Ein Flusspferd läuft über den Strand in Richtung Brandung. Im Hintergrund befindet sich Wald mit hohen Bäumen.
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Flusspferde fressen am liebsten im Schutz der Dunkelheit. Das UV-Licht der Tropensonne ist gefährlich für ihre empfindliche Haut, sie trocknet schnell aus und verbrennt leicht.

Universum

Surfing Hippos - Der Strand der Dschungeltiere

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Im ersten Schein der Morgensonne schiebt sich ein Flusspferd aus dem Regenwald in die Brandung des Atlantiks. Wo der Boden unter ihm abfällt, nehmen die Wellen den Zwei-Tonnen-Koloss auf und verwandeln ihn in einen Surfer.

Scheinbar mühelos gleitet er die Küste entlang und eröffnet den Blick auf einen einzigartigen Lebensraum. Die Universum-Premiere „Surfing Hippos – Der Strand der Dschungeltiere" führt nach Gabun, in den Loango-Nationalpark. Hier, nahe am Äquator, trifft tropischer Regenwald auf den Ozean. Lagune, Sand und Meer greifen ineinander und schaffen ein außergewöhnliches Ökosystem.

Ungewöhnliche Sonnenanbeter

Für die Hippos ist diese Küste Teil ihres Alltags. In den Lagunen verbringen sie den Tag, nachts ziehen sie zur Weide, und am Morgen trägt sie die Brandung zurück in ihre geschützten Wasserbecken. Aber auch Antilopen, Pinselohrschweine und Waldbüffel besuchen den schmalen Saum zwischen Grün und Gischt. Tiere, die man sonst nur tief im Dschungel vermutet, finden sich hier plötzlich am Wasser wieder. Sie kommen wegen der mineralreichen Gräser, der Abkühlung und der salzigen Wellen, die Wunden reinigen können: ein Strand als natürliche Wellnessoase.

Ein Elefant auf einem Streifen Sand am Meer.
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Für den Waldelefanten hält der Strand eine Portion Salz bereit


Abseits der Brandung erzählt der Wald eigene Geschichten. Dickhäuter schütteln Palmen, bis es Nüsse regnet. Gorillas wahren im Schatten der Bäume ihre Familienordnung. Junge Chamäleons üben auf Elefantenhaufen ihre ersten Zielschüsse, und Webervögel bauen, scheitern und helfen ihrem Glück mit gestohlenen Halmen nach. Hier beginnt die große Wildnis oft mit kleinen Details.

Im Rhythmus des Meeres


Im Zwischenreich von Wald und Ozean, in den Mangrovenwäldern, geben Ebbe und Flut den Takt vor. Zieht sich das Wasser zurück, wird der Boden für wenige Stunden zum Jagdgebiet. Wer zum Jäger wird und wer zur Beute, entscheidet dann vor allem der Wasserstand.
Nachts übernimmt das Meer den Strand. Eine Lederschildkröte taucht aus den Wellen auf und kehrt an jenen Ort zurück, an dem sie einst selbst geschlüpft ist. Mehr als dreihundert Eier vergräbt sie im warmen Sand. In einer Nacht wird dieser Küstenstreifen zur Wiege einer neuen Generation.

Die Stielaugen einer Geisterkrabbe ragen aus dem Sand.
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Kaum ist die Schildkröte mit der Eiablage fertig, machen sich gefräßige Geisterkrabben auf die Suche nach dem Gelege


Neben den Gezeiten prägt vor allem eine dritte Kraft die Region. Zwischen Oktober und April fällt hier mehr Niederschlag als in Mitteleuropa in einem ganzen Jahr. Die Lagunen dehnen sich aus und es entsteht ein Delta auf Zeit. Wer hier lebt, muss sich ständig anpassen, denn nichts bleibt lange, wie es war.

Eine Frau am Strand blickt durch den Sucher einer Kamera, die auf einem Stativ steht. Neben ihr ein Mann, der in dieselbe Richtung blickt.
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Marlen Hundertmark ist sowohl Regisseurin, als auch Kamerafrau. Hier mit Kameramann Pim Niesten am Strand von Gabun. Abfall aus aller Welt sammelt sich an der Küste.

Die preisgekrönten Filmemacher Marlen Hundertmark und Yann Sochaczewski fangen mit „Surfing Hippos – Der Strand der Dschungeltiere" Gabuns Ufer als lebendiges Grenzland ein, voller unerwarteter Momente und stiller Dramatik. Uralt und doch verletzlich, denn auch hier werden die Spuren des Menschen immer deutlicher. Mit eindrucksvollen Bildern führt die Dokumentation an eine Küste, an der Regenwald und Atlantik sanft ineinandergreifen und an der ausgerechnet ein Flusspferd die Schwerkraft für einen Augenblick vergessen lässt.