
Sehnsuchtsorte von einst - Bad Gastein
Wie gelingt es diesen Orten, sich selbst treu zu bleiben – und dabei doch auch immer am Puls der Zeit für die nächsten Generationen lebendig und anziehend zu wirken? Der erste Teil von „Sehnsuchtsorte von einst“ führt nach Bad Gastein – einem Ort, der im Laufe der Jahrzehnte viele Namen trug – etwa Monaco, Manhattan oder Berlin der Alpen.

Mitten im Nationalpark Hohe Tauern gelegen, zieht der traditionsreiche Kurort seit Generationen Aristokratie, Kunstschaffende und Prominente an. Wo einst prächtige Belle-Époque-Hotels verfielen, lassen sich heute zunehmend junge Künstlerinnen und Künstler sowie Kunstschaffende nieder und nutzen den Ort für neue Formen des Arbeitens und Lebens.

Die Dokumentation erzählt vom Mythos dieses außergewöhnlichen Ortes und nähert sich der Geschichte von Bad Gastein und seiner gegenwärtigen Transformation zwischen historischer Bausubstanz, Leerstand und neuen Nutzungen.

Bereits Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Elisabeth suchten hier Erholung, ebenso Sigmund Freud und Thomas Mann. Später reisten der Schah von Persien, Billy Wilder, Liza Minnelli, Charles Aznavour oder Ray Charles nach Bad Gastein und prägten den Ruf des Ortes als mondänen Treffpunkt von internationalem Format.

Doch die Geschichte Bad Gasteins ist auch von Brüchen geprägt. Krieg, Enteignung und wirtschaftliche Krisen hinterließen ihre Spuren. Ende der 1980er-Jahre geriet der Ort durch Fehlspekulationen in einen langanhaltenden Niedergang. Viele der prächtigen Belle-Epoque-Hotels standen leer, der einstige Kurort verlor an Bedeutung und geriet in einen Zustand des Stillstands. In den letzten Jahren verändert sich diese Situation erneut. Durch Sanierungen entstehen neue Nutzungen, die an die vielschichtige Vergangenheit des Ortes anknüpfen.

Die Doku erzählt vom Wandel Bad Gasteins über die Jahrhunderte hinweg und zeichnet die wechselvolle Geschichte eines Ortes nach, der sich immer wieder neu definiert und dessen heutige Bedeutung aus dieser Überlagerung von Geschichte und Gegenwart entsteht.
Regie
Judith Doppler
Matthias Heer