Universum

Magische Momente der Natur

Werbung Werbung schließen

Die Natur steckt voller magischer Momente, doch allzu oft entgehen sie unserer Wahrnehmung.

Die neue „Universum“-Dokumentation „Magische Momente der Natur“ von Christian Baumeister (ORF-Bearbeitung: Doris Hochmayr) macht nie Gesehenes sichtbar und feiert die Magie des Augenblicks. Extreme Zeitlupenaufnahmen zeigen rasantes Tierverhalten in bis zu 40-facher Verlangsamung: Etwa, wenn sich ein Eisvogel nach erfolgreichem Tauchstoß in Superzeitlupe aus dem Wasser erhebt, ein Taubenschwänzchen bei der Nektarsuche ins Visier einer Krabbenspinne gerät oder ein Wanderfalke – der schnellste Vogel der Welt – Jagd auf Stare macht. „Magische Momente der Natur“ lässt das TV-Publikum die Natur mit neuen Augen sehen! Jeder Moment ein Fest für die Sinne.

 

Ein Frosch sitzt in seinem Teich und fängt Fliegen. Daran scheint nichts ungewöhnlich. Doch was genau der Frosch alles auf sich nimmt, um satt zu werden, eröffnet die Superzeitlupe: Er katapultiert sich aus dem Wasser, oft bis zu einem Meter hoch. Seine Beine sind gegrätscht wie die eines Reckturners, seine Zunge eilt dem Körper um Längen voraus. Dann noch ein Doppelaxel – und trotzdem geht er leer aus und fällt mit grazilem Köpfler zurück ins kühle Nass. Diesen Kraftakt vollführt er unzählige Male am Tag, meist erfolglos. Der Eisvogel hingegen hat es da auf einem Ansitz etwas leichter. Er kann seine Beute von oben erspähen und zielgenau ins Wasser stechen. Der bunte kleine Fischjäger ist ein Meister der Präzision, ein Turmspringer von erlesener Grazie. Wie der Vater, so allerdings noch nicht der Sohn. Junge Eisvögel haben unzählige Versuche hinter sich, bis es gelingt, mit der Schnabelspitze die Wasseroberfläche zu durchbohren.

 

Ein Fischei mit einer Fischlarve.
ORF/Light & Shadow GmbH/Christian Baumeister
Der Laich von Bitterlingen entwickelt sich im Innern von Teichmuscheln. Im Zeitraffer wird die wundersame Verwandlung vom Ei zur Fischlarve sichtbar.

Unter Wasser schlummern Teichmuscheln am sandigen Grund. Scheinbar. Der Zeitraffer entlarvt die Schalentiere als agile Hürdenläufer, die kaum stillsitzen können. Doch das ist nicht der Grund, warum ein Fisch sich ganz besonders zu ihnen hingezogen fühlt. Der Bitterling sucht eine Herberge für seinen Nachwuchs. Und dafür muss es ihm gelingen, eine Teichmuschel zu zähmen. Immer wieder streift er über den Schalenrand der geöffneten Muschel, solange, bis sie sich vor ihm nicht mehr reflexartig verschließt. Nun kann ein Bitterling-Weibchen seine Eier direkt in die Muschel ablegen. Geschützt von den kräftigen Schalen reifen die winzigen Jungfische heran und verlassen ihren Wirten erst, wenn sie schnell und wendig sind. Das nervöse Gesumme über dem Fallobst im Schatten eines Baumes ist auf den ersten Blick kein Ort von Schönheit. Wie viel geordnete Taktik jedoch in dem vermeintlichen Gewirr steckt, zeigt die Großaufnahme: Hornissen-Kampfgeschwader in Reih und Glied führen Wespen in den Hinterhalt. Ein gezielter Angriff bringt genügend eiweißreiche Beute für die Larven. Das Fallobst bleibt unberührt.

 

Eine Hornisse blickt direkt in die Kamera.
ORF/Light & Shadow GmbH/Christian Baumeister
Hornissen sind die größte heimische Wespenart. Über das Jahr kann ein Hornissenstaat auf bis zu 700 Arbeiterinnen anwachsen.

Auch die Idylle der Blumenwiese nebenan hat bei genauem Hinsehen durchaus ihre Tücken. Hinter bunten Blütenköpfen lauern Krabbenspinnen und warten auf unvorsichtige hungrige Insekten, die Nektar sammeln. Mitten im Blumenmeer schwebt auch ein Taubenschwänzchen mit 80 Flügelschlägen pro Sekunde wie ein Helikopter von Blüte zu Blüte – es nascht an bis zu 1.000 Pflanzen pro Tag. Und doch wird es kaum Opfer der Krabbenspinne. Die überlange Zunge, die zu jeder Blüte Abstand verschafft, rettet ihm mehrmals pro Stunde das Leben.

Ein brauner Falter mit langem Rüssel fliegt zu einer rosa blühenden Pflanze.
ORF/Light & Shadow GmbH/Christian Baumeister
Im Schwirrflug mit mehr als 80 Flügelschlägen pro Sekunde ist das Taubenschwänzchen auf Nektarsuche. Kein Wunder, wird der Falter auch Kolibri-Schwärmer genannt.

Die Jagdgewohnheiten eines der schnellsten Sturzflieger der Welt, des Wanderfalken, kann kaum ein Mensch mit freiem Auge beobachten. Schon gar nicht, wenn er sein Glück in einer Schar von Staren versucht. Umringt von Tausenden Möglichkeiten zuzupacken, sind Jagdflüge durch ein amöbisches Vogelgewirr selten erfolgreich. Die klar geplante Fluglinie des Falken scheitert an der Magie des Augenblicks, in dem im geordneten Chaos des Starenschwarms eine neue Flugformation entsteht. In absoluter Finsternis übernehmen die Ohren das Sehen. Wie präzise, zeigt die Infrarotkamera am Beispiel von Wasserfledermäusen. Lautlos gleiten sie knapp über der Wasseroberfläche und ergreifen zielgenau jedes Insekt, das dort gefangen ist. Ein Luftballett, bisher selten gefilmt, von beeindruckender Schönheit.

Gestaltung

Christian Baumeister