Universum

Hudson River - Der Fluss zwischen Wildnis und Skyline

Werbung

Der Hudson River. Was wäre die Skyline von Manhattan ohne ihn?

Spätestens seit hier eine Passagiermaschine der US Airways im Jänner 2009 notgelandet ist und Hollywood diesem Ereignis einige Jahre später ein filmisches Denkmal gesetzt hat, zählt er zu den berühmtesten Flüssen der Welt. Doch der Hudson River ist viel mehr als die Kulisse einer Megacity. Er ist auch wild und naturbelassen, vielfältiger Lebensraum für eine spektakuläre Tier- und Pflanzenwelt. Ein neues „Universum“ (Regie: John Dutton) begibt sich nun erstmals auf filmische Entdeckungsreise und folgt dem Hudson River von der Quelle bis zur Mündung, von der Wildnis bis zur Skyline.

 

ORF/SKYLAND Productions

Eine der berühmtesten Wasserstraßen Nordamerikas entspringt als dünnes Rinnsal 500 Kilometer nördlich von New York City am Mount Marcy, dem höchsten Berg des Bundesstaats New York. Ein kleiner See gilt als der Ursprung des Hudson, er trägt den zauberhaften Namen „Lake Tear of the Clouds“. Und märchenhaft auch ist die Landschaft, die sich an den Ufern des noch jungen Hudson ausbreitet: Die scheinbar endlosen Nadelwälder der Adirondack-Berge mit wilden Gebirgsbächen, tosenden Wasserfällen und zahlreichen Seen. Viele von ihnen hat der Biber geschaffen, Lebensraum für sich und andere Tiere. Wasservögel, Elche und sogar Schwarzbären profitieren von den Anstrengungen des tierischen Baumeisters.

 

„Ein Jahr lang haben wir sie an den Ufern des Hudson beobachtet, ebenso wie Füchse, Coyoten und andere Tiere. Wir sind dem Weißkopfseeadler gefolgt, wenn er im entbehrungsreichen Winter eisfreies Wasser gesucht hat und südwärts geflogen ist, um dort zu fischen und dann in unmittelbarer Nachbarschaft zum Menschen seine Jungen großzuziehen“, erzählt ein begeisterter Regisseur John Dutton. „Wir zeigen die unglaublichen Flugmanöver des Adlers beim Balzflug und den Wanderfalken beim Beuteflug. Die Superzeitlupe hält fest, wie der schnellste Jäger der Welt seine Beute in der Luft schlägt.“

 

ORF/SKYLAND Productions

Das Kamerateam ist dem Hudson mit seinen tierischen Anwohnern flussabwärts gefolgt, auf seiner stetigen Reise vom Hochgebirge Richtung New York und Atlantik. Dabei zeigen sich die Wildtiere in ihrer natürlichen Lebenswelt, die an vielen Orten eng mit der Welt der Menschen verzahnt ist. Denn als einer der ersten Verkehrswege der europäischen Siedler ist der Hudson über weite Strecken stark vom Menschen geprägt. Doch anders als viele europäische Flüsse ist der Hudson nicht reguliert. Er fließt in einer Rinne, die eiszeitliche Gletscher ins Gestein geschliffen haben. Bauwerke und Landwirtschaft sind an vielen Stellen bis an die Ufer des Hudson herangerückt. Ohne Rücksicht auf Natur oder Landschaftsbild haben schon zur Mitte des 19. Jahrhunderts schnurgerade Bahndämme große Buchten des Flusses abgeschnitten. Ganz unbeabsichtigt von den Erbauern hat sich in diesen riesigen Becken über die Jahrzehnte ein Naturparadies aus Menschenhand entwickelt. Als beeindruckendes Beispiel gelten die Sümpfe von Tivoly Bays: Sie sind Kinderstube für zahllose Fische, Schutz der Küsten vor Erosion und Hochwasser, Senken für Kohlendioxid und riesige Mengen an Nährstoffen, die von den Feldern in den Fluss gespült werden.

 

Nur von seiner Quelle in den Adirondacks hinab fließt der Hudson rund 250 Kilometer frei. Dann aber ein Einschnitt mit weitreichenden Folgen. Bei der Kleinstadt Troy, nahe Albany, der Hauptstadt des Staates New York, verändert ein Damm den Charakter des Flusses. Unterhalb des Dammes wird der Hudson zum Ästuar, zu einem Fluss, der von den Gezeiten des Meeres beeinflusst ist. Die Pegelschwankungen des Atlantiks bei Ebbe und Flut reichen 240 Kilometer flussaufwärts bis zu diesem Damm von Troy. Zweimal pro Tag steigt und fällt der Wasserspiegel um rund 1,7 Meter. Die amerikanischen Ureinwohner nannten den Hudson daher Mahicantuck „Fluss, der in zwei Richtungen fließt“. Und Troy markiert noch mehr Besonderheiten: Hier mündet der Mohawk, sein größter Nebenfluss, in den Hudson. Beeindruckende Kameraflüge zeigen die Cohoe-Fälle nur eine Flussbiegung vom Hudson entfernt. Genau dazwischen hat sich vor Urzeiten eine besondere Pflanzengemeinschaft etabliert und bis in die Gegenwart erhalten: Kiefernbuschwälder. Allerdings braucht dieses Biotop heute die Unterstützung des Menschen, denn nur periodische Waldbrände halten die Wälder am Leben. Eigene Einheiten von Fire Fighters haben die Rolle der Blitze übernommen und legen regelmäßig kontrollierte Buschfeuer. Damit schaffen sie auch den Lebensraum für das Karner-Blau, einen der seltensten Schmetterlinge überhaupt.

 

ORF/SKYLAND Productions

Am Ende der einjährigen Reise nähert sich das „Universum“-Filmteam New York aus der einzigartigen Perspektive des Flusses. Im letzten Bild zieht der mächtige Hudson vorbei an der Südspitze von Manhattan. An der sogenannten Battery vermischen sich seine Wassermassen mit denen des Atlantiks.

 

Roman Landauer (Skyland Productions) und Matthias Ninaus (RANFILM), die Produzenten dieser „Universum“-Produktion, sind „stolz, dass wir diesem weltberühmten Fluss ein filmisches Denkmal setzen durften. Zum Einsatz gebracht wurde die modernste Kameratechnik. Highspeed-Kameras, Drohnen und Unterwasserkameras ermöglichen einzigartige Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt entlang des Hudson River“.

 

Ein Fluss, der auch für John Dutton seit seiner Kindheit eine große Rolle spielt. Der Amerikaner mit österreichischen Wurzeln mütterlicherseits erinnert sich: „Ein Großonkel aus dem Burgenland war 1938 nach New York emigriert. Die Freiheitsstatue, der Hudson River, auch für ihn waren das die ersten Eindrücke auf seinem Weg in eine neue Freiheit. Wir haben ihn später oft in New York besucht, und er hat uns davon erzählt.“

 

„Hudson River – Der Fluss zwischen Wildnis und Skyline“ entstand als Koproduktion von Skyland Productions, RanFilm, ORF und Smithonian Channel in Zusammenarbeit mit ARTE und ORF-Enterprise.

 

Regie

John Dutton