Der goldene Apfel - Die unaufführbare Oper - Probenfoto
Birgit Gufler
Der goldene Apfel - Die unaufführbare Oper
kulturMATINEE

Der goldene Apfel - Die unaufführbare Oper

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Die legendäre Barockoper „Der goldene Apfel“ gilt als unaufführbar: zu lang, zu teuer, zu aufwendig. Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik wagen sich dennoch an den „Wahnsinn“, wie sie selbst sagen. Zum 50-jährigen Jubiläum bringen sie „Il pomo d’oro“ von Pietro Antonio Cesti erstmals nach 358 Jahren wieder komplett auf die Bühne: eine Premiere der Superlative.

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Birgit Gufler

Regisseur Fabio Ceresa holt die Oper ins Jetzt. Er inszeniert die antike Geschichte vom Urteil des Paris, der den goldenen Apfel „der Schönsten“ überreichen soll, als Misswahl von heute. Politische Intrigen, Korruption und Machtspiele in der olympischen Götterwelt wirken zeitlos. Das Personal im „Hauptquartier der Superschurken dieser Welt“ kann das Publikum selbst interpretieren von Donald Trump bis zu FIFA-Chef Infantino.

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Birgit Gufler

Die Partitur ist unvollständig, zwei Akte der Musik von Pietro Antonio Cesti sind verschollen. Ottavio Dantone, der musikalische Leiter, hat die Lücken gefüllt. In der Bibliothek von Modena sind 35 Arien aufgetaucht. In monatelanger akribischer Arbeit hat Dantone die fehlende Musik aus diesen Arien und aus anderen Cesti-Opern wie ein Puzzle rekonstruiert. Am Ende werde man den Unterschied zwischen Cesti und Dantone nicht hören, ist der Musiker überzeugt.

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Birgit Gufler

Ein ORF-Team begleitet die Produktion und bietet damit Einblicke hinter die Kulissen, zum Beispiel bei den ersten Flugproben der Sängerinnen und Sänger, die in barocken Wolken über der Bühne schweben. In Innsbruck übernehmen 20 Sängerinnen und Sänger die 47 Rollen des barocken Originals. Beim Wechseln der Kostüme müssen sie daher sehr schnell sein. Das achtstündige Werk wird in Innsbruck, wie damals bei der Uraufführung, auf zwei Abende aufgeteilt: ein Stück mit einer 20-stündigen Pause dazwischen. Mit auf offener Bühne permanent wechselnden Szenenbildern, fantasievollen Effekten und opulenten Barockkostümen soll das Publikum, wie einst, zum Staunen gebracht werden.

Gestaltung
Teresa Andreae

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