Miss-represented - Das Frauenbild im italienischen Fernsehen
ORF/Stella Films/Histoire TV/France Télévisions
1947 traten Gina Lollobrigida, Lucia Bosè und andere Kandidatinnen im Bikini beim Schönheitswettbewerb „Miss Italien“ auf. Der Zweiteiler, der im Vorjahr vom Franzosen Louis Réard kreiert wurde, hatte in Italien für Aufsehen gesorgt.
'Zum Weltfrauentag am 8. März' dokFilm

Miss-represented - Das Frauenbild im italienischen Fernsehen

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Auf unterhaltsame Weise beleuchtet der Film die Geschichte des italienischen Frauenbildes und den zähen, sozialen Wandel.

Im Dokumentarfilm erzählt Roberto Garzelli die Geschichte der Miss Italia und die weibliche Repräsentation im italienischen Fernsehen. Seit dem ersten Fotowettbewerb „5.000 Lire für ein Lächeln“ im Jahr 1939 bis zur umstrittenen Wahl von Denny Mendez zur ersten nicht weißen Miss Italia im Jahr 1996, bietet der Schönheitswettbewerb Einblicke in das sich wandelnde Bild der Frau in Italien.

Miss-represented - Das Frauenbild im italienischen Fernsehen
ORF/Stella Films/Histoire TV/France Télévisions
Die Siegerinnen der Miss‑Wahlen erhalten als Preise Haushaltsgeräte wie Näh- oder Waschmaschinen, die ihnen im täglichen Leben von Nutzen sein sollen

Der Film beleuchtet, wie Miss Italia über acht Jahrzehnte nicht nur hohe Einschaltquoten generiert, sondern auch als Sprungbrett für Karrieren im Kino gedient hat, wodurch Persönlichkeiten wie Gina Lollobrigida und Sophia Loren bekannt wurden.

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ORF/Stella Films/Histoire TV/France Télévisions
Gina Lollobrigida zog immer alle Blicke auf sich

Garzelli untersucht mit einem Hauch von Ironie und großer Genauigkeit, unterstützt durch filmisches Archivmaterial, die Entwicklung von Schönheitsidealen.

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ORF/Stella Films/Histoire TV/France Télévisions
Im Jahr 1949 werden anthropometrische Messungen an den Kandidatinnen durchgeführt, um die Idealmaße der Schönheitsikonen des 20. Jahrhunderts festzulegen

Er beschäftigt sich auch mit den weiblichen üppigen Formen der 1940er Jahre bis zur Repräsentation der TV-Showgirls, die als hübsche, schweigsame Dekorationen in Quizshows und Unterhaltungsprogrammen erscheinen. Der Dokumentarfilm offenbart, wie sich gesellschaftliche Normen und das Verständnis von Weiblichkeit durch den Schönheitswettbewerb verändert haben, insbesondere angesichts der Kritik, die mit den feministischen Bewegungen der 1970er Jahre lauter wurde.

Miss-represented - Das Frauenbild im italienischen Fernsehen
ORF/Stella Films/Histoire TV/France Télévisions
Seit Ende der 70er Jahre hat keine Protestbewegung eine solche Mobilisierung bei Frauen ausgelöst. Der Rubygate‑Skandal hat eine neue Debatte über die gesellschaftliche Position der Frauen entfacht.

Die umstrittene Wahl von Denny Mendez markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Wettbewerbs und demonstriert die anhaltende Beliebtheit und Relevanz von Miss Italia, insbesondere im Jahr 1996, als die RAI den Wettbewerb wiederübernahm und Rekordeinschaltquoten verzeichnete.

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ORF/Stella Films/Histoire TV/France Télévisions
2013 nahm RAI "Miss Italia" wegen Kritik an Frauenfeindlichkeit aus dem Programm; der Wettbewerb wechselte zu La7. Einige Kandidatinnen trugen dort T‑Shirts mit „weder nackt noch stumm“ – eine Reaktion auf Laura Boldrinis Hinweis, dass Frauen im Fernsehen kaum zu Wort kommen.

Die Dokumentation bietet eine faszinierende gesellschaftliche Geschichte des modernen Italien und das Bild der Frau in einer sich ständig wandelnden Medienlandschaft.

Regie
Roberto Garzelli

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