
Eröffnung der Wiener Festwochen 2026
Die Wiener Festwochen feiern 2026 ihr 75-jähriges Bestehen – und begehen das Jubiläum mit einer programmatischen Selbstbeschreibung: „75 Jahre Schönheit und Skandal, 75 Jahre Kunstreligion“. Im Jubiläumsjahr erklären sich die Festwochen zur „Republic of Gods“ und setzen damit auf ein Eröffnungssignal, das weniger Festakt als künstlerische Zeremonie sein will: Wien wird zum Ort, an dem Hochkultur und Pop, Ritual und Gegenwart, Ernst und Überzeichnung bewusst aufeinandertreffen.

Die Eröffnung findet am 22. Mai am Wiener Heldenplatz statt – im Zentrum steht Patti Smith, die „Godmother of Punk“. Mit ihrer Mischung aus Poesie, Haltung und roher Bühnenenergie eröffnet sie das Festival gemeinsam mit der neu gegründeten Festwochen-Band Gods Republic und dem Schmusechor.

Das Konzept des Abends ist ein gezielter Genre-Crash: Gospel trifft auf Punk, Klassik auf Schlager. Die Festwochen sprechen von „schamlosem Synkretismus“ – einem lustvollen Zusammenführen von scheinbar Unvereinbarem – und spielen dabei auch mit dem Bild neuer und alter Gött:innen, die als Idole, Projektionen oder Stimmen nebeneinanderstehen. Der Heldenplatz wird so nicht nur Konzertfläche, sondern ein öffentlicher Resonanzraum zwischen Andacht und Aufruhr.

Neben Patti Smith stehen zahlreiche weitere Musiker:innen und Gäste auf dem Programm, die diese Vielstimmigkeit erweitern – darunter Cari Cari mit ihrem cineastischen Indie-Rock, Nenda mit mehrsprachigem Pop, Lara Hulo mit rotzig-intimem Chanson-Pop und Witch Club Satan als brachiale, performative Metal-Intervention. So entsteht ein Abend, der Wien in guter Tradition als Stadt der kulturellen Mischformen zeigt: spektakulär, direkt, kollektiv – und bewusst unberechenbar.
Der ORF überträgt die fulminante Eröffnung live-zeitversetzt vom Wiener Heldenplatz. Für die Bildregie zeichnet Felix Breisach verantwortlich.