
Universum
Surfing Hippos - Der Strand der Dschungeltiere
Scheinbar mühelos gleitet er die Küste entlang und eröffnet den Blick auf einen einzigartigen Lebensraum. Die Universum-Premiere „Surfing Hippos – Der Strand der Dschungeltiere" führt nach Gabun, in den Loango-Nationalpark. Hier, nahe am Äquator, trifft tropischer Regenwald auf den Ozean. Lagune, Sand und Meer greifen ineinander und schaffen ein außergewöhnliches Ökosystem.
Ungewöhnliche Sonnenanbeter
Für die Hippos ist diese Küste Teil ihres Alltags. In den Lagunen verbringen sie den Tag, nachts ziehen sie zur Weide, und am Morgen trägt sie die Brandung zurück in ihre geschützten Wasserbecken. Aber auch Antilopen, Pinselohrschweine und Waldbüffel besuchen den schmalen Saum zwischen Grün und Gischt. Tiere, die man sonst nur tief im Dschungel vermutet, finden sich hier plötzlich am Wasser wieder. Sie kommen wegen der mineralreichen Gräser, der Abkühlung und der salzigen Wellen, die Wunden reinigen können: ein Strand als natürliche Wellnessoase.

Abseits der Brandung erzählt der Wald eigene Geschichten. Dickhäuter schütteln Palmen, bis es Nüsse regnet. Gorillas wahren im Schatten der Bäume ihre Familienordnung. Junge Chamäleons üben auf Elefantenhaufen ihre ersten Zielschüsse, und Webervögel bauen, scheitern und helfen ihrem Glück mit gestohlenen Halmen nach. Hier beginnt die große Wildnis oft mit kleinen Details.
Im Rhythmus des Meeres
Im Zwischenreich von Wald und Ozean, in den Mangrovenwäldern, geben Ebbe und Flut den Takt vor. Zieht sich das Wasser zurück, wird der Boden für wenige Stunden zum Jagdgebiet. Wer zum Jäger wird und wer zur Beute, entscheidet dann vor allem der Wasserstand.
Nachts übernimmt das Meer den Strand. Eine Lederschildkröte taucht aus den Wellen auf und kehrt an jenen Ort zurück, an dem sie einst selbst geschlüpft ist. Mehr als dreihundert Eier vergräbt sie im warmen Sand. In einer Nacht wird dieser Küstenstreifen zur Wiege einer neuen Generation.

Neben den Gezeiten prägt vor allem eine dritte Kraft die Region. Zwischen Oktober und April fällt hier mehr Niederschlag als in Mitteleuropa in einem ganzen Jahr. Die Lagunen dehnen sich aus und es entsteht ein Delta auf Zeit. Wer hier lebt, muss sich ständig anpassen, denn nichts bleibt lange, wie es war.

Die preisgekrönten Filmemacher Marlen Hundertmark und Yann Sochaczewski fangen mit „Surfing Hippos – Der Strand der Dschungeltiere" Gabuns Ufer als lebendiges Grenzland ein, voller unerwarteter Momente und stiller Dramatik. Uralt und doch verletzlich, denn auch hier werden die Spuren des Menschen immer deutlicher. Mit eindrucksvollen Bildern führt die Dokumentation an eine Küste, an der Regenwald und Atlantik sanft ineinandergreifen und an der ausgerechnet ein Flusspferd die Schwerkraft für einen Augenblick vergessen lässt.