kreuz und quer

So sind wir - Die Träume der Jungen

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Jennifer Rezny hat Freundesgruppen zwischen 13 und 21 Jahren getroffen, mit ihnen über Werte, Lebensentwürfe, Sorgen und Träume gesprochen.

Modeschülerin Roula aus Wien Neubau ist 15 und träumt von einer Welt ohne Krieg und der großen Karriere als Modedesignerin.

Das Handy stets in Griffweite, verbringt sie ihre Freizeit gerne mit Backen und Karaoke und gemeinsam mit ihren Freundinnen Paulina und Frida. Frida, 14, Schülerin, sorgt sich um die Zukunft des Klimas: „Politik ist mir wichtig, aber mit Lernen tu ich mir schwer und Schule ist gar nicht mein Ding.“

Und Paulina, 13, hat Angst vor einer Berufswahl, die ihr gar nicht gefällt: „Ein toller Beruf wie Arzt wäre für mich ein Albtraum.“ Gemeinsam teilen die drei Freundinnen ihr Interesse an Kunst und die Meinung, dass manche Erwachsene sie zu wenig ernst nehmen.

Roula: „Junge Menschen haben auch Sorgen und Probleme und jeder hat einen anderen Grund, traurig zu sein.“

Versicherungsberater Richard, 21, aus Wien Meidling möchte für andere ein Vorbild sein, indem er stetig seine Fähigkeiten weiterentwickelt, selbstbewusst und ehrgeizig ist.

„Ich möchte schon etwas hinterlassen.“ Selbst mit einem randvoll gefüllten Terminkalender ausgestattet, findet er, dass für seine Generation ein „gewisser Leistungsdruck“ typisch ist. Außerdem sei man „digital dauerbeschallt, geil auf Likes und soziale Aufmerksamkeit“ und habe die „Tendenz zu Unverbindlichkeit“.

Freundin Sonja, 21, arbeitet derzeit in einer Bäckerei und hadert mit ebendieser Unverbindlichkeit in puncto Berufswahl: „Ich weiß nicht, was ich in Zukunft beruflich machen will und hätte gerne mehr Zeit auszuprobieren.“

Und Freund Paul, 21, Schauspielstudent, findet, dass Unsicherheit das große Thema seiner Generation ist: „Ich bin die erste Generation, die schon zwei Weltwirtschaftskrisen erlebt hat.“ Er sieht daher die Stimmung unter den Jungen insgesamt „eher pessimistisch.“

Wien Floridsdorf. Die Freunde Julijan, 15, Lehrsuchender und Hobby-Rapper, die 14-jährige Melissa, Schülerin und Hobby-Sängerin, und Levente, 17, Lehrling, verbindet die Liebe zum aktuell bei den Jungen sehr angesagten Deutsch-Rap.

Julijan, der gemeinsam mit Levente in derselben Siedlung aufgewachsen ist, schreibt seine eigenen Songs und möchte damit „Fame“ – in der Jugendsprache ist damit Ruhm gemeint – erreichen.

Auch wenn laut Levente „wir die aktuellen Teuerungen sehr spüren und es natürlich mehr Geld sein könnte, damit man Freunde zum Essen einladen oder sich mal einen schönen Urlaub leisten kann“, ist Geld nach Ansicht der drei Jugendlichen nicht das Wesentliche im Leben.

„Familie und Freunde gehen über alles“, so Julijan. Und weiter: „Beim Fame geht es mir auch nicht ums Geld, sondern um die Anerkennung, darum, gesehen zu werden.“ Groß durchstarten könne man heutzutage nur mehr mit Hilfe von Social Media.

Melissa: „Es ist einerseits leichter geworden, bekannt zu werden, weil man viel mehr Möglichkeiten hat, aber auch schwieriger, weil es viel mehr Leute versuchen.“

Jennifer Reznys Film widmet sich den Träumen der Jungen und bietet dabei vielfältige Einblicke in die zum Teil höchst unterschiedlichen Lebenswelten der „Generation Z“. Thematisiert wird dabei auch, was sie von früheren Generationen unterscheidet und welche großen Fragen sie umtreibt.

Gestaltung

Jennifer Rezny

Redaktion

Irene Klissenbauer