Frau Gerda, 95 Jahre, sitzt mit ihrem Hund Lena in einem Wintergarten. Sie vermacht ihr gesamtes Vermögen dem Tierschutz.
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Frau Gerda, 95 Jahre, mit ihrem Hund Lena. Sie vermacht ihr gesamtes Vermögen dem Tierschutz.

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Wenn Vereine per Testament erben

122 Millionen Euro werden jährlich in Österreich per Testament an gemeinnützige Vereine vererbt – ein neuer Höchststand. Laut Fundraising Verband Austria ist diese Form des Spendens in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 120 Prozent gewachsen. Gründe dafür könnten im demografischen Wandel liegen: Immer mehr Menschen bleiben kinderlos. Rund 90 Prozent der Testamentsspenden stammen von alleinstehenden Personen, im Schnitt werden 50.000 bis 100.000 Euro vererbt.

Besonders häufig profitieren Tierschutzvereine, aber auch Organisationen aus den Bereichen Gesundheit, Pflege, Soziales sowie Kinder- und Jugendschutz. Die Am Schauplatz-Reportage von Gudrun Kampelmüller begleitet Menschen, die über ihren Tod hinaus Gutes bewirken wollen, und fragt nach ihren Motiven.

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Die Zahl der Testamentsspenden steigt. Mehr als 122 Millionen Euro wurden vergangenes Jahr an gemeinnützige Vereine gespendet.

Da ist etwa Gerda Krebs, 95, ehemalige Schauspielerin und überzeugte Vegetarierin. Ihr Leben lang habe sie versucht, Tieren zu helfen, erzählt sie. „Ich bin die letzte meiner Sippe“, sagt sie. „Und wenn ich einmal nicht mehr bin, dann gehört alles dem Tierschutz.“ Anton und Helene Brenner haben ihr Testament zugunsten der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs gemacht. Helene Brenner leidet an einer Erbkrankheit und ist vor drei Jahren vollständig erblindet. „Die Hilfsgemeinschaft ist wie eine Familie für mich“, sagt sie.

Auch Helga Müller, eine 2021 verstorbene Wienerin, vermachte einen Großteil ihres Vermögens wohltätigen Zwecken. Insgesamt spendete sie 1,5 Millionen Euro, vor allem für soziale Projekte im Ausland. 400.000 Euro gingen an die Organisation Minka in Peru. Deren Leiter Francisco San Martin war überrascht: In 40 Jahren Entwicklungsarbeit hatte er noch nie eine Testamentsspende erhalten.

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400.000 Euro aus dem Vermögen von Helga Müller aus Wien gingen per Testamentsspende nach Peru an die Hilfsorganisation „Minka“, die vor allem Frauen unterstützt.

Für viele gemeinnützige Vereine sind solche Zuwendungen überlebenswichtig. Doch bis das Geld tatsächlich ankommt, können Jahre vergehen. In der Reportage berichten Vereinsvertreter von langwierigen Verlassenschaften, erbitterten Streitigkeiten und verschwundenen Testamenten. Manche sprechen sogar von einer regelrechten Industrie, die nach dubiosen Erben sucht – oft entgegen dem letzten Willen der Verstorbenen.