Spielwürfel und Buchstabensteine
ORF/Red Monster Film
dokFilm

Homo ludens - Warum wir spielen

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Die Dokumentation beleuchtet ein Grundphänomen des menschlichen Lebens und stellt die Frage: Warum spielen Menschen - Erwachsene nicht weniger als Kinder?

Im Kleinkindesalter beginnen wir, uns spielerisch die Welt zu erschließen: brabbelnd, saugend, tastend, Grenzen auslotend. Doch ein Leben lang hören wir nicht auf zu spielen: jeder Mensch nimmt mehrere Rollen ein, ist immer mehr als nur eine Person. Beim Spieleabend im Freundeskreis üben wir uns in sozialer Interaktion fernab des Alltags.

Spielender hält Spielkarten in der Hand
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Cosplayer erschaffen sich offene Spielräume und neue Identitäten. Und auf der Bühne kann Spiel zur großen Kunst gerinnen. Stefan Wolner & Anna Katharina Wohlgenannt nähern sich dem Thema Spiel aus kultureller, psychologischer und soziologischer Perspektive und bittet unter anderen Spieleforscherinnen und -Entwickler, Cosplayer und Schauspielerinnen zu Wort.

Zwei Frauen unteragieren mit Drohnen
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Medienkünstlerin und Kunsttheoretikerin Margarete Jahrmann (re.) arbeitet mit Studierenden an experimentellen Spielformen

Die Rollen, in die wir schlüpfen, um in unterschiedlichen sozialen Konstellationen bestehen zu können, mögen mitunter zur Bürde werden. Doch gerade im Spiel finden wir auch Entlastung: wiewohl Arno Steinwendner das gemeinschaftliche Erlebnis in der analogen Welt – egal, ob im Kaffeehaus beim Schach oder Kartenspiel oder beim Brettspieleabend zu Hause – eindeutig lieber ist als stundenlanges Starren in Bildschirme.

Homo ludens - Warum wir spielen
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Spieleautor Arno Steinwender arbeitet an einem Spielprototyp

Steinwendner ist ein Spieleautor aus Wien, vielfach wurde er für die von ihm entwickelten Gesellschaftsspiele ausgezeichnet. In seiner Werkstatt im Keller skizziert und experimentiert er, druckt Prototypen von Spielfiguren mit dem 3D-Drucker aus und testet sie dann mit Kolleginnen und Kollegen in der Praxis: „Das stärkste Argument für Gesellschaftsspiele ist für mich die Beschäftigung mit anderen Menschen, mit Mitmenschen“.

Homo ludens - Warum wir spielen
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Cosplayerin Lilith Stephenson mit einer Freundin beim Shooting im japanischen Garten

Auch für die 19-jährige Lilith ist das Miteinander ein wesentliches Motiv für ihr Hobby: Cosplay kommt aus Japan und ist von Manga, Anime, Film und Videospiel inspiriert. Gemeinsam mit Freundinnen entwirft und schneidert Lilith Kostüme, die dann vor dem passenden Hintergrund für Fotoshootings inszeniert werden. Es ist ein Spiel mit Identitäten, das neue Kommunikationsebenen ermöglicht.

Homo ludens - Warum wir spielen
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Soziologin und Künstlerin Korinna Lindinger im Gespräch über hybride Spielräume und Gesellschaft

Soziologin Korinna Lindinger verweist auf den größeren Kontext: „Kinder und Jugendliche von heute die wachsen in eine andere Welt hinein, in eine Welt mit viel hybrideren Räumen.“

Homo ludens - Warum wir spielen
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Jens Junge, Ludologe, erklärt, warum Menschen spielen

Die Welt buchstäblich zu begreifen lernen, vom Ich zum Du zu gelangen, all das sei nur spielerisch möglich, sagt Ludologe Jens Junge: „Der Mensch spielt, weil es ein Naturtrieb ist, eine natürliche Veranlagung.“ Das Kleinkind, das alles, was es umgibt, zu ertasten, erschmecken oder verbiegen versucht, tritt so in einen Dialog mit der Welt.

Homo ludens - Warum wir spielen
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Steffen Jäger im Interview am Max Reinhardt Seminar

Spielen erfordert Mut, zumal wenn es vor den Augen vieler anderer geschieht, findet Steffen Jäger, Professor für Rollengestaltung am Wiener Max Reinhardt-Seminar. Wenn Schauspieler und Schauspielerinnen glaubhaft machen, sie seien etwa Rivalinnen oder Liebende und dabei Intimität herstellen, gehe das nicht ohne Courage.

Homo ludens - Warum wir spielen
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Schauspielstudierende Lucy Gerhard und Thomas Amega bei einer Probe am Max Reinhardt Seminar

Großes Schauspiel macht die Gefühle der dargestellten Figuren völlig transparent. So stehen Schauspielerinnen und Schauspieler wohl im Kostüm auf der Bühne – doch wollen sie wahrhaftig sein, sind sie dabei gleichsam nackt.

Regie
Stefan Wolner

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