
Am Schauplatz
Kampf um Windstrom
Eine Reportage über BefürworterInnen und GegnerInnen der Windenergie
Österreich soll bis 2040 klimaneutral sein. Um dieses Regierungsziel zu erreichen, soll die Windkraft massiv ausgebaut werden. In Salzburg, Tirol und Vorarlberg steht noch kein einziges Windrad. Alexander Jäger, der Bürgermeister der Tiroler Gemeinde Fließ, wünscht sich, dass sich das bald ändert. „Am Ende des Tages kommt uns das allen zugute“ erklärt er im Schauplatz-Interview. Die Gemeinde würde Entschädigungszahlungen bekommen, wenn ein am Fließer Hausberg Venet geplanter Windpark errichtet wird.

Niederösterreich produziert mit mehr als achthundert Windrädern bundesweit aktuell am meisten Windstrom. Viele Windräder stehen im Weinviertel, der früheren Heimat von Alex Aicher. Sie hätten ihn dort nie gestört, sagt er. Vor einigen Jahren ist er nach Sitzenberg-Reidling im Mostviertel umgezogen. Die hier geplanten Anlagen sind ihm ein Dorn im Auge. Denn sie sollen mitten im Wald aufgestellt werden. Für Alex Aicher ist das ein Tabu. Er ist Sprecher der Bürgerinitiative „3 Gemeinden 1 Ziel“, die den Wald in Traismauer schützen will. Und das ärgert AktivistInnen der Initiative „Traismauer im Aufwind“. „Wir wollen dieses Windkraftprojekt. Wir wollen, dass die Energiewende in Österreich einfach weitergeht“, fordert deren Sprecher Alexander Kesselring.

„Am Schauplatz“-Reporterin Beate Haselmayer hat BefürworterInnen und GegnerInnen quer durch Österreich getroffen. Während sich die einen Klimaschutz, Energieunabhängigkeit und günstigeren Strom wünschen, fürchten die anderen ein Ende des Naturschutzes und eine Verschandelung der Landschaft durch „Windmonster“. Einige GegnerInnen zweifeln sogar am menschengemachten Klimawandel. Ähnlich wie Corona sei die Klimakrise erstunken und erlogen.