James Dean - Generation Rebell
ORF/Arte France/Bettmann
kulturMONTAG Spezial

James Dean - Generation Rebell

Werbung Werbung schließen

Rebell und Ikone, unsterblich geworden mit seinem frühen Tod im Alter von 24 Jahren.

James Dean überschrieb die zu seiner Zeit gängigen Codes von Männlichkeit – in seinem Leben wie in seinen nur drei Spielfilmen. In seine Rollen legte er Wut und Ohnmacht, Scham, Sehnsucht und sexuelle Ambivalenz und wurde so zum Gesicht einer ganzen Generation. Unzählige Bücher und Artikel wurden über ihn geschrieben, zahlreiche Thesen und Gerüchte über ihn verbreitet.

James Dean - Generation Rebell
ORF/ARTE France/Sunset Boulevard/Corbis/Getty Images
James Dean kultivierte das Image des Cowboys

Nie ist es gelungen, das Rätsel um seine Existenz letztgültig zu klären. Regisseur Cyrill Leuthy gelingt es in seiner Doku aufgrund intensiven Quellenstudiums allerdings, dem Mythos James Dean beeindruckend nahe zu kommen – zu sehen anlässlich Deans 95. Geburtstags in einer sommerlichen Spezialausgabe des kulturMONTAG.

James Dean - Generation Rebell
ORF/ARTE FRANCE/Stanford Roth
James Dean in seinem Porsche. Nur im Rausch der Geschwindigkeit konnte er sich selbst spüren.

Nur bei Autorennen, das Gaspedal seines Porsche bis zum Anschlag durchgedrückt, fühle er sich ganz. „Live fast, die young“ – „Lebe schnell, sterbe jung“: wenn dieses Zitat zur Überschrift einer Biografie taugt, dann zu jener von James Dean. Dringlichkeit und Ungeduld bestimmten seine Karrierepläne, als hätte er gewusst, wie wenig Zeit ihm zur Verfügung stand. Wahrscheinlich wollte er sich beim Rasen selbst entkommen, jedenfalls seiner Vergangenheit. Mit neun wird er Halbwaise, der Vater weiß mit Jimmy nichts anzufangen und verschickt ihn zu seiner Tante aufs Land – den Sarg der Mutter mit im Gepäck.

James Dean - Generation Rebell
ORF/ARTE France/Magnum Photos/Dennis Stock
James Dean, der Junge vom Land, der zum Weltstar wurde

Die Suche nach einer Vaterfigur wird lebensbestimmend. In seinem neuen Zuhause in Indiana nimmt ihn ein Pfarrer unter seine Fittiche, der die Knaben in seiner Gemeinde gerne einmal zum Nacktbaden an den Fluss begleitet. Später soll James Dean Elizabeth Taylor, seiner Filmpartnerin aus „Giganten“, erzählt haben, dass er mit elf Jahren von einem Geistlichen missbraucht worden sei.

James Dean - Generation Rebell
ORF/ARTE France/Archivio GBB/Bridgeman Images
Porträt von James Dean, ein Milchgesicht, das um Männlichkeit rang

Schuld und Scham, die Suche nach und das Aufbegehren gegen Vaterfiguren, die Frage, was Männlichkeit definiert – all dies lässt er später nahezu ungefiltert in seine Kinorollen einfließen. Seine Karriere startet er 1951 mit einem Werbespot und in Produktionen des ganz jungen Mediums Fernsehen.

James Dean - Generation Rebell
ORF/ARTE France/MPTV
James Dean war von Stierkämpfen nahezu besessen

Über Durststrecken hilft ihm ein wesentlich älterer Mentor, bei dem er einzieht. Wie das Verhältnis der beiden zueinander gestaltet war, lässt sich daran ermessen, dass Dean unmittelbar vor der Premiere von seinem Debütfilm „Jenseits von Eden“ von dem Älteren mit einer Klagsdrohung erpresst wurde und das Filmstudio eine Schweigegeldzahlung leistete. Die Frage nach James Deans Bisexualität mag in einem rein privaten Kontext belanglos sein, sie war aber zwischen den Zeilen zu lesendes Thema in seinem zweiten Spielfilm „...denn sie wissen nicht, was sie tun.“

James Dean - Generation Rebell
ORF/ARTE France/John Springer Collection/Cobis/Getty Images
James Dean: ...denn sie wissen nicht, was sie tun

Deans Sensibilität, Verletzlichkeit und Zerrissenheit machten sein Charisma aus – und machten ihn zum Mädchenschwarm. Wo er auftauchte, herrschte Kreischalarm. In schwarzer Lederjacke repräsentierte er die „zartere“ Version seines Idols Marlon Brando. Wie dieser studierte er an Lee Strasbergs Actors Studio, wo er mit seinem Spiel beeindruckte.

James Dean - Generation Rebell
ORF/ARTE France/Donaldson Collection/Getty Images/Richard C. Miller
Richard C. Miller begleitete James Dean während der Dreharbeiten zu seinem letzten Film „Giganten“ und schuf intime Porträts von unmittelbarer Nähe

Seine Oscar-Nominierung zum besten Hauptdarsteller für seine Leistung in „Jenseits von Eden“ sollte er nicht mehr erleben. Am 30. September 1955 erlag er seinen bei einem Autounfall erlittenen Verletzungen. In seiner Doku zeichnet Regisseur Cyrill Leuthy ein differenziertes Bild von James Dean, das durch viele Kino- und rare TV-Ausschnitte abgerundet wird.

Regie
Cyrill Leuthy

Links: