Nordens“ genannt. Familie Kroisleitner war eine der ersten, die die kratzbürstige Pflanze in Österreich kultivierte. Weberin Helga Holzer verarbeitet Schafwolle auf einer mehr als 100 Jahre alten Maschine zu Garn. Und Maggie Entenfellner begleitet heute Familie Ochabauer bei der Arbeit mit ihren besonderen Schafen, der Shropshire-Rasse.
Tanja und Gabriel Kroisleitner – Bio-Sanddorn-Bauern
Sommersgut 55
8254 Wenigzell
Tel. 0660 5270488
Tanja und Gabriel Kroisleitner wollten 2013 den Bauernhof der Eltern nicht mit den alten bäuerlichen Erwerbszweigen weiterführen, sondern suchten nach einer anderen Herausforderung. Tanja war damals schwanger, sie suchte nach einem natürlichen Mittel, ihr Immunsystem zu stärken. Sie fand es in der gelben Beere - und seither ist die Sanddorn-Pflanze Tanjas Wegbegleiter. Auf 850 m Seehöhe hat das Ehepaar Kroisleitner seine ersten Versuche gestartet, Sanddorn anzupflanzen. Die aus Nepal stammende Frucht ist eine Vitaminbombe, und es hat sich gezeigt, dass die Pflanze äußerst robust ist und perfekt auch in rauerem Klima wachsen kann. Die leuchtend orangefarbenen Beeren sind reich an wertvollen Inhaltsstoffen und bilden die Grundlage für Öle, Nahrungsergänzungsmittel und Naturkosmetik. Sanddorn ist ein wahres Superfood. Die Beeren der Pflanze, die im Herbst geerntet werden, sind eine Vitamin-C Bombe, stärken das Immunsystem und hemmen Entzündungen. Aber auch die Blätter, die mühsam händisch zwischen Dornen-Stängeln geerntet werden müssen, werden zu Tee verarbeitet. Dieser wird oft bei Detox Behandlungen eingesetzt, weil die Blätter eine sehr entgiftende Wirkung haben. Nicht nur die Beeren und Blätter des Sanddorns werden verarbeitet, auch aus den Kernen wird ein hochwertiges Öl gepresst, das viel Omega 3 Fettsäuren enthält.
Helga Holzer – Weberin
Sommersgut 30
8254Sommersgut
0664 5683974
Helga Holzer bewahrt das alte Handwerk des Webens vor dem Aussterben. Die Webstühle in der Werkstatt stammen noch von ihrem Großvater. Er ist damals in den Wintermonaten von Hof zu Hof gewandert, um sich mit der Weberei ein Zubrot zu verdienen. Als Teenager wollte Helga überhaupt nichts wissen von der Weberei. Erst mit 18 Jahren, als ihr Großvater die alten Webstühle verkaufen wollte, begann sie sich für das Handwerk zu interessieren. Und zum Glück war ihr Großvater ein guter Lehrmeister. Helga verarbeitet am liebsten Schafwolle. Sie bekommt den Rohstoff gewaschen, jedoch muss sie diese zuerst kardieren und kämmen, damit sie die Wolle weiterverarbeiten kann. Das passiert auf einer alten Maschine, die sie von einem pensionierten Weber gekauft hat. Auch die Längsfäden werden händisch aufgespannt, damit sie später beim Webvorgang die richtige Spannung und Reihenfolgen haben. Eine mühsame Arbeit, doch Helga geht jeden Tag noch immer gerne für viele Stunden in ihre Weberei.
Daniela und Wolfgang Ochabauer - BioSchafzüchter
Pittermann 31
8254 Wenigzell
www.christbaumschaf.at
Tel. 0664 1119645
Der Betrieb der Familie Ochabauer liegt eingebettet in den sanften Hügeln rund um Wenigzell in der Oststeiermark. Wolfgang Ochabauerund seine Frau betreiben eine Schafzucht mit Shropshire-Schafen. Es gibt weltweit rund 800 Schaf-Rassen, aber nur die „Shropshire“Schafe können als lebendiger Rasenmäher in Christbaum-Kulturen eingesetzt werden. Sie halten das Gras kurz, reduzieren den Einsatz von Maschinen und tragen gleichzeitig zur Düngung des Bodens bei. So entsteht ein Gleichgewicht, das sowohl den Pflanzen als auch den Tieren zugutekommt. Nicht nur bei den Christbaum-Kulturen, auch in den steilen Weinhängen der Südsteiermark werden diese Schafe gern eingesetzt. Jetzt im Frühjahr werden die Schafe geschoren - Wolfgang Ochabauer legt bei der Schur der Schafe selbst Hand an. Seine Frau Daniela verarbeitet die Wolle weiter - sie schwört auf die enorme Dünge-Wirkung der Schafwolle. Sie verwendet die ungewaschene Wolle in ihren Hochbeeten als Langzeitdünger. Schafwolle enthält u.a. Stickstoff, Kalium, Schwefel und ist ein natürlicher Wasserspeicher.