Skulptur nackter Mann mit gezeichnetem Feidenblatt vor dem Geschlecht
ORF/HARBOR Films
dokFilm

Das versteckte Geschlecht - Kunst und Scham

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Die Dokumentation von Regisseurin Agnès Obadia begibt sich auf eine kunsthistorische Spurensuche.

Die Darstellung von Geschlechtsteilen in der bildenden Kunst war über Jahrhunderte hinweg strengen Verboten und Zensurmaßnahmen unterworfen und ist bis heute ein sensibles Tabuthema. Dennoch fanden Künstlerinnen und Künstler aller Epochen Wege, sich den Restriktionen zu entziehen.

Kunstgrafik: Feigenblatt überdeckt nackten Körper
ORF/HARBOR Films/BNF
Es ist gut und hässlich! Karikatur von NADAR

Feigenblätter, Perlenketten, drapierte Tücher oder strategisch platzierte Accessoires sollten das Anstößige verdecken, bewirkten jedoch das Gegenteil. Der Blick des Betrachters fiel oft erst recht auf die verborgene Nacktheit.

Andromeda von Théodore Chassériau
ORF/HARBOR Films/RMN/Philippe Fuzeau
Andromeda von Théodore Chassériau

Warum kringelt sich das Haar von Botticellis Venus ausgerechnet an ihrer Scham zu einer zweideutigen Locke? Weshalb suggerieren Waffenscheiden, Schwerter oder Degen in zahlreichen Darstellungen das männliche Glied oft eindringlicher, als es eine offene Darstellung getan hätte?

Esther Ferrer bei der künstlerischen Arbeit mit Feigenblatt
ORF/HARBOR Films
Esther Ferrer, spanische Bildhauerin, Performance- und Installationskünstlerin, Fotografin und Kunstkritikerin

Der Film untersucht, wie die Zensur von Geschlechtsteilen die Bildsprache der Kunst geprägt hat und mit welcher Raffinesse Künstlerinnen und Künstler versuchten, diese Einschränkungen zu umgehen. Nicht wenigen gelang es, durch geschicktes Verbergen sogar noch mehr zu enthüllen und die Grenzen des Erlaubten lustvoll auszuloten.

Le Chat von Philipp Geluck
ORF/HARBOR Films
Le Chat von Philipp Geluck

Für die Dokumentation recherchierte das Filmteam in Frankreich, England und Dänemark. In Gesprächen mit Konservator:innen, Kunsthistoriker:innen und zeitgenössischen Künstler:innen beleuchtet der Film die vielschichtige Beziehung zwischen Kunst, Körper, Moral und Scham und zeigt, wie subtil und wirkungsvoll das Verborgene sein kann.

Regie
Agnés Obadia

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