
Universum
Hermann Maier - Meine Heimat - Das Thayatal
Was jahrzehntelang durch den Eisernen Vorhang getrennt war, ist heute eine der ursprünglichsten Wildnis-Landschaften Mitteleuropas – ein Ort, an dem die Natur wieder ihren eigenen Gesetzen folgen darf.
Skistar auf Expedition
Gemeinsam mit Hermann Maier begibt sich Universum-Regisseurin Andrea Albrecht für die Folge „Hermann Maier: Meine Heimat – Das Thayatal“ auf eine Entdeckungsreise durch diese außergewöhnliche Landschaft. Statt hoher Gipfel und weiter Almen erlebt der ehemalige Skistar eine Heimat voller verborgener Wunder: stille Wälder, glasklare Bäche, schroffe Felsen und Tiere, die sich nur dem zeigen, der Geduld mitbringt.
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„Man spürt auf Schritt und Tritt, wie unberührt die Natur hier eigentlich ist, und dass diese Region vor gar nicht langer Zeit einmal absolute Sperrzone war. Das ist ein sehr großer Unterschied zu vielen anderen Gegenden in Österreich - und macht das Thayatal so besonders“, erzählt Hermann Maier.
Der Film folgt dem Lauf der Thaya, die seit Millionen Jahren die Landschaft formt. Tiefe Mäander, freigelegte Felsen und klare Bäche haben Lebensräume geschaffen, die heute zu den artenreichsten Österreichs zählen. Unter Wasser verwandelt der flutende Hahnenfuß die Strömung in eine grüne Wiese. Im Kajabach lebt der seltene Edelkrebs, während die stark gefährdete Würfelnatter nahezu schwerelos durch das klare Wasser gleitet.
Ein besonderes Privileg führt Hermann Maier auf die Thaya selbst: Nur einmal im Jahr dürfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Nationalparks im Rahmen einer gemeinsamen Neophyten-Aktion den Fluss mit Booten befahren. Hermann hilft mit, invasive Pflanzen aus den Uferbereichen zu entfernen – und erlebt dabei, wie eng Naturschutz und praktische Arbeit miteinander verbunden sind.
„Für mich war diese Universum-Expedition ins Thayatal einmal mehr ein Riesenerlebnis. Dieses Privileg mit Rangern und Wissenschaftlerinnen im Park unterwegs zu sein, hat ja auch nicht jeder. Und die Gespräche, die ich da führen durfte, werden den Film auch ganz besonders interessant und spannend machen“, schwärmt Maier von den Dreharbeiten.
Grenzen überschreitende Natur
Das Herzstück dieser Wildnis ist der Wald. Totholz wird zur Grundlage neuen Lebens, Spechte zimmern Höhlen in alte Bäume, Insekten und Pilze zersetzen abgestorbenes Holz. Über den Baumwipfeln zieht der Seeadler seine Kreise und hat hier nach Jahrzehnten erstmals wieder erfolgreich gebrütet. Der Schwarzstorch findet in den alten Wäldern einen seiner letzten ungestörten Brutplätze Österreichs.

Auch die Felsen erzählen Geschichten. Smaragdeidechsen sonnen sich auf warmem Gneis, Feuersalamander nutzen kühle Schluchten als Kinderstube, und in den Mauern der Burg Kaja klettert die Äskulapnatter über jahrhundertealtes Gemäuer. Tief in den Eisleiten strömt selbst im Hochsommer eiskalte Luft aus verborgenen Höhlen. Das einzigartige Mikroklima schafft Lebensräume für Pflanzen und Tiere, die sonst weit im Norden Europas vorkommen.
Nach Sonnenuntergang beginnt eine weitere verborgene Welt. Seit Jahrzehnten erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Fledermäuse dieser Grenzregion. Kaum ein anderes Gebiet Mitteleuropas beherbergt auf so engem Raum eine vergleichbare Vielfalt an Fledermausarten. Auch die Wildkatze kehrt langsam in die Wälder des Nationalparks Thayatal zurück. Mit Lockstöcken, Fotofallen und genetischen Analysen gelingt ihr Nachweis. Die scheue Jägerin wird zum Symbol einer Landschaft, in der Wildnis wieder Platz findet.

Für Regisseurin Andrea Albrecht ist das Thayatal eine Landschaft der leisen Entdeckungen: „Mich hat fasziniert, wie eng hier alles miteinander verbunden ist: der Fluss, der Wald, die Felsen und die Tiere. Das Thayatal erzählt keine laute Geschichte. Es zeigt, dass die größte Kraft der Natur dort entsteht, wo man ihr Zeit, Raum und Freiheit lässt.“
Auch Produzent Matthias Ninaus hebt die besondere Zusammenarbeit der beiden Nationalparks hervor: „Mich fasziniert am Thayatal, dass Natur- und Artenschutz hier nicht an einer Staatsgrenze enden. Die Zusammenarbeit zwischen den Nationalparks Thayatal und Podyjí zeigt, wie viel entstehen kann, wenn zwei Länder gemeinsam Verantwortung für einen Lebensraum übernehmen.“
Und Universum-Chef Gernot Lercher freut sich, dass er Hermann Maier einmal mehr für Österreichs Naturfilm-Format Nummer 1 gewinnen konnte: „Hermann ist nicht nur ein großer Sympathieträger. Man spürt bei ihm wie gern er in der Natur unterwegs ist, und mit welch großer Neugierde er sich auf Spurensuche in den letzten Wildnisgebieten Österreich bewegt. Das macht ihn für Universum einfach zum perfekten „Expedtionsleiter“!
Die Universum-Dokumentation führt durch eine grenzüberschreitende Wildnis, in der historische Trennlinien verschwimmen und eine gemeinsame Zukunft sichtbar wird. Die Nationalparks Thayatal und Podyjí stehen beispielhaft für ein Europa, in dem Natur keine Grenzen kennt – und in dem Zusammenarbeit neuen Lebensraum entstehen lässt.