
Sehnsuchtsorte von einst - Tanger
Wie gelingt es ihnen, sich selbst treu zu bleiben – und dabei doch auch immer am Puls der Zeit für die nächsten Generationen lebendig und anziehend zu wirken? Der zweite Teil von „Sehnsuchtsorte von einst“ führt nach Tanger in Marokko, in ein Zwischenreich zwischen Orient und Okzident.

Die marokkanische Hafenstadt an der Grenze zwischen Europa und Afrika gilt seit Generationen als kultureller Bewegungsraum. Paul Bowles nannte die Stadt die „Stadt der Träume“, Henri Matisse schwärmte von ihrem besonderen Licht.

Von 1923 bis 1956 war Tanger Internationale Zone und entwickelte sich zu einem Treffpunkt für Freigeister, Millionäre und zwielichtige Gestalten aus aller Welt. Nach dem Zweiten Weltkrieg avancierte die Stadt zum Hotspot des internationalen Jetsets: Paul Bowles und William S. Burroughs lebten hier, Barbara Hutton sorgte mit ihren legendären Festen für Schlagzeilen. Eine Atmosphäre der Freiheit und Grenzüberschreitung prägte diese Zeit und überlagerte die Nachwirkungen der Weltkriege. In den 1960er-Jahren entdeckten die Rolling Stones Tanger gefolgt von Modedesignern, Künstlern und Filmemachern.

Bis heute prägen arabische, jüdische, europäische und nordafrikanische Einflüsse das Stadtbild. Auch wenn sich Tanger längst zu einem modernen Finanz- und Handelszentrum gewandelt hat, bleibt der Geist dieser vielschichtigen Vergangenheit spürbar.

Sehnsuchtsorte von einst – Tanger zeigt anhand von Begegnungen mit Bewohnerinnen und Bewohnern verschiedene Perspektiven auf eine Stadt, die sich im Spannungsfeld zwischen ökonomischer Moderne und ihrer vielschichtigen Vergangenheit bewegt.
Regie
Judith Doppler
Matthias Heer