Jugend und ihre Codes - Von Poppern, Punks & Co.
ORF/RAUM.FILM Filmproduktion/Deniz Lindenberg
Vespa und Jugendkultur
kulturMONTAG

Jugend und ihre Codes - Von Poppern, Punks & Co.

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Regisseurin Karin Schiller begibt sich in ihrer Doku auf Spurensuche in eine Zeit, in der Jugendkultur noch unmittelbar im öffentlichen Raum sichtbar war.

Wien, Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre: Die Stadt verändert sich – und mit ihr eine junge Generation, die sich ihre eigenen Räume, Codes und Ausdrucksformen schafft. Auf Plätzen, in Lokalen und auf der Straße entstehen Szenen, die sich über Musik, Kleidung, Haltung und Zugehörigkeit definieren. Mods treffen sich am Donnerbrunnen, Popper präsentieren ihren gepflegten Stil in den so genannten besseren Bezirken, Punks provozieren mit Sicherheitsnadeln, Leder und radikaler Attitüde. Dazwischen: Rocker, Skins und all jene, die sich keiner Gruppe eindeutig zuordnen wollen.

Jugend und ihre Codes - Von Poppern, Punks & Co.
ORF/RAUM.FILM Filmproduktion
Punks aus dem ORF Archiv

Kleidung wurde zum Erkennungszeichen, Musik zum Lebensgefühl und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu einer Frage der Identität. Wer Parka, Fred-Perry-Polo oder Kaschmirschal trug, setzte damit ein Statement – über Geschmack, Herkunft, Haltung und darüber, wo man dazugehören wollte.

Vespafahrer
ORF/RAUM.FILM Filmproduktion/Deniz Lindenberg
Auf Ausfahrt

Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erinnern sich an eine Stadt ohne Internet und soziale Medien, in der Treffpunkte, Mundpropaganda und persönliche Begegnungen die Kommunikation bestimmten.

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ORF/RAUM.FILM Filmproduktion/Deniz Lindenberg
Schriftsteller und Musiker Christopher Just in seinem Parka

Der Autor und Musiker Christopher Just erzählt von den Wiener Mods, ihren Vespas, Partys und ihrem ausgeprägten Stilbewusstsein.

Jugend und ihre Codes - Von Poppern, Punks & Co.
ORF/RAUM.FILM Filmproduktion/Deniz Lindenberg
Fotograf Mickey Kodak

Der Fotograf Mickey Kodak beschreibt Punk als Ausbruch von Energie, Selbstermächtigung und Do-it-yourself-Kultur. Sylvia Benedikter, Betreiberin eines Plattenladens, erinnert sich an die Überschneidungen zwischen Punk, Ska, Mod und anderen Szenen in Linz und daran, dass für sie vor allem die Musik entscheidend war.

Jugend und ihre Codes - Von Poppern, Punks & Co.
ORF/RAUM.FILM Filmproduktion/Deniz Lindenberg
Ein Mod im Plattenladen

Der Philosoph Guido Schwarz schraubt heute noch an den Vespas, die im Film Quadrophenia so populär wurden. Auch gesellschaftliche und politische Gegensätze prägten die Jugendkulturen. Während Punk häufig für Opposition, Rebellion und den Bruch mit bestehenden Verhältnissen stand, wurden Popper als demonstrativ unpolitische Gegenbewegung wahrgenommen – mit Fokus auf Mode, Marken und materiellen Wohlstand.

Jugend und ihre Codes - Von Poppern, Punks & Co.
ORF/RAUM.FILM Filmproduktion
ORF-Sendung „Ohne Maulkorb“ über Popper, 1980

ORF-Redakteur Peter Resetarits schildert diesen Wandel als Kontrast zur politisierten Kultur der 1970er-Jahre. Journalist Michael Hopp wiederum erinnert sich an die fließenden Grenzen zwischen den Szenen und daran, wie sich Underground, Clubkultur, Mode und Lifestyle zunehmend miteinander vermischten.

Jugend und ihre Codes - Von Poppern, Punks & Co.
ORF/RAUM.FILM Filmproduktion/Iris Steinwender
Dreharbeiten mit Michael Hopp, Chefredakteur des österreichischen Zeitgeist-Magazins „Wiener“ in den 1980er-Jahren

Modeexpertin Nicole Adler ordnet die sichtbaren Codes der Jugendkulturen ein: Kleidung, Frisuren und Attitüde waren Möglichkeiten, sich von der Elterngeneration abzugrenzen. Die Dokumentation fragt auch danach, was von den damaligen jugendkulturellen Bewegungen geblieben ist. Sind die einstigen Abgrenzungen und gesellschaftlichen Gegenentwürfe verschwunden – oder haben sie lediglich neue Formen angenommen?

Regie
Karin Schiller

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