![© ORF/ORF[M]/Hans Leitner/Regine Schöttl Die Moderatoren Kathrin Ficzko und Thomas Birgfellner posieren vor dem rot-weißen Studiodesign von „Heimat großer Töchter und Söhne“.](/program/orf2/heimatgros260~_v-epg__large__16__9_-5412e775eb65789c908def5fa9fdf24a7b895a8f.jpg)
Heimat großer Töchter und Söhne
Nach der Live-Show „9 Plätze – 9 Schätze“ am Montag, dem 26. Oktober, geht der Abend in ORF 2 und auf ORF ON mit „Heimat großer Töchter und Söhne“ weiter: Die „Bundesland heute“-Moderatoren Kathrin Ficzko (ORF-Landesstudio Steiermark) und Thomas Birgfellner (ORF-Landesstudio Niederösterreich) stellen dabei neun Österreicherinnen und Österreicher vor, die Besonderes geleistet haben und leisten, österreichweit dennoch weitgehend unbekannt geblieben sind. Neun besondere TV-Porträts sollen das ändern:
Burgenland: Sofia Reyna, Sängerin und Musikerin
Sofia Reyna sang eigene Songs in einem Londoner Studio ein, veröffentlichte ihr Debütalbum „Half a Girl“ und studiert in Wien – dabei ist die Singer-Songwriterin erst 20 Jahre alt. Sie wuchs in Neufeld an der Leitha mit einem älteren Bruder bei ihren Eltern auf. Von klein an blind, hatte die junge Burgenländerin bald ihre Leidenschaft für die Musik entdeckt. Mit Gitarre und Piano begann sie mit Hingabe zu komponieren.

Kärnten: Josef Kollmann, Hutmacher
In Gradesim Metnitztal besteht seit 1868 ein Hutmacher-Betrieb. Der Chef des Betriebs Josef Kollmann ist der letzte Hutmacher Kärntens, der nach alter Tradition arbeitet. Doch eine Nachfolge zeichnet sich nicht ab. Die Nachfrage nach handgemachten Hüten ist durchaus gegeben, vor allem Musikkapellen und Traditionsvereine schätzen Kollmanns Arbeit aber wenn sich keine Nachfolge findet, wird dieses alte Handwerk in Kärnten wohl verloren gehen.

Niederösterreich: Daniel Schier, Rettungs-Disponent
Daniel Schier ist Europas bester Notruf-Disponent. Beim jährlichen Treffen der Notruf-Organisationen Europas ist er 2025 in Turin für seine zehnjährige Tätigkeit ausgezeichnet worden. Er hat außergewöhnliches Können und Führungsqualität bewiesen und in kritischen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt. Vom Notruf-Bearbeiter hat er sich zum Supervisor hochgearbeitet und ist jetzt für die Flugrettung und alle Sondereinsätze von Notruf Niederösterreich zuständig. Zusätzlich hat er den Privatpilotenschein gemacht.

Oberösterreich: Jörg Ardelt, Arzt und ehrenamtlicher Obdachlosen-Betreuer
Weil er in seinem Leben immer auf die Butterseite gefallen sei, wie er selbst sagt, möchte Jörg Ardelt aus Oberösterreich auch etwas zurückgeben. Zwei- bis dreimal pro Monat versorgt der 74-jährige Arzt Obdachlose und andere Menschen ohne Krankenversicherung im Help-Mobil – einer Art Rettungsauto, das von Caritas, Rotem Kreuz, Samariterbund, Barmherzigen Schwestern und Lazarus-Hilfsdienst organisiert wird und eine medizinische Basisversorgung anbietet. Ardelt ist pensionierter Hausarzt in Marchtrenk (Bezirk Wels-Land), wo der dreifache Vater und vierfache Großvater die Praxis jahrelang gemeinsam mit seinem Sohn Florian bis zu seiner Pensionierung führte.

Salzburg: Caroline und Christine Neudecker, Bildungsprojekt „Spürnasenecke“
Caroline und Christine Neudecker sind zwei preisgekrönte Salzburger Pädagoginnen und Entwicklerinnen, die für ihr Bildungsprojekt „Spürnasen Primary“ bekannt sind. Damit haben die Schwestern ein innovatives Konzept entwickelt, das Kindern in der Volksschule einen spielerischen und praxisnahen Zugang zu MINT-Fächern ermöglicht. Das Projekt ist eine Erweiterung der bereits 2012 gestarteten „Spürnasenecke“ für Kindergärten.

Steiermark: Das Team „Löwenmut“
Das Team „Löwenmut“ bietet für Kinder, Jugendliche und auch Eltern Trainings und Workshops mit dem Schwerpunkt Mobbingprävention an. Dabei geht es darum, Kinder und Jugendliche zu stärken, ihre Individualität zu fördern und ihnen Mut zu machen, um selbstbewusst auftreten zu können. Sie lernen, selbst Grenzen zu setzen und Mobbing und Ausgrenzung klar zu begegnen. Sabrina Deutschmann hat „Löwenmut“ vor vier Jahren gegründet und arbeitet mittlerweile mit einem Team aus 100 Trainerinnen und Trainern.

Tirol: Wolfgang Schwaiger, Kulturschaffender
Wolfgang Schwaiger setzt sich seit Jahren für Menschen mit Fluchterfahrung ein und ermöglicht ihnen Sichtbarkeit und Teilhabe. So bringt er hochkarätige Künstler aus der Ukraine zurück auf die Bühne, die sie durch Krieg und Vertreibung verloren haben. Gleichzeitig unterstützt er junge Talente wie eine Künstlerin aus dem Irak, die als einziges Mädchen im Flüchtlingsheim Bürglkopf lebte. Durch von ihm organisierte Ausstellungen konnte sie erstmals ihre Arbeiten einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren. Wolfgang Schwaiger (be)lebt die kulturelle Szene im ländlichen Raum und macht sie zu einem Platz für alle.

Vorarlberg: Carmen Berti-Zambanini
Dr. Carmen Berti-Zambanini ist eine Allgemeinmedizinerin in Alberschwende, die sich als Präsidentin der ÖGAM (Österreichische Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin) Vorarlberg aktiv für die Fortbildung von Ärztinnen und Ärzten zum Thema ME/CFS engagiert und sich auch für eine eigenen ME/CFS-Ambulanz in Vorarlberg einsetzt. Laut Schätzungen leiden bis zu 80.000 Österreicher:innen an ME/CFS, eine schwere, komplexe Erkrankung, die für Betroffene mit massiven Einschränkungen und häufig auch mit erheblichen sozialen und beruflichen Folgen verbunden ist.

Wien: Yochai Mevorach, Friseur und Gründer Verein „Haarfee“
Der Verein „Haarfee“ ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die Kindern, die ihr eigenes Haar durch Schicksalsschläge verloren haben, durch Haar- und Geldspenden hochwertige Echthaarperücken schenkt. Nach dem Verlust der eigenen Haare in Folge einer Chemotherapie, schweren Verbrennungen oder der Krankheit Alopecia Areata verlieren die Kinder auch ihr Selbstwertgefühl. Durch den Verein bekommen Kinder ein Stück Normalität zurück. Die Auswahl der Kinder und die Vergabe der Echthaarperücken erfolgt seit Beginn in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Kinderkrebshilfe.
