
Miss-represented - Das Frauenbild im italienischen Fernsehen
Im Dokumentarfilm erzählt Roberto Garzelli die Geschichte der Miss Italia und die weibliche Repräsentation im italienischen Fernsehen. Seit dem ersten Fotowettbewerb „5.000 Lire für ein Lächeln“ im Jahr 1939 bis zur umstrittenen Wahl von Denny Mendez zur ersten nicht weißen Miss Italia im Jahr 1996, bietet der Schönheitswettbewerb Einblicke in das sich wandelnde Bild der Frau in Italien.

Der Film beleuchtet, wie Miss Italia über acht Jahrzehnte nicht nur hohe Einschaltquoten generiert, sondern auch als Sprungbrett für Karrieren im Kino gedient hat, wodurch Persönlichkeiten wie Gina Lollobrigida und Sophia Loren bekannt wurden.

Garzelli untersucht mit einem Hauch von Ironie und großer Genauigkeit, unterstützt durch filmisches Archivmaterial, die Entwicklung von Schönheitsidealen.

Er beschäftigt sich auch mit den weiblichen üppigen Formen der 1940er Jahre bis zur Repräsentation der TV-Showgirls, die als hübsche, schweigsame Dekorationen in Quizshows und Unterhaltungsprogrammen erscheinen. Der Dokumentarfilm offenbart, wie sich gesellschaftliche Normen und das Verständnis von Weiblichkeit durch den Schönheitswettbewerb verändert haben, insbesondere angesichts der Kritik, die mit den feministischen Bewegungen der 1970er Jahre lauter wurde.

Die umstrittene Wahl von Denny Mendez markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Wettbewerbs und demonstriert die anhaltende Beliebtheit und Relevanz von Miss Italia, insbesondere im Jahr 1996, als die RAI den Wettbewerb wiederübernahm und Rekordeinschaltquoten verzeichnete.

Die Dokumentation bietet eine faszinierende gesellschaftliche Geschichte des modernen Italien und das Bild der Frau in einer sich ständig wandelnden Medienlandschaft.
Regie
Roberto Garzelli