
Tom Hanks - Ein ganz normaler Held
Tom Hanks: The ordinary hero (At)
Tom Hanks hat sich in mehr als vier Jahrzehnten Filmkarriere darauf spezialisiert, „ganz normale Männer“ zu verkörpern, die in außergewöhnlichen Situationen über sich hinauswachsen. Ob als Soldat, der in die Landung in der Normandie verwickelt ist im Film Saving Private Ryan, als Astronaut einer schiefgelaufenen Mondmission in Apollo 13, als homosexueller Anwalt in einer homophoben Gesellschaft in Philadelphia oder als naiver Antiheld, der von den Strömungen der Geschichte mitgerissen wird und ungewollt zur Ikone aufsteigt in Forrest Gump.

Immer wieder verkörpert er Charaktere, die scheinbar unüberwindbare Herausforderungen meistern. Damit wurde er zu einem der beliebtesten Stars Hollywoods und zum Sinnbild des „ganz normalen Helden“.

Hinter dem Charme dieser Rollen verbirgt sich zugleich eine idealisierte Vorstellung Amerikas, die seine Filmfiguren immer wieder transportieren. Die Dokumentation von Regisseur Pierre-François Didek zeichnet Hanks’ Lebensweg von einer schwierigen Kindheit über erste Erfolge als Comedian bis hin zum internationalen Durchbruch mit Filmen wie Schlaflos in Seattle und Philadelphia nach.

Für seine Rolle des an Aids erkrankten Andrew Beckett in Philadelphia wurde er mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet, ebenso wie im darauffolgenden Jahr für die Darstellung des Forrest Gump. Zwei Oscars in Folge in dieser Kategorie hat vor ihm nur Spencer Tracy erreicht.

Die Dokumentation zeigt, wie Hanks ein spezifisches heldenhaftes Rollenbild geprägt hat und wie eng dieses mit dem amerikanischen Traum verknüpft ist. Sie geht der Frage nach, wie aus dem „ganz normalen Amerikaner“ eine Projektionsfläche und zugleich ein Vorbild wurde. Ebenso wirft der Film einen kritischen Blick darauf, ob dieses idealisierte Bild in der heutigen Zeit noch Bestand hat. In einem zunehmend gespaltenen Land wirkt die Figur des „normalen Helden“ heute komplexer und ambivalenter denn je.
Regie
Pierre - Francois Didek