Eine weitläufige Tempelanlage bei Sonnenuntergang.
ORF/Centurioni Film
Borobudur (auch Borobodur) ist die größte buddhistische Tempelanlage der Welt und ein Meisterwerk indonesischer Architektur und Spiritualität

Universum

Java & Bali - Paradies im Bann der Elemente

Werbung Werbung schließen

Zwei tropische Inseln im Herzen des indonesischen Archipels werden zur Kulisse eines ebenso atemberaubenden wie zerbrechlichen Naturschauspiels. Java und Bali vereinen ungezähmte Naturkräfte mit überwältigender Artenvielfalt – ein Spannungsfeld, das gleichermaßen faszinierend und herausfordernd ist.

Zwischen feuerspeienden Vulkanen, dichten Regenwäldern und wilden Küstenlinien entfaltet sich eine Welt, in der die tierischen Bewohner täglich um ihr Dasein ringen. Die neue „Universum“-Produktion „Java & Bali – Paradies im Bann der Elemente“ begibt sich auf eine ebenso bildgewaltige wie vielschichtige Entdeckungsreise zu seltenen Spezies – getragen von den vier Elementen, die auf den Inseln entlang des Pazifischen Feuerrings mit besonderer Intensität wirken.

Die tief stehende Sonne taucht Vulkankrater in oranges Licht.
ORF/Centurioni Film
Wenn die Sonne den Bromo-Vulkan küsst, offenbart sich eine der spektakulärsten Landschaften Indonesiens

Regisseur und Kameramann Patrick Centurioni drang für diese Produktion – eine Koproduktion von Centurioni Film, ORF, ARTE, Sichuan Radio and Television in Zusammenarbeit mit ORF-Enterprise – in entlegene Regionen vor und fing bislang kaum gesehene Bilder ein. Während andere indonesische Inseln wie Borneo filmisch vielfach dokumentiert wurden, blieben Java und Bali überraschend lange im Schatten – ein Umstand, den diese Produktion eindrucksvoll korrigiert.

Testen Sie Ihr „Universum“-Wissen und machen Sie mit auf ORF extra

Insbesondere Java gilt als einer der bedeutendsten Hotspots endemischer Biodiversität weltweit. Gleichzeitig prägt eine jahrtausendealte Hochkultur das Landschaftsbild: Monumentale Tempel wie Borobudur und Prambanan erzählen von einer außergewöhnlichen Vergangenheit.

Sichtung außergewöhnlicher Arten

Ein Hauptdarsteller der filmischen Erzählung ist die letzte große Raubkatze der Insel – der seltene Java-Leopard. Seine Population ist stark dezimiert, sein Lebensraum schwindet. Umso bedeutender sind die erstmals geglückten Aufnahmen dieses scheuen Jägers.

Über allem schwebt zudem der Mythos des Java-Tigers, der seit den 1980er Jahren als verschwunden gilt – und dennoch immer wieder in lokalen Berichten auftaucht. Doch die Magie dieser Inselwelt erschöpft sich nicht in ihren Raubtieren. Im Inneren eines erloschenen Vulkans hat sich über Jahrhunderte ein nahezu unberührtes Ökosystem entwickelt – ein abgeschirmtes Refugium für seltene Arten. Eindrucksvolle Szenen zeigen Nashornvögel, die entlang steiler Kraterwände gleiten, während der seltene Javahaubenadler tief im Bergregenwald seinen Nachwuchs aufzieht.

Auch die Küsten offenbaren faszinierende Wechselwirkungen zwischen Land und Meer: Makaken nutzen Ebbe und Flut als Nahrungsquelle, sammeln Muscheln und gehen sogar auf Fischfang – ein erstaunliches Beispiel tierischer Anpassungsfähigkeit. Im Westen Javas begegnet man schließlich einer der bekanntesten Ikonen des Artenschutzes: dem Java-Nashorn. Mit nur rund 40 verbliebenen Individuen zählt es zu den seltensten Säugetieren der Erde. Zugleich machen lokale Initiativen Mut, indem sie zeigen, dass sich Schutzmaßnahmen und nachhaltige Nutzung erfolgreich verbinden lassen.

Emotionale Dreharbeiten

Für Regisseur Patrick Centurioni ist dieses Projekt von besonderer persönlicher Bedeutung: „Dieser Film markiert einen Höhepunkt meiner Arbeit. Indonesien begleitet mich seit vielen Jahren – nicht nur wissenschaftlich, sondern vor allem durch enge Freundschaften mit Menschen vor Ort, die dieses Vorhaben maßgeblich unterstützt haben.“

Diese Verbundenheit prägte auch die Dreharbeiten, wie Centurioni erzählt: „Unvergesslich bleibt die Geschichte rund um die Nashornvögel im Inneren eines inaktiven Vulkankraters. Nach intensiven Gesprächen erhielten wir Zugang zu einem sonst rigoros gesperrten Schutzgebiet – ein Ort mit beinahe prähistorischer Atmosphäre.“ Ebenso eindrucksvoll waren außergewöhnliche Tierbeobachtungen: „Die Jagd tropischer Wanderfalken auf Fledermäuse gehört zu den seltensten Momenten, die man als Naturfilmer erleben kann. Als wir dieses Verhalten entdeckten, haben wir unsere gesamte Planung umgestellt und eine Woche vor Ort verbracht, um diese Sequenz festzuhalten.“ Und auch die Gibbons haben bei Centurioni großen Eindruck hinterlassen: „Sie sind meine absoluten Favoriten unter den Primaten. Ihre Eleganz und Präzision in den Baumkronen sind einzigartig. Den seltenen Java-Gibbon endlich filmen zu können, war ein lang gehegter Wunsch.“

Ein grauer Gibbon sitzt auf dem Ast  eines Feigenbaums.
ORF/Centurioni Film
Bis die Feigen reif sind, frisst der junge Gibbon zur Überbrückung die Blätter des Baums

So entstand weit mehr als eine klassische Naturdokumentation: ein intensives Porträt einer außergewöhnlichen Welt – und zugleich ein eindringlicher Appell zu ihrem Schutz. Java und Bali präsentieren sich als Orte voller Kontraste: ungezähmt, überwältigend und zugleich von fragiler Schönheit.