Martin Traxl
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kulturMONTAG

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Ein kulturMONTAG-Spezial mit Martin Traxl und spannenden Gästen mit einem Blick zurück nach vorn.

Das Wohnzimmer der Wiener

25 Jahre MQ

Iglu-Cremeweiß, Schwimmbad-Blau, Freudliegen-Rot oder Fast-Austria-Violett waren gestern. In diesem Jahr matchten sich Soda-Zitronen-Gelb und Punschkrapferl-Rosa. Das Farbvoting für die Enzis, jener frei zugänglichen Sitz- und Liegeflächen im MQ, wurde vor kurzem zugunsten von „Punschkrapferl-Rosa“ entschieden.

Soda-zitronen-gelbe und punschkrapferl-rosa Enzis vor dem Museumsquartier
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Soda-zitronen-gelbe und punschkrapferl-rosa Enzis vor dem Museumsquartier

Wäre die Entscheidung rund um die Entstehung des Museumsquartiers doch genauso einfach gewesen wie die Farbwahl der ikonischen Enzi-Outdoor-Möbel. Jahrzehntelange wurde über die Nutzung des brach liegenden Areals vis-à-vis vom Kunsthistorischen und Naturhistorischen Museum debattiert.

Das Areal des Museumsquartier
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Das Areal des Museumsquartier

Einst k. u. k. Pferdestall, Messehalle inklusive Nazi Propaganda-Show, Theater-Bühne samt Partyhöhle startete die unendliche Geschichte des Museumsquartiers als Gelände ohne Eigenschaften. Jahrzehntelang suchte man eine adäquate Nutzung, um den alten Fischer von Erlach Barock-Bau aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. Ob ein ambitioniertes „Austro- Pompidou-Center“, eine stylische Shopping-City oder ein wuseliger Wurstelprater, die Politik hatte immer ein für Österreich so typisches „Jein“ parat.

MQ-Schild
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25 Jahre nach der feierlichen Eröffnung hat sich das Wiener Museumsquartier, das als Museumsmonster oder Monument des Konsenses der Architekten Ortner & Ortner für Hickhack sorgte, sich mittlerweile als größtes Kulturareal Europas vom Krisenprojekt zum Publikumsmagneten entwickelt.

Ein „kulturMONTAG“-Spezial mit Kultur-Chef Martin Traxl und spannenden Gästen mit einem Blick zurück nach vorn.

Die Direktorin des MQ Bettina Leidl im Gespräch mit Martin Traxl
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Bettina Leidl im Gespräch mit Martin Traxl

Chill Oida

Kultur für Alle

Ein Vierteljahrhundert hat das Wiener Museumsquartier mittlerweile auf dem Buckel. Eine ganze Generation ist auf diesem rund 115.000 Quadratmeter großen Areal groß geworden, zwischen A, wie Architekturzentrum und Z, wie Zoom Kindermuseum. In der kulturellen „Oase der Stadt“ kommen Menschen aller Altersgruppen und Erfahrungswelten zusammen.

Zoom Museum Ansicht
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„Generation MQ“ lautet das Motto im Jubiläumsjahr und genau jene hat die deutsche Konzeptkünstlerin Karin Sander mit ihrer aktionistischen Installation  „auf den Sockel gehoben.

Rund 60 Kulturinstitutionen, Retro-Sportmöglichkeiten wie Boccia oder Minigolf, lukullische Genüsse - vom Brunch bis zur Cocktail-Time, Open-Air-Literaturfestivals oder Bühnenspektakel sorgen für satte 5 Millionen Besucher pro Jahr. Gemeinsam mit dem Kultursender Ö1 läutet das MQ seine Jubiläumswoche mit Konzerten und Ausstellungsbesuchen ein.

Kunstaktion von Karin Sander im Innenhof der MQ
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Die einmalige Aktion von Konzeptkünstlerin Karin Sander war eine Ode an die Generation MQ und bespielte den gesamten Innenhof.

Als jüngstes Mitglied der MQ-Community reiht sich die neue MUMOK-Direktorin Fatima Hellberg ein, die das dunkle, aus Basaltlava gebaute Haus für die Eröffnungsausstellung „Terminal Piece“ samt einer Intervention der georgischen Künstlerin Tolia Astakhishvili rüstet. Im Alter von 40 Jahren hat die schwedische Kuratorin und Kunsthistorikerin nun einen wahren Kunst-Tanker mit mehr als 12.000 Werken übernommen.

Fatima Hellberg
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Die Generaldirektorin des Mumok - Fatima Hellberg

Die Sammlung von Klassischer Moderne, über Pop-Art, den Wiener Aktionismus bis hin zu Zeitgenössischem will Hellberg gleich zu Amtsantritt stärker in den Fokus rücken. Bis Ende September lockt sie das zuletzt rückläufige Publikum bei teilweise freiem Eintritt ins Museum, dessen Eingangsetage die renommierte Bühnenbildnerin Anna Viebrock gestaltet.

Die Ausstellung "Terminal Piece" in fünf Akten inszeniert von Anna Viebrock
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Die Ausstellung "Terminal Piece" in fünf Akten inszeniert von der deutschen Bühnenbildnerin Anna Viebrock

Welche Pläne sie für das MUMOK hat, wie sie das Haus für das Publikum öffnen will und wohin die Reise gehen soll, darüber spricht Martin Traxl mit Fatima Hellberg.

Krähwinkel der Kultur

Oder warum das MQ so aussieht, wie es aussieht

„Noch nie gab es in diesem Lande ein Projekt in dieser Dimension. Zwanzig Jahre dauerte die Diskussionsphase, zehn Jahre die Planung und zwei Jahre die Ausführung. Zwei Milliarden Schilling stecken in dem 60.000-Quadratmeter-Projekt“ jubelte der erste Museumsquartier-Direktor Wolfgang Waldner anlässlich der Eröffnung am 29. Juni 2001. Doch bevor das neue Kulturflaggschiff von Ortner & Ortner seine Pforten öffnen konnte, mischten Politiker aller Couleurs, Boulevard-Medien und gewichtige Bürger mit.

Martin Traxl diskutiert über die turbulente Zeiten mit dem Architekten des Museumsquartiers, Laurids Ortner und mit dem Kunsthistoriker Andreas Nierhaus
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Martin Traxl diskutiert über die turbulente Zeiten mit dem Architekten des Museumsquartiers, Laurids Ortner und mit dem Kunsthistoriker Andreas Nierhaus

Das österreichische Architektenduo Laurids und Manfred Ortner hatte in die ehemaligen Hofstallungen der habsburgischen Kaiser ein modernes Museumsareal gewuchtet, das die gediegenen Barockhöfe um eine Reihe markanter zeitgenössischer Bauten bereicherte. Das war schon im Vorfeld hochumstritten. Vor allem die „Kronenzeitung“, Österreichs auflagenstärkstes Boulevardblatt, hatte jahrelang gegen das Museumsquartier mobilgemacht. Erfolgreich. Ortner und Ortner mussten das Projekt gegen ihren Widerstand architektonisch „entschärfen“. Vor allem konnten sie das geplante Wahrzeichen des Quartiers, den sogenannten Leseturm, ein schmales 67 Meter hohes Hochhaus, nicht realisieren.

Zeitungsausschnitte

Die Kritik kommentierte das Resultat lauwarm. „Operation gelungen, Patient tot“, hieß es im Boulevard. „Es hätte schlimmer kommen können“, schrieb Walter Zschokke in der Presse. „Nekropolis statt Akropolis“, urteilte Jan Tabor im Falter. Kein Quäntchen Mut zeigten Politiker im Streit um den Leseturm. Die Landmark des Areals fiel zahllosen Bürgerinitiativen und deren prominenten Unterstützern zu Opfer. Angeführt wurde der starke Gegenwind vom mächtigen Krone-Chef Hans Dichand und Herbert Koch, dem damaligen Chef des dahinterliegenden Möbelhauses Leiner, der die Aussicht aus seinem Penthouse gefährdet sah.

Unter dem Titel „Vison & Widerstand“ widmet sich der renommierte Kurator Andreas Nierhaus im MQ „Freiraum“ nun dieser unendlichen Geschichte. Über Querelen, Ursprungs-Entwürfe und Zukunftsideen bittet Martin Traxl Andreas Nierhaus und den Architekten Laurids Ortner zum Gespräch vor die Libelle, der jüngsten architektonischen Erweiterung des Museumquartier-Komplexes.

23:15 kulturDoku

Zeichnen aus Protest

Zeichnen aus Protest - Zeichnung von Ann Telnaes
ORF/Clin d’oeil films

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