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Missbrauchsskandal in Frankreich aufgedeckt

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Missbrauchsskandal in Frankreich aufgedeckt | Kardinal Schönborn in Syrien | „Religions for Peace“ | „72 Stunden ohne Kompromiss“

Versagen der Kirche: Missbrauchsskandal in Frankreich aufgedeckt

In Frankreich hat in den vergangenen Tagen ein erschütternder Bericht über Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche für Schlagzeilen gesorgt:

Eine unabhängige Untersuchungskommission ist zu der Einschätzung gekommen, dass seit dem Jahr 1950 rund 330.000 Kinder und Jugendliche von Angestellten der katholischen Kirche und ihren Institutionen, v.a. von Priestern, missbraucht worden sind. Das sind etwa 13 Kinder pro Tag.

Zahlen, die schockieren, und die die französische Kirche in eine Existenzkrise zu stürzen drohen, denn ihr fehlen ohnehin schon finanzielle Mittel und viele Mitglieder, die in den vergangenen Jahren abhandengekommen sind.
Bericht: Leonie Heitz, Länge: 6 Minuten

Zeichen der Hoffnung: Kardinal Schönborn in Syrien

Anfang Oktober reiste der Wiener Kardinal Erzbischof Christoph Schönborn für etwas mehr als zwei Tage nach Syrien, um sich ein Bild von der Lage – vor allem auch der christlichen Minderheit – zu machen. Die Kämpfe zwischen der Armee von Baschar al-Assad und seinen Verbündeten einerseits und den zahlreichen Rebellengruppen andererseits scheinen nach zehn Jahren Bürgerkrieg deutlich abgeebbt zu sein.

Von einem definitiven Frieden ist Syrien allerdings noch entfernt. Syrien brauche nun vor allem internationale Hilfe, ähnlich wie Deutschland und Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg, so Schönborn. Die Sanktionen des Westens gegen das Assad-Regime müssten hinterfragt werden. Sie würden vor allem die Mittelschicht und die Armen treffen.

Schönborn besuchte Damaskus sowie die Stadt Homs, die vom Bürgerkrieg besonders gezeichnet ist und das inzwischen wiederaufgebaute christliche Maalula. Inmitten immenser Zerstörung gäbe es auch Zeichen der Hoffnung, so der Wiener Erzbischof: eine neue Universität zum Beispiel, an der Muslime und Christen gemeinsam studieren.

Im Interview bekennt der Kardinal, dass er Syrien seit vielen Jahren besonders beobachte, sei es doch jenes Land im Nahen Osten, in dem es ein beispielhaftes Miteinander der Religionen gegeben habe. Dieses Miteinander habe auch der Krieg nicht auslöschen können.

Bericht: Klaus Ther, Länge: 7 Minuten

„Religions for Peace“: Religionskonferenz im Zeichen des Generationendialogs

Es war ein buntes Bild, das zahlreiche Religionsführerinnen und Religionsführer vor rund zwei Wochen in Lindau abgaben. Zum wiederholten Mal bildete die Altstadt der deutschen Stadt am Bodensee die Kulisse der mittlerweile weltgrößten interreligiösen Konferenz, organisiert von der 1970 gegründeten NGO „Religions for Peace“.

Waren 2019 noch rund 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Lindau, so fanden sich – pandemiebedingt – heuer nur etwa 130 ein, die auch tatsächlich – physisch – anwesend waren. Die überwiegende Mehrheit war – eine „hybride Veranstaltung“ – virtuell zugeschaltet. Und auch eine weitere Veränderung war unübersehbar: Die Jugend stand diesmal im Zentrum.

So erzählte Fatima Hallal vom Jugendkomitee von „Religions for Peace" von den Chancen, sich von eingefahrenen Mustern zu lösen und machte es an ihrer eigenen Erfahrung fest: Aufgewachsen in einem kleinen, konservativen, schiitischen Dorf im Libanon, fand auch sie die „Tür zur Welt", wie sie es nennt, und setzt sich heute für den interreligiösen Dialog ein.

Neben der kräftigen Beteiligung der Jugend war aber auch die ältere Generation mit prominenten Namen vertreten: Rabbi David Rosen aus Jerusalem etwa – und Margot Käßmann, ehemals Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie sprachen vom Potential von Glaubensgemeinschaften, Friedensprozesse voranzutreiben und bekräftigten ihre Forderung, Religionen in politische Friedensbemühungen einzubinden.

Gestaltung: Marcus Marschalek, Dorit Muzicant, Mitarbeit: Helene Dallinger; Länge 6 Minuten

„72 Stunden ohne Kompromiss“: 10. Runde für Österreichs größte Jugendsozialaktion

Was haben der Therapiehof „Regenbogental“, Kunstwerke in der Uniklinik Innsbruck und „Bänke der Toleranz“ gemeinsam? Sie alle sind Projekte von „72 Stunden ohne Kompromiss“, Österreichs größter Jugendsozialaktion, getragen von der Katholischen Jugend, youngCaritas und Hitradio Ö3.

Tausende Jugendliche quer durchs ganze Land engagieren sich dieser Tage – von 13. bis 16. Oktober – wieder für soziale Projekte. Doch wie „tickt“ die Jugend heute? Was sind ihre Beweggründe, sich sozial zu engagieren? Ein Team der „Orientierung“ ist auf Spurensuche gegangen: Jugendliche erzählen von ihren Beweggründen und den dahinter liegenden, teils sehr persönlichen, Erfahrungen.

Etwa vom Umgang mit Tod in der Familie oder vom Wunsch nach mehr Toleranz im Blick auf die eigene sexuelle Orientierung. Darüber hinaus kommt auch Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier zu Wort: Er gibt Einblicke in aktuelle Studien über die Jugend in Zeiten von Corona und attestiert ihr „Rebellionsscheu“ und „Pragmatismus“.

Bericht: Marcus Marschalek, Dorit Muzicant, Helene Dallinger; Länge: 7 Minuten

Moderation

Sandra Szabo

Redaktion

Norbert Steidl