
On the Border - Europas Grenzen in der Sahara
Über einen Zeitraum von fünf Jahren begleitet der Dokumentarfilm drei Bewohnerinnen und Bewohner der Wüstenstadt Agadez im Norden Nigers und zeichnet ihren Alltag nach, in einer Region, die zunehmend zum Schauplatz globaler Interessen wird. Dieser Ort war einst ein bedeutender Knotenpunkt für Handel und Tuareg-Kultur und Migration.

Tausende Menschen passierten die Stadt auf ihrem Weg durch die Sahara Richtung Nordafrika und Europa. Heute steht Agadez im Zentrum europäischer Grenz- und Sicherheitspolitik. Mit finanzieller Unterstützung der EU wurden Migrationsrouten geschlossen, neue Kontrollmechanismen eingeführt und Migration über Nacht kriminalisiert.

Die versprochenen wirtschaftlichen Perspektiven jedoch bleiben vielfach aus. Tausende Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage. Statt Stabilität prägen Arbeitslosigkeit, Unsicherheit und soziale Spannungen das Leben vieler Bewohner der Stadt.

Der Film vom Regieduo Gabriela Schild und Igor Hauzenberger zeigt, wie politische Entscheidungen, die weit entfernt getroffen werden, tief in den Alltag der Menschen eingreifen. Der wachsende Unmut in der Bevölkerung führt zu Aufständen und endet schließlich im Militärputsch von 2023.

Gleichzeitig befindet sich Niger in einem geopolitischen Umbruch. Während Europa seine Migrationspolitik weiter verschärft, orientiert sich das Land außenpolitisch neu und sucht verstärkt die Nähe zu Russland. Aus der Perspektive seiner Protagonisten und Protagonistinnen erzählt der Dokumentarfilm von Hoffnung, Widerstand und dem Wunsch nach Selbstbestimmung.

Entstanden ist ein Porträt einer Gesellschaft im Wandel, das die Folgen internationaler Machtpolitik sichtbar macht und die Frage stellt, ob Europas Engagement in der Region tatsächlich zur Stabilität beiträgt oder neue Krisen schafft.
Hergestellt in Zusammenarbeit mit dem ORF Film/Fernseh-Abkommen.