
Universum
Serbien - Europas verborgenes Naturparadies
Sechs Nationalparks und zahlreiche Schutzgebiete bewahren Lebensräume, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Die Universum-Dokumentation „Serbien – Europas verborgenes Naturparadies“ macht sich auf die Suche nach einer Natur voller spektakulärer Geschichten.
Naturschatz am Balkan
Im Nationalpark Tara hat sich die Drina bis zu 1.000 Meter tief ins Gebirge eingeschnitten. In den uralten Wäldern wächst die serbische Fichte, die nur in dieser Region vorkommt. Und zwischen den Bäumen streift eine Braunbärin auf der Suche nach den letzten energiereichen Happen, bevor sie sich zur Winterruhe zurückzieht.

Noch tiefer führt die Reise in die fast zehn Kilometer lange Lazareva-Höhle im Kučaj-Gebirge. Hufeisennasen überwintern hier in völliger Dunkelheit. Ihr Guano wird zur Lebensgrundlage für Insekten und Würmer – und sogar für eine Tausendfüßer-Art, die ausschließlich in diesem unterirdischen Reich vorkommt.
Hoch über den Schluchten beginnt unterdessen bereits ein neues Leben. Im Spezial-Naturreservat Uvac legen Gänsegeier mitten im Winter ihre Eier. Temperaturen bis minus 39 Grad können ihnen nichts anhaben. Noch Anfang der 1990er Jahre gab es in ganz Serbien nur rund 15 Brutpaare. Heute leben allein in Uvac mehr als 100. Mit fast drei Metern Flügelspannweite gehören sie zu den größten Greifvögeln Europas. Wenn die Kolonie ein totes Tier entdeckt, bleibt von einer ganzen Kuh innerhalb einer Stunde kaum mehr als ein Gerippe.

Mit dem Frühling explodiert Serbiens Natur förmlich vor Leben. In den Gebirgsbächen versammeln sich Tausende Nasen zum Massenlaichen, Ziesel beginnen ihre Balz.

Und kaum größer als eine Walnuss schlüpfen die ersten Sumpfschildkröten. Ihr Ziel ist das Wasser – doch bis dorthin müssen sie eine offene Weide voller Rinder überqueren. Für die Winzlinge wird der erste Ausflug ihres Lebens zu einer lebensgefährlichen Reise.
Im Sommer verwandelt sich die Theiß in eine Bühne für eines der spektakulärsten Insektenschauspiele Europas: Millionen Eintagsfliegen steigen gleichzeitig aus dem Wasser auf. Sie haben nur wenige Stunden zu leben, schwärmen aus, paaren sich, legen ihre Eier ab – und sterben. Ihr kurzes Leben wird zum Festmahl für Fische, Frösche und Vögel.
Lebensräume aus Sand und Salz
Nicht weit von Belgrad liegt die „europäische Sahara“. Zwischen Sanddünen, die vom einstigen Pannonischen Meer stammen, brüten farbenprächtige Bienenfresser. Zur Balz muss das Männchen das Weibchen zunächst mit kleinen Geschenken überzeugen – eine romantische Geste mit ernstem Ziel: die nächste Generation.
Und schließlich führt die Reise ins Naturreservat Slano Kopovo. Der saisonale Salzsee ist ein Magnet für Zugvögel: Zehntausende Tiere aus rund 200 Arten machen hier Rast, tanken Kraft und setzen schließlich ihre Reise in die Winterquartiere fort.
Serbien zeigt sich als überraschend wilde Mitte Europas: ein Land der tiefen Schluchten und weiten Ebenen, der eisigen Felsen und unterirdischen Welten, in dem winzige Überlebenskünstler und mächtige Greifvögel gleichermaßen ihre Heimat finden. In einer Natur, die näher liegt, als man denkt – und dennoch voller Geheimnisse steckt.
„Serbien – Europas verborgenes Naturparadies“ erzählt von einem Europa, das viele noch nicht kennen – und von einer Wildnis, die nur darauf wartet, entdeckt zu werden.
Eine Produktion von Westend Film & TV in Zusammenarbeit mit Smartbird Films, ARTE und ZDF.