
Im Dienste der Kunst - Die Leidenschaft des Restaurierens
Dem Patienten ein langes Leben in Gesundheit erhalten – dies ist ein medizinischer Grundsatz, gilt aber um nichts weniger für die Sphäre der Kunst. Georg Prast ist einer der weltweit nachgefragtesten Restauratoren. Sein Fachgebiet: Tafelbilder der Renaissance. Mit hochmodernen Diagnoseverfahren wie Röntgen- und Infrarot-Technik nimmt er Objekte unter die Lupe, an denen die Zeit und einst unsachgemäße Handhabe Spuren hinterlassen haben.

Wo der unbedarfte Blick der Besucher auf schwelgerische Landschaften, verklärte Heilige oder ebenmäßige Gesichter adeliger Damen fällt, konstatiert Prast Risse und Spalten. Mit revolutionären High-Tech-Verfahren verhilft er alten Werken zu neuem Glanz. Einer der wichtigen Orte seiner Tätigkeit: das Kunsthistorische Museum in Wien, Schrein der Habsburger-Schätze von schier unermesslichem Wert. Regisseur Jochen Unterhofer begleitete den Südtiroler Tafelbildrestaurator Georg Prast über acht Monate bei seiner hochspezialisierten Arbeit im Dienste der Kunst, die sowohl höchste Professionalität als auch tiefe Leidenschaft zum Ausdruck bringt.

Das Kunsthistorische Museum in Wien: an die zwei Millionen Menschen aus aller Welt besuchen den Neorenaissance-Bau, um Kunstwerke zu bestaunen, die scheinbar für die Ewigkeit der Nachwelt erhalten werden. Doch wie sorglos und fahrlässig war der Umgang mit diesen Schätzen in der Vergangenheit: Gemälde wurden zu Transportzwecken zersägt, Reliefs nicht fachgerecht restauriert oder historische Artefakte falsch gelagert. Gleich exotischen Pflanzen benötigen Kunstwerke auch das richtige Raumklima. Als man im 19. Jahrhundert Ausstellungssäle zu beheizen begann, sank die Luftfeuchtigkeit und das Holz der Tafelbilder begann zu schrumpfen.

Der Prozess des Verfalls: er ist dank modernster Forschungsarbeit und Methodik nicht irreversibel. Die richtige Farbwahl treffen, um dem Original gerecht zu werden, die passenden Lösungsmittel verwenden, um unerwünschte Retuschen zu entfernen, Risse im Bildträger spaltüberbrückend verleimen, individuell angepasste Stützkonstruktionen anfertigen – all dies gehört zum Spezialwissen des Georg Prast, das er sich über die Jahre angeeignet hat.
Filmemacher Jochen Unterhofer gibt Einblick in Prasts Arbeit, wenn er den drei sächsischen Prinzessinnen Sibylla, Emilia und Sidonia, gemalt von Lucas Cranach dem Älteren, zu neuem Glanz verhilft, wenn er als Lehrender sein profundes Wissen weitergibt oder wenn er sich in Madrid mit José de la Fuente, einer weiteren Koryphäe im Bereich der Konservierung und Restaurierung von Tafelbildern, austauscht.
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