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Im Bild: Die Robert-Stolz-Siedlung ist eine von 35 Gemeindebauten, die in Wiener Neustadt verkauft werden.

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Das Ende vom Gemeindebau

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Eine Reportage über die Privatisierung hunderter Gemeindebauwohnungen in Wiener Neustadt.

Der Gemeindebau gilt in Österreich seit Jahrzehnten als Garant für leistbares und sicheres Wohnen. Für viele Menschen mit geringem Einkommen ist er mehr als nur ein Dach über dem Kopf – er bedeutet Stabilität, Planbarkeit und sozialen Zusammenhalt. In Wiener Neustadt jedoch steht dieses Modell auf dem Prüfstand. Laut ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger belasten die Gemeindewohnungen das Stadtbudget jährlich mit einem Defizit von rund vier Millionen Euro. Angesichts dieser Zahlen sieht sich die Stadt gezwungen, rund drei Viertel der Gemeindewohnungen zu verkaufen.

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Die meisten Mieterinnen und Mieter in der Robert-Stolz-Siedlung haben unbefristete Mietverträge, die nicht so leicht gekündigt werden können. Trotzdem machen sich viele Sorgen um ihre Zukunft.

Die geplante Privatisierung sorgt für intensive Debatten – nicht nur in Wiener Neustadt. Auch andere österreichische Kommunen beobachten die Entwicklung genau und prüfen ähnliche Schritte. Ist der Verkauf kommunaler Wohnungen eine wirtschaftliche Notwendigkeit in Zeiten knapper Kassen? Oder markiert er einen grundlegenden Bruch mit der sozialpolitischen Tradition des Gemeindebaus?

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Die Robert-Stolz-Siedlung ist eine von 35 Gemeindebauten, die in Wiener Neustadt verkauft werden.

Am Schauplatz-Reporterin Beate Haselmayer und ihr Kamerateam waren mehrere Wochen in betroffenen Wohnanlagen unterwegs. Sie haben mit Mieterinnen und Mietern gesprochen, Stimmungen eingefangen und nachgefragt, was der geplante Verkauf für den Alltag der Menschen bedeutet. In der Robert-Stolz-Siedlung etwa herrscht große Verunsicherung. „Die Leute werden überhaupt nicht gefragt, ob sie das wollen“, sagt ein älterer Bewohner. Trotz unbefristeter Mietverträge bangen viele um ihre langfristige Sicherheit und fürchten steigende Mieten oder Kündigungen.

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Rund ein Fünftel aller Gemeindewohnungen in Wiener Neustadt steht momentan leer. Die Stadt müsste viel Geld investieren, um sie zu sanieren.

Andere wiederum sehen in einem Eigentümerwechsel auch eine Chance: Manche Gebäude sind in die Jahre gekommen, notwendige Sanierungen wurden immer wieder aufgeschoben. Sie hoffen, dass ein privater Investor frisches Kapital bringt und die Wohnqualität verbessert. Zwischen Angst vor Verdrängung und Hoffnung auf Erneuerung zeigt die Reportage, wie tiefgreifend die Entscheidung der Stadt in das Leben hunderter Familien eingreift – und stellt die Frage, wie viel sozialer Wohnbau sich Gemeinden künftig noch leisten können.