kulturMONTAG

Die Kunstaufpasser:

Der Prado - erzählt von seinem Aufsichtspersonal

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Das Museo del Prado, eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, zieht täglich mehr als 10.000 Besucher an. Mit einer beeindruckenden Sammlung von Meisterwerken, darunter Werke von Francisco de Goya und Diego Velázquez, ist das Prado nicht nur Herberge herausragender Kunstwerke, sondern symbolisiert, wie Direktor Miguel Falomir betont, die Seele Spaniens.

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ORF/Film Five
Paloma Herranz González und Laura Fernández Díaz sind Aufseherinnen im Museo del Prado

Die Dokumentation „Der Prado – erzählt von seinem Aufsichtspersonal“ des Regieduos Corinna Belz und Tuan Lam bietet einzigartige Einblicke in üblicherweise verschlossene Räume des Museums und präsentiert Gemälde von Hieronymus Bosch, Joachim Patinir und Eduardo Rosales. Im Mittelpunkt stehen drei Aufseherinnen und Aufseher des Hauses, die ihre persönlichen Favoriten und ihre einzigartigen Perspektiven auf die Kunstwerke teilen.

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Paloma Herranz González, Aufseherin im Museo del Prado

Kaum jemand verbringt so viel Zeit mit den imposanten Gemälden wie das Aufsichtspersonal. Sie überraschen die Gäste mit detailliertem Wissen über Kunstwerke, die einst Teil der königlichen Sammlung waren. Vor dem „Garten der Lüste“, dem berühmten Triptychon von Hieronymus Bosch, steht immer eine Schar von Besuchern.

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Laura Fernández Díaz, Chefaufseherin im Prado

Doch Laura Fernández Díaz, Chefaufseherin im Prado, bevorzugt das weniger bekannte Werk „Überfahrt in die Unterwelt“ von Joachim Patinir aus dem 16. Jahrhundert. Das Gemälde zeigt den Fährmann Charon, der eine Seele in die Hölle bringt, während das Paradies fast menschenleer ist. „Nur zwei von 30.000 Menschen kommen ins Paradies“, erklärt Fernández Díaz und verweist auf den damaligen Glauben.

Francisco de Goya, einer der Hofmaler, bleibt bis heute ein Wahrzeichen des Museums. Im sonst verschlossenen Kabinett enthüllt Kurator José Manuel Matilla Goyas weltberühmte „Los Caprichos“, eine Sammlung von sozialkritischen Grafiken. Diese Werke bieten einen tiefen Einblick in die gesellschaftlichen und politischen Zustände seiner Zeit.

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Xóchitl Barbero, Künstlerin und Aufseherin im Museo del Prado

Xóchitl Barbero, Künstlerin und Aufseherin, hat eine besondere Vorliebe für „Der Tod der Lucretia“ von Eduardo Rosales. Sie bewundert die schnellen Pinselstriche und die moderne Malweise des Künstlers. Ihr Lieblingsbild hat sie sogar nachgemalt und zu Hause aufgehängt, was ihre tiefe Verbundenheit mit dem Werk zeigt.

Die Begeisterung für das kulturelle Erbe Spaniens und Europas zieht sich durch alle Abteilungen des Prado, vom Direktor bis zum Kurator, von den Restauratoren bis zum Aufsichtspersonal. Die Dokumentation zeigt vor allem, dass das Aufsichtspersonal nicht nur als Hüter und Hüterinnen, sondern auch als Kunstvermittler und Kunstvermittlerinnen mit ihren persönlichen Perspektiven auf die Werke und ihren Geschichten das Museumserlebnis der Besucher und Besucherinnen bereichern.

Regie
Corinna Belz
Tuan Lam

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Regie

Corinna Belz

Tuan Lam