Fuoco sacro - Suche nach dem heiligen Feuer des Gesangs
Opernabende können anregend sein, sie können aber auch ziemlich langweilen. Manchmal sind sie lebensverändernd. Wer die Callas gesehen hat, spricht noch heute von ihr.
Auch in der heutigen Zeit gibt es sie: Sängerinnen, die die Zuschauer:innen ins Herz treffen. Selten waren sie immer und sind es bis heute. Drei herausragende Sängerinnen stellt dieser Film vor: Ermonela Jaho, Barbara Hannigan und Asmik Grigorian. Was löst ihr Gesang bei ihrem Publikum aus, und wie machen sie das?
Sie kommen aus den verschiedensten Kulturen – Albanien, Kanada, Litauen –, und sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Eines haben sie dennoch gemeinsam: sie schonen sich nicht, auf der Bühne geben sie alles. Den letzten Schutzschild, auf den ihre Kolleginnen nicht verzichten wollen, brauchen sie nicht. Sie verschmelzen mit ihren Bühnenfiguren und wollen das totale Erlebnis. Nur mit Künstlerinnen wie ihnen kommt die Oper zu sich und es entsteht Musiktheater im emphatischen Sinn.
Wie Stanislawski, der großen Schauspielern nachspionierte, um ihren Geheimnissen auf die Spur zu kommen, beobachtet der Film seine Protagonistinnen: Wie verbringen sie den Tag vor einer Premiere? Wann kommen sie ins Theater? Wie sieht ihre Garderobe aus? Was geschieht in den Sekunden vor dem Auftritt? Die Sängerinnen öffnen sich wie selten zuvor und offenbaren dem Zuschauer das Glück der Selbstvergessenheit wie auch die schwarzen Abgründe, ohne die keine große Kunst entsteht.
Ein Film über drei große Sängerinnen und zugleich ein Film über das Herz der Oper.
Buch und Regie
Jan Schmidt-Garre