Die Barbara Karlich Show
Mein Leben mit dem Verbrechen
Die Gäste dieser Sendung eröffnen Einblicke in die Verbrechensbekämpfung. Sie berichten von Methoden der polizeilichen Ermittlungsarbeit und Beweismittelsicherung, von der Untersuchung und Reinigung von Tatorten und vom Umgang mit den Tätern. Sieht die Realität anders aus, als sie in Film und Fernsehen dargestellt wird?

Sigrun Roßmanith, 69, Forensische Psychiaterin und Gerichtsgutachterin aus Wien,
ist seit mehr als vierzig Jahren forensische Psychiaterin. Als solche schreibt sie Gutachten im Auftrag von Strafgerichten. Einen Namen gemacht hat sie sich unter anderem mit Fällen wie Josef Fritzl und Elfriede Blauensteiner, die als „Schwarze Witwe“ in die Geschichte einging. „Mörderinnen sind dennoch die Ausnahme in der Kriminologie“, sagt Roßmanith. „Aber wenn, dann sind sie kreativer. Frauen sind einfach die besseren Mörder. Sie töten einfallsreicher, geduldiger und klüger.“ Sie plädiert allerdings auch dafür, nicht nur in Männern das Böse zu sehen. „Die Frau ist in der Gesellschaft immer noch als brave, gute, liebende Mutter verankert. Das sind wir nicht. Frauen können unglaublich hart sein. Ich persönlich fürchte die Rache von Frauen viel mehr als die von Männern.“
www.sigrunrossmanith.at

Ernst Geiger, 67, Ehemaliger Leiter der Wiener Mordkommission aus Wien,
war federführend an der Aufklärung berühmter Kriminalfälle beteiligt. Geiger hat an Fällen wie Natascha Kampusch und Jack Unterweger mitgearbeitet. „Ich habe Unterweger damals verhört. Als wir zu Beginn gegen ihn ermittelt haben, war es sehr schwer für uns, weil niemand an seine Schuld geglaubt hat.“ Er erinnert sich: „Damals steckte die Arbeit der Kriminalpolizei noch in den Kinderschuhen. Es gab keine DNA-Auswertung, Alibis mussten mühsam überprüft werden.“ Den perfekten Mord gibt es laut Geiger nicht. „Das ist immer vom Zufall abhängig. Es kann ein schlecht geplanter Mord zum perfekten Mord werden und ein perfekt organisierter Mord an einem Zufall scheitern.“
Buch: „Heimweg“ (Verlag edition a)