
Magie der Museen
Alte Nationalgalerie, Berlin
Ein antiker Tempelbau für die deutsche Kunst sollte sie einst werden: die 1876 eröffnete Alte Nationalgalerie in Berlin. An zentraler Stelle auf der Museumsinsel gelegen, sollte sie den Deutschen den Gedanken einer Kulturnation näherbringen. Allerdings öffnete sich das Haus sehr früh auch anderen Kunststilen wie dem französischen Impressionismus.

Heute beherbergt die Alte Nationalgalerie Meisterwerke vom Klassizismus bis zur beginnenden Moderne. Mit dem Bild „Der Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich ist hier eines der wichtigsten Werke der romantischen Malerei zu sehen, das zu einem Sinnbild für die deutsche Kunst geworden ist.

Das reduzierte, fast schon abstrakte Bild aus dem 19. Jahrhundert ist ein Meilenstein in der Kunstgeschichte und ein Vorbild vieler Avantgardekünstler und -künstlerinnen. Die Dokumentation zeigt, wie die Restaurierung des Bildes neue Erkenntnisse über den Malprozess hervorbrachte und zugleich dessen Deutung veränderte.

Deutschlands gefeierte Malerin Katharina Grosse spürt in der Alten Nationalgalerie der deutschen Seele nach. Sie schildert ihre Eindrücke von Bildern wie dem „Mönch am Meer“ und „Im Wintergarten“ von Édouard Manet.

Und sie erzählt die faszinierende Geschichte des Museums, in der sich auch die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte widerspiegeln: In der NS-Zeit wurden mehr als 500 Werke des Hauses als „entartete Kunst“ denunziert; im Krieg wurde das Gebäude schwer beschädigt.

Mit der deutschen Teilung befand sich das Haus dann im Ostteil der Stadt, was zur Gründung der Neuen Nationalgalerie in West-Berlin führte. Die Wiedervereinigung brachte die Alte und die Neue Nationalgalerie schließlich zusammen. Heute gehören weitere Museen in Berlin zur Nationalgalerie, darunter der Hamburger Bahnhof als Museum der Gegenwart.
Regie
Ralf Pleger & Julie Kirchhoff