
Universum
Der Superfisch - Wie der Lachs die Welt bewegt
Bären, Adler, Robben und zahlreiche andere Tiere sind von ihm abhängig, und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, wie unersetzlich er für natürliche Lebensräume ist. Der vielfach ausgezeichnete US-amerikanische Filmemacher und Meeresbiologe Rick Rosenthal rückt diese Schlüsselspezies in einer neuen Universum-Produktion in den Fokus. Auf Dreharbeiten rund um die Welt zeigt er den dramatischen Rückgang der Bestände – verursacht durch Überfischung, Zuchtfarmen, Umweltverschmutzung, Klimawandel und verbaute Wanderwege. Die gute Nachricht: Gleichzeitig beweisen viele Lachsarten eine erstaunliche Resilienz.
In der Universum-Dokumentation „Der Superfisch – Wie der Lachs die Welt bewegt“ begleitet Rick Rosenthal verschiedene Lachsarten auf ihrer faszinierenden Reise und erforscht die Ursachen ihres Rückgangs. Dabei wurde er auch positiv überrascht: Denn manche Arten verlassen ihre ursprünglichen Laichgebiete und erschließen neue Lebensräume.
Wichtige Lebensgrundlage
Der Film beginnt mit einem der eindrucksvollsten Naturschauspiele – der Rosalachs-Wanderung an der Küste Alaskas. Braunbären warten jedes Jahr auf dieses Ereignis, das ihre wichtigste Nahrungsquelle sichert.

Auch Rosenthal zeigt sich beeindruckt: „Ich kenne kein Ökosystem, das so lebhaft ist. Und ein Tier steht im Zentrum dieses Zusammenspiels: Der Lachs, ein Wunder der Natur.“
Während der Dreharbeiten konnte der Filmemacher erstmals seltenes Tierverhalten beobachten: Zum Beispiel von Robben, die gezielt einzelne Fische aus Schwärmen isolieren, bis hin zu Buckelwalen, die große Mengen Lachse verschlingen. Besonders eindrücklich schildert er eine Szene: „Als eine Robbe die Lachse verfolgte, sprangen einige panisch aus dem Wasser und landeten auf einem Felsen. Dort wartete bereits ein Nerz. Er riss dem Lachs die Kiemen heraus, trank das Blut, fast wie ein kleiner Vampir. Den Rest des Fischkörpers ließ er liegen.“

Auch aktuelle Forschungsergebnisse fließen in den Film ein: Verwesende Lachse liefern die Grundlage für einen Biofilm, der Zugvögeln als wichtige Nahrungsquelle dient. Millionen Bergstrandläufer haben ihre Routen angepasst, um diese Ressourcen zu nutzen – Rosenthal konnte dokumentieren, wie sie die Mikroorganismen aufnehmen und so Energie für ihre Weiterreise gewinnen.

Die spannende Evolution des Lachses wird ebenfalls erzählt: Ursprünglich gab es nur eine Lachsart, doch Eiszeiten trennten Populationen und führten zur Entwicklung neuer Formen wie Saibling und Forelle. Diese Anpassungsfähigkeit zeigt sich bis heute – etwa bei Königslachsen aus Chile, die den langen Weg rund um Kap Horn angetreten sind, um sich in Patagonien anzusiedeln, wo sie sich mittlerweile prächtig entwickeln und beachtliche Größen erreichen.
Herausforderungen für den Superfisch
Doch viele menschliche Eingriffe schaden den Beständen: Fischfarmen fördern Parasiten, eingeschleppte Arten setzen heimische Populationen unter Druck, und technische Barrieren erschweren die Wanderungen. In Skandinavien müssen Menschen sogar aktiv eingreifen, um bedrohten Arten das Überleben zu sichern.
Rosenthal verbindet eindrucksvolle Bilder mit einem klaren Appell: „Meine Leidenschaft für das, was ich tue, ist ungebrochen. Es ist ein Privileg, Wildtiere beobachten und filmen zu dürfen – um ihre spannenden Geschichten zu erzählen. Das kann hoffentlich ein tieferes Verständnis für den Erhalt unberührter Natur bringen. In diesem Fall geht es um wilden Lachs und seine Bedeutung. Wenn er verschwindet, haben wir wirklich etwas Einzigartiges verloren.“

„Der Superfisch – Wie der Lachs die Welt bewegt“ ist eine Produktion von Wild Logic in Co-Produktion mit dem ORF, NHK und COX Outdoors, in Zusammenarbeit mit ORF-Enterprise.