Ein Regenbogen über dem Derryclare Lough, einem Süßwassersee in Connemara.
ORF/Crossing the Line Productions/Felix Sproll
Derryclare Lough ist ein See in Connemara, der von Bergen und Torfmooren umgeben ist

Universum

Connemara - Irlands wilde Schönheit

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Kristallklares Wasser, Blau in allen Schattierungen. Unerwartet ziehen dunkle Schatten ins Bild. Riesenhaie, aufgetaucht aus den Tiefen des Atlantiks.

Bis zu zehn Meter lang und mehrere Tonnen schwer, gleiten die zweitgrößten Fische der Erde lautlos an Irlands Westküste entlang. Es ist Frühling auf der Insel.

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Die neue Universum-Produktion „Connemara – Irlands wilde Schönheit“ führt in eine der entlegensten Landschaften Europas. Wind, Regen und der Atlantik haben hier eine raue Welt geschaffen, in der Natur und menschliches Leben seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden sind. Oscar Wilde nannte Connemara eine „wilde, grausame Schönheit“. Übersetzt bedeutet Connemara „Stamm des Meeres“, was die besondere Beziehung dieser Region zum Ozean untermalt.

Schroffe Schönheit

Über den weiten Ebenen spannt sich ein Himmel, der bis zum Horizont reicht. Dazwischen liegen dunkle Berge, offene Moore, schmale Flüsse und zahllose Inseln. Auf den ersten Blick wirkt das Land leer.

Ein Fischotter inmitten von Algen.
ORF/Crossing the Line Productions/istockphoto/Alan Gannet
Fischotter sind durch ihr außergewöhnlich dichtes Fell gut vor Kälte geschützt. Trotzdem verlieren sie im eisigen Atlantik viel Energie und brauchen ständig Nahrung.

Doch im Lauf der Jahreszeiten wird sichtbar, wie vielfältig das Leben in dieser kargen Weite ist. Vermeintliche Geister beziehen verlassene Klosterzellen, Fischotter finden im Killary Harbour eine letzte Hochburg, und Kühe müssen schwimmen, um die vorgelagerten Inseln zu erreichen. Dort werden sie zu den „Gärtnern der Machair“ und halten die offenen, artenreichen Küstenwiesen in Form. Für den Kiebitz, Irlands Nationalvogel, ist dieser seltene Lebensraum eines der letzten Rückzugsgebiete Europas.

Im Takt von Wind und Wasser

Im Landesinneren erstrecken sich die jahrtausendealten Deckenmoore, Connemaras eigentlicher Naturschatz. Kalt, nass und nährstoffarm, ziehen sie sich über große Teile des Landes und gehören zu den ältesten lebenden Landschaften Europas. Sie speichern enorme Mengen Kohlenstoff und bewahren eine Abgeschiedenheit, die einst auch Ludwig Wittgenstein suchte. Für ihn war Connemara eines der letzten Refugien der Dunkelheit in Europa.

Die Sterne der Milchstraße leuchten über Pine Island am Derryclare Lough in Connemara.
ORF/Crossing the Line Productions/Felix Sproll
Weil er abseits großer Städte liegt, gibt es am Derryclare Lough ausgezeichnete Bedingungen, um den Sternenhimmel zu beobachten

Dem vielfach ausgezeichneten irischen Naturfilmer John Murray und seinem Team gelingen eindrucksvolle Aufnahmen über und unter Wasser. Sie machen eine Region sichtbar, deren scheinbare Leere einen außergewöhnlichen Reichtum verbirgt.

Drei Rothirsche auf einer nebelverhangenen Wiese.
ORF/Crossing the Line Productions/Felix Sproll
Vor fünftausend Jahren brachten steinzeitliche Siedler die ersten Hirsche hierher. Seitdem gehören sie zur Landschaft.

„Connemara – Irlands wilde Schönheit“ erzählt von Tieren, die große Distanzen überwinden, verlorene Lebensräume zurückerobern und sich immer wieder an extreme Bedingungen anpassen. Eine filmische Reise durch eines der letzten wilden Königreiche Europas.