
Das versteckte Geschlecht - Kunst und Scham
Die Darstellung von Geschlechtsteilen in der bildenden Kunst war über Jahrhunderte hinweg strengen Verboten und Zensurmaßnahmen unterworfen und ist bis heute ein sensibles Tabuthema. Dennoch fanden Künstlerinnen und Künstler aller Epochen Wege, sich den Restriktionen zu entziehen.

Feigenblätter, Perlenketten, drapierte Tücher oder strategisch platzierte Accessoires sollten das Anstößige verdecken, bewirkten jedoch das Gegenteil. Der Blick des Betrachters fiel oft erst recht auf die verborgene Nacktheit.

Warum kringelt sich das Haar von Botticellis Venus ausgerechnet an ihrer Scham zu einer zweideutigen Locke? Weshalb suggerieren Waffenscheiden, Schwerter oder Degen in zahlreichen Darstellungen das männliche Glied oft eindringlicher, als es eine offene Darstellung getan hätte?

Der Film untersucht, wie die Zensur von Geschlechtsteilen die Bildsprache der Kunst geprägt hat und mit welcher Raffinesse Künstlerinnen und Künstler versuchten, diese Einschränkungen zu umgehen. Nicht wenigen gelang es, durch geschicktes Verbergen sogar noch mehr zu enthüllen und die Grenzen des Erlaubten lustvoll auszuloten.

Für die Dokumentation recherchierte das Filmteam in Frankreich, England und Dänemark. In Gesprächen mit Konservator:innen, Kunsthistoriker:innen und zeitgenössischen Künstler:innen beleuchtet der Film die vielschichtige Beziehung zwischen Kunst, Körper, Moral und Scham und zeigt, wie subtil und wirkungsvoll das Verborgene sein kann.
Regie
Agnés Obadia
Links:
- Philipp Geluck
- Esther Ferrer
- Théodore Chassériau
- NADAR
- Interessensgemeinschaft Österreichischer Dokumentarfilm
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