Vierter und letzter Teil:

Ikonen Österreichs

Ländliche Lebenswelten

Werbung

In der Reihe IKONEN ÖSTERREICHS werden Gegenstände lebendig gemacht, die eine ikonische Bedeutung für die Geschichte des Landes haben. Das Ausseer Dirndl, die Steirische Harmonika und der Krampus: in der zweiten Folge begibt sich Regisseurin Gabriele Schiller auf Spurensuche nach dem typisch Ländlichen - nach Traditionen und Bräuchen, die uns Österreicher angeblich vom Rest der Welt unterscheiden. Abseits von Touristenströmen blickt sie hinter die Fassade eines alteingesessenen Ausseer Dirndlmodengeschäfts, begleitet einen steirischen Harmonikabauer, der Bäume umarmt, bevor er aus ihnen Instrumente baut, und sucht nach den Wurzeln des archaischen Krampuskults.

Krampus Maske
ORF/pretv
Krampus Maske

Allerorten ist man stolz auf die Gegenstände, die Menschen am Land schon ein Leben lang begleiten. Schließlich gilt es die Identität der eigenen Heimat zu bewahren. Ob im Ausseerland, im Gasteinertal oder in der Südsteiermark – kaum wo denkt man daran, dass die meisten Bräuche aus einem Kulturtransfer entstanden sind. Nicht selten aus einem Austausch zwischen Stadt und Land.

Martina Reischauer sitzend in Ihrem Laden
ORF/pretv/Ing. Rene Schuh
Martina Reischauer sitzend in Ihrem Laden

Theorien über die Herkunft von Österreichs Bräuchen gibt es jedoch viele: Für den Maskenschnitzer Clemens Hübsch aus Bad Hofgastein steht außer Zweifel, dass es sich beim Krampus um einen uralten Fruchtbarkeitskult handelt. Auf die Frage, warum sich im Gasteinertal alljährlich hunderte Männer im Winter in Felle hüllen und selbstgeschnitzte Masken mit Hörnern aufsetzen, antwortet sein väterlicher Freund Horst Wierer: „Weil das ein Stück der eigenen Identität ist.“ Genauso selbstbewusst verkündet die Ausseerin Martina Reischauer, dass ihr Steirerkittel, das Ausseer Dirndl, „unser Gwand“ sei. „Am Schönsten ist es an einer Eieruhrfigur“, betont die Geschäftsfrau, „da kann das Popscherl ruhig a bisserl größer sein.“

Krampus Maske wird bearbeitet
ORF/pretv
Krampus Maske wird bearbeitet

Weit spiritueller geht Harmonikabauer Hermann Jamnik in der Südsteiermark ans Werk. Auf einem Hügel vor seinem Haus steht eine Statue der heiligen Cäcilia, der Schutzheiligen aller Musiker. Die junge, aufstrebende Akkordeonistin Johanna Dumfart glaubt jedenfalls ans handwerkliche Geschick des Instrumentenbauers, bei dem sie regelmäßig ihre „Ziach“ begutachten lässt.

Harmonikabauer Hermann Jamnik
ORF/pretv
Harmonikabauer Hermann Jamnik

In der TV-Dokumentation über die Ikonen der ländlichen Lebenswelten streuen die Schatzmeister ihren geliebten Objekten leidenschaftlich Rosen. Gleichzeitig begibt sich der Film auf die Suche nach den wahren Ursprüngen. Designer*innen, Wissenschaftler*innen und Zeitzeugen/Zeitzeuginnen erzählen vom regen rural-urbanen Kulturtransfer und reflektieren, wie das Dirndl, der Krampus und die Steirische Harmonika davon beeinflusst wurden.

Regie
Gabi Schiller

Link:

Brauchtum und Tradition in Österreich